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Erich Kästner-Schule: „Es gibt hier keine Kinder“

Erich Kästner-Schule: „Es gibt hier keine Kinder“

Mit einer feierlichen Veranstaltung hat die Erich Kästner-Schule Maintal die Wanderausstellung „Es gibt hier keine Kinder“ eröffnet.

Bis zum 5. Dezember 2025 zeigt die Schule 79 Zeichnungen des Holocaust-Überlebenden Thomas Geve, der als Jugendlicher mehrere Konzentrationslager überstand und seine Erlebnisse nach der Befreiung 1945 mit Buntstiften festhielt. An der Eröffnung nahmen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10d mit ihrer Klassenlehrerin Frau Prüßmeier sowie die Mitglieder der Schulleitung teil.

Schulleiterin Stefanie Thor begrüßte die Anwesenden und stellte die Bedeutung der Ausstellung für die schulische Bildungsarbeit heraus. Die Zeichnungen Geves wirkten zunächst schlicht, doch beim genauen Hinsehen zeigten sie zahlreiche Details aus dem Lageralltag, die sichtbar machten, wie tief sich die Erfahrungen in die Erinnerung eines Jugendlichen eingeprägt hatten. Sie wünschte allen Besuchenden „ruhige und nachdenkliche Momente beim Betrachten der Zeichnungen“.

Frau Schrader, Dezernentin des Staatlichen Schulamtes für Hanau/MKK, betonte anschließend die Wichtigkeit, dass besonders junge Menschen sich mit diesem Teil der Geschichte auseinandersetzen. Die Auseinandersetzung mit historischen Erfahrungen sei ein wesentlicher Bestandteil des Bildungsauftrags und trage dazu bei, demokratische Werte und Verantwortungsbewusstsein zu stärken.

Die Fachvorsitzende für Gesellschaftslehre, Katrin Schumann, hob hervor, dass die Zeichnungen einen seltenen Einblick in die Perspektive eines Jugendlichen auf den Lageralltag geben. Viele kleine Details zeigten, wie eindrücklich Geve seine Erinnerungen später festhielt. Die Ausstellung mahne zugleich, wachsam gegenüber Unrecht und Ausgrenzung zu bleiben.

Werner Fromm, Initiator der Wanderausstellung, gab abschließend Einblicke in die Biografie Thomas Geves und berichtete über seinen eigenen familiären Bezug. Sein Großvater Karl Reidel war als politischer Häftling im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Diese persönliche Geschichte sei für ihn seit Jahren Antrieb, die Ausstellung an Schulen und öffentlichen Orten zugänglich zu machen.

Die Originalzeichnungen Geves befinden sich im Kunstmuseum von Yad Vashem in Jerusalem. Die Wanderausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora entstand, war zuvor bereits im Main-Kinzig-Forum, im Rathaus Maintal und an weiteren Schulen der Region zu sehen.

Schulklassen können die Ausstellung nach vorheriger Anmeldung bei der Fachbereichsleiterin für Gesellschaftslehre unter katrin.schumann@eks-maintal.de besuchen.

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