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Maintal: Erich Kästner-Schule plant neues Unterrichtsfach „Glück“

Maintal: Erich Kästner-Schule plant neues Unterrichtsfach „Glück“

Ein ungewöhnliches Unterrichtsfach soll künftig an der Erich Kästner-Schule in Maintal eingeführt werden: „Glück“. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll das Fach als Wahlpflichtunterricht erprobt werden. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, ihre persönlichen Stärken zu entdecken, Selbstvertrauen aufzubauen und besser mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen. 

Die Methoden des Fachs basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und verbinden Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung mit sozialen Lernformen. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die gezielte Ausbildung einer Lehrkraft der EKS Maintal. Julia Grünberg, die seit fast 16 Jahren an der Schule unterrichtet, absolviert derzeit eine Weiterbildung des Fritz-Schubert-Instituts in Frankfurt am Main.

Das Institut entwickelte bereits im Jahr 2007 ein Unterrichtskonzept, das Persönlichkeitsentwicklung und Lebenskompetenzen in den Mittelpunkt stellt. Das Fach „Glück“ soll den klassischen Unterricht ergänzen, der vor allem auf Wissensvermittlung ausgerichtet ist. Das Fritz-Schubert-Institut gilt als Vorreiter bei der Einführung dieses Unterrichtsangebots und bildet Lehrkräfte speziell dafür aus.

Geleitet wird die Weiterbildung in Frankfurt von Seminarleiterin Angela Wanke-Heil, die gemeinsam mit ihrem Team die Teilnehmenden intensiv begleitet. „Die Fortbildung ist hervorragend organisiert und wird mit großer Professionalität durchgeführt“, berichtet Grünberg.

Für die Lehrerin ist das Projekt eine echte Herzensangelegenheit. „Ich möchte den Kindern helfen, ihre Stärken zu entdecken, ihnen Mut machen, an sich zu glauben, und ihnen ein Stück mehr Kraft, Hoffnung und Lebensfreude mitgeben“, sagt Grünberg. Gerade in einer Zeit, die von Krisen, Kriegen und Unsicherheiten geprägt sei, hält sie es für wichtig, dass Schülerinnen und Schüler lernen, Vertrauen in sich selbst zu entwickeln und auch kleine Momente des Glücks bewusst wahrzunehmen.

Auch die Schulleitung unterstützt das Vorhaben ausdrücklich. Schulleiterin Stefanie Thor begrüßt die Einführung des neuen Angebots: „Unsere Schule versteht Bildung nicht nur als Wissensvermittlung, sondern auch als Begleitung der persönlichen Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler. Das Fach ‚Glück‘ kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Kinder zu stärken, ihnen Selbstvertrauen zu geben und sie auf ihrem Lebensweg zu unterstützen. Wir freuen uns sehr, dass dieses Projekt an unsere Schule kommt.“

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Julia Grünberg.

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Angela Wanke-Heil (Seminarleiterin) und Julia Grünberg.

Kommentare

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Andre
1 monat vor
Was hier als fortschrittliches Schulprojekt verkauft wird, ist bei genauerem Hinsehen vor allem eines: eine symptomatische Verschiebung von Bildungsauftrag zu pädagogischer Selbstbespiegelung – auf Kosten von Substanz, Leistung und Vergleichbarkeit.
1. Glück ist kein objektivierbares Lernziel. Während Mathematik, Sprache oder Naturwissenschaften überprüfbare Kompetenzen vermitteln, bleibt „Glück“ zwangsläufig diffus, subjektiv und immun gegen klare Leistungsmessung. Damit untergräbt man genau das, was Schule leisten muss: Transparenz, Vergleichbarkeit und Qualifikation.
2. wird hier ein pädagogischer Allzuständigkeitsanspruch sichtbar, der Schulen überfordert. Selbstvertrauen, Resilienz, Sinnfindung – das sind wichtige Themen, aber primär Aufgabe von Elternhaus, sozialem Umfeld und individueller Entwicklung, nicht eines institutionalisierten Unterrichtsfachs mit didaktischem Baukasten. Die Illusion, man könne „Glück“ curricular vermitteln, verkennt die Komplexität menschlicher Lebensrealität.
3. Opportunitätskosten. Jede Stunde „Glück“ verdrängt reale Lernzeit in Kernfächern – in einem Land, das seit Jahren bei Grundlagenkompetenzen abbaut. Während internationale Vergleichsstudien sinkende Leistungen zeigen, experimentiert man mit Wohlfühlcurricula. Das ist kein Fortschritt, sondern Realitätsverweigerung.
4 wirft das Konzept erhebliche Fragen nach ideologischer Prägung auf. Wer definiert, was „Glück“ ist? Welche Werte, welche Weltbilder werden implizit vermittelt? Hier öffnet sich ein Einfallstor für normative Einflussnahme ohne demokratisch klar legitimierte Leitplanken.
Kurz: Was als „Stärkung der Persönlichkeit“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein weiterer Schritt weg von Leistungsorientierung hin zu pädagogischem Aktivismus. Schüler brauchen keine Glücksstunden – sie brauchen belastbare Kompetenzen, echte Erfolgserlebnisse durch Leistung und ein Umfeld, das sie fordert statt infantilisiert.
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1
Anti Grün
1 monat vor
Hervorragend. Das ist nicht nur eine geradezu brilliante Bilanz und unnachsichtige Bestandsaufnahme, sondern eine gnadenlose Abrechnung
mit einer Nebelkerze, die der Öffentlichkeit als pädagogisch wertvoll vermittelt werden soll. Eine leere Pralinenschachtel mit viel Glitter drumherum.
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2
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
1 monat vor
Kann man auch Positiv sehen.

Die Schüler sollen Lernen, dass sie Glück haben, wenn sie ohne größere Verletzungen den Tag überstehen oder mit Bus & Bahn nach Hause kommen.

Beim Bildungsauftrag passt man sich der Minderheit an, damit man zukünftig alles so nimmt wie es kommt.
Dann hat man eben Glück, wenn es mal gut läuft.
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3
Prof. ad. Wilfried W
1 monat vor
Wenn man hierzulande Richtung ZUKUNFT schaut, sollte man sich einmal
auf der Welt so umsehen, was da - und wie - gelehrt wird.

Da sehe ich z. B. das Defizit bei den MINT-Fächern (gerade bei Mädchen).

Aber was soll`s: 12,1 % Analphabeten-Schulabgänger wollen ja auch ...
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Dschungelcamper
1 monat vor
Selbstvertrauen durch Kopfrechnen ist aus der Mode gekommen.
Für viele Schüler ist das richtige Ergebnis Glücksache.


Die Schüler lernen "Glück" an der Schule. Nach dem Abschluß erleiden Sie den Praxisschock im Unternehmen.

Ich dachte immer, die Lehrer absolvieren ein Pädagogikstudium zur bestmöglichen Unterstützung der Schüler. Obwohl das Studium an Lehrern ab und an spurlos vorbei geht, ist ein Schulfach "Glück" ein Fall für den Sektenbeauftragten.

Die Schüler müssen genug Indoktrination ertragen
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3
Hätteesgernschönhier
1 monat vor
Na, das sind doch mal gute Nachrichten. Da gratuliere ich den Schülern für diese Möglichkeit Dank ihrer engagierten Lehrkräfte. Bravo
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3
Meine Meinung
1 monat vor
zitiere Hätteesgernschönhier:
Na, das sind doch mal gute Nachrichten. Da gratuliere ich den Schülern für diese Möglichkeit Dank ihrer engagierten Lehrkräfte. Bravo

Was genau sind an diesem Schwachsinn bitteschön die 'guten Nachrichten'? Falls das Ironie sein sollte, bitte kennzeichnen! Allerdings befürchte, der Beitrag war tatsächlich so gemeint...
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2
Student aus Uppsala
1 monat vor
Oh nein.Reicht's denn nicht, was wir an überflüssiger Propaganda jedesmal aus dem Radio hören. Die überflüssigsten Erhebungen und Umfragen überhaupt betreffen "Glück". Wir wissen ja, dass in Skandinavien die glücklichsten Völker leben -komischerweise wird dort trotz der horrenden Spritpreise gesoffen wie nur noch in Russland.
Sind derartige publizistische Gaukeleien nun das neue Opium für Volk ?
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