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Zur Strategie für die Bundeswehr

Zur Strategie für die Bundeswehr

Die in dieser Woche vorgestellten Pläne für die Bundeswehr kommentiert VORSPRUNG-Leser Jörg Sternberg in seinem Leserbrief.

"Mit der Vorstellung des Ausbauplans der Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee (Motto: auch hier wieder die Führung übernehmen) in Europa durch Verteidigungsminister Pistorius und die Kräfte, die ihm Beifall zollen, mit dem Ziel der Erhöhung der Truppenstärke auf 460.000 Soldaten und der militärischen Fähigkeiten in drei Phasen, wird ein Akt umgesetzt in gigantischen Dimensionen, wie es ihn seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht gegeben hat, und dies in einer Zeit höchster Bedrohungen infolge globaler Aufrüstungen, die genau dazu geführt haben, was als Abschreckungspolitik gepriesen wird, aber zu nichts anderem als Eskalation von Hochrüstung auf allen Seiten geführt hat. Er richtet sich, so die Erläuterungen, vor allem gegen Russland, ein Land mit Streitkräften, denen es auch im fünften Jahr nicht gelungen ist, den Krieg gegen die Ukraine zu gewinnen und das nach Einschätzung hoher, auch deutscher, Militärs in seinen Kräften ausgehöhlt und ausgeblutet ist. Nach ominösen Berechnungen soll Russland ja 2019 über ganz Resturopa herfallen.

Nun aber ist in krasser Weise das eingetreten, was im Juni 2025 der Friedensaufruf des SPD-Kreises um die ehemaligen Spitzenpolitiker Mützenich und Stegner befürchtet haben: Die Verschärfung der Linie einer Hochrüstungspolitik der BRD und in Europa (damals unter Schulz noch deutlich weniger offensiv) und die Abkehr von Rüstungskontrolle, Diplomatie und Verständigung. Ihr Parteigenosse Pistorius bezeichnet dies hämisch als Realitätsverlust und hat mit dafür gesorgt, dass konservative wie reaktionäre Kreise Mützenich und Segner kalt gestellt haben. Realitätsverweigerung ist, nebenbei bemerkt, zu glauben, dass Deutschland bei solchem Kraftakt, wie Pistorius ihn fordert, jemals aus der wirtschaftlichen und haushaltstechnischen Misere wir herausfinden können."

Jörg Sternberg
Hanau

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Kommentare

17
felix
3 wochen vor
B. Pistorius hat in der Bundeswehr den Rang eines Obergefreiten eingenommen und vertritt, dass vor dem Hintergrund der Gefahr des unmittelbar bevorstehenden russischen Überfalls (spätestens 2029 )"Kriegstüchtigkeit" jetzt unabdingbar sei und deshalb zukünftig die Hälfte eines jeden Bundeshaushalts für die Rüstung ausgegeben werden müsse. Belege für die angeblichen Angriffspläne werden nicht vorgelegt, was vor dem Hintergrund der einschneidenden Maßnahmen zumindest merkwürdig und auch unlogisch erscheint.
Einer seiner Vorgänger, dienstgradtechnisch nur Gefreiter, dafür aber dann Kanzler, hat ähnlich weise vorhergesehen, dass Handlungsbedarf bestand (Wenn man die Sportpalastveranstaltung des klumpfüßigen J. Goebbels von 1943 Revue passieren lässt, haben die Massen das auch so gesehen und euphorisch jubelnd "den totalen Krieg" gefordert - die veröffentlichte Meinung war seinerzeit ebenfalls regierungskonform).
Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen (und den apokalyptisch-schrecklichen Ergebnissen) könnte man natürlich überlegen, ob die Baerbocksche Maxime (keine diplomatischen Kontakte zu "Feinden") tatsächlich hilfreich sein kann, zumal ein Krieg gegen die Atommacht Russland auch dann nicht "gewonnen" werden könnte, wenn man 75% der Steuereinnahmen des Bundes für "konventionelles Kriegsgerat" verwendet.
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18
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 wochen vor
Die Kriegstreiber der Politik haben es doch mittlerweile geschafft, jede Verhandlung und freundschaftliches Verhältnis zu Russland mit Füßen zu treten.

Das war nun der Anfang der Inflation.

Zitat:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/russland-oel-kasachstan-deutschland-100.html
Vermutlich wissen viele der Treiber gar nicht, wofür Öl alles verwendet wird, außer zum Heizen.
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21
D.A.
3 wochen vor
Frieden gibt es nur durch Aufrüstung! Es muss annähernd ein militärisches Gleichgewicht geben (Peter Scholl-Latour) dann bedroht es sich nicht so leicht! Es sei denn, man ist eine Zecke und springt auf die USA auf um seine Racheglüste zu befriedigen! Was Deutschland anbelangt, sehe ich schwarz, denn vor 70 Jahren hatten die 16 Jährigen die Eier und zogen in den Krieg heute sind sie bestürzt, dass sie welche haben.
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19
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 wochen vor
Zitat:
it dem Ziel der Erhöhung der Truppenstärke auf 460.000 Soldaten und der militärischen Fähigkeiten in drei Phasen, wird ein Akt umgesetzt in gigantischen Dimensionen, wie es ihn seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht gegeben hat
Und und und... dann übernehmen wir die Weltherrschaft!

Dann ist das Gerücht der Altersgrenze bis 70 für Kriegsdienst ja gar kein Gerücht mehr.

Warum eigentlich nicht unsere ganzen Besucher, welche sowieso von Steuergeldern Leben Einziehen.
Nichts würde die Integration mehr fördern, als zu zeigen, dass man für das Land steht, welches einen Aufgenommen hat und für einen Sorgt.

Zitat:
Nach ominösen Berechnungen soll Russland ja 2019 über ganz Resturopa herfallen.
Bin ich froh, dass ich 2019 nicht bei dem Einmarsch verschleppt wurde.
Aber da der Russe ja sowieso bald in Berlin steht, bekommt ja schon richtig Angst.
Da kann man nur hoffen, dass die Deutschen Politiker weiter sticheln und Provozieren,
damit endlich das eintrifft, was sie Herbeigeredet haben.

Wenn in Deutschland Krieg herrscht, ziehen manche Heuschrecken vielleicht weiter.
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0
Hätteesgernschönhier
3 wochen vor
Lieber Herr Sternberg, Mützenich und Stegner die Bedeutung zu nehmen ist nie ein Fehler.
Und mal für Sie extra erklärt, was die allerwichtigste Grundlage für Wohlstand ist. Frieden und Verständigung. Sagen Sie es Putin.
Einen Putin schalten und walten zu lassen im Irrglauben, das bringe Frieden, schafft weder das noch Wohlstand. Und ja, manchmal muss man dem Klassenstänkerer mal auf die Fresse geben, dass der sich zusammen reißt. Und dann tut die Hand weh und man wäre auch lieber ins Schwimmbad gegangen. Aber es war halt notwendig. Für den zukünftigen Frieden.
Verpisser verstehen so etwas nicht. Ist aber so.
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23
Ruffty
3 wochen vor
Oder kurzgefasst:
Die in Berlin machen sowieso, was sie wollen.
Im Westen nichts Neues.
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