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Keiler Bier

Wie die Erich Kästner-Schule ihr Nachmittagsangebot neu aufstellt

Wie gelingt es einer integrierten Gesamtschule mit sehr heterogener Schülerschaft, Jugendliche nach dem Unterricht sinnvoll zu begleiten – so, dass sie sich gesehen fühlen, Talente entdecken und gleichzeitig Stabilität im Alltag bekommen?

Aus der Erich Kästner-Schule (EKS) lautet die Antwort: "Mit einem Ganztagsangebot, das sich konsequent an den Interessen der Schüler*innen orientiert – und das im vergangenen Jahr einen deutlichen Entwicklungsschub erlebt hat. Seit dem Wechsel zu einer konstanten Schulleitung unter Frau Thor hat sich der Ganztag an der EKS spürbar weiterentwickelt: Das Programm wurde erweitert, besser verzahnt und zugleich flexibler gestaltet. Wir wollen Angebote machen, die wirklich passen – nicht nur auf dem Papier, sondern im echten Schulalltag“, heißt es aus dem Ganztagsteam. Dabei werde das Angebot regelmäßig überprüft und weiterentwickelt – auch auf Basis von Rückmeldungen und Wünschen der Schüler*innen."

Warum das wichtig ist – gerade heute
"Jugendliche verbringen heute so viel Zeit an digitalen Geräten wie nie zuvor. Studien zeigen, dass insbesondere bei 13- bis 15-Jährigen die Smartphone-Zeit im Schnitt bereits bei rund zweieinhalb Stunden pro Tag liegt – bei Älteren deutlich darüber. Gleichzeitig weist die WHO für Europa auf einen Anstieg problematischer Social-Media-Nutzung und problematischen Gamings bei Jugendlichen hin – Entwicklungen, die Schule und Elternhäuser zunehmend beschäftigen. Ganztagsangebote sind vor diesem Hintergrund weit mehr als „Beschäftigung“: Sie schaffen Beziehungen, Struktur und sinnvolle Alternativen – gerade in einer Lebensphase, in der Jugendliche Orientierung, Erfolgserlebnisse und positive Gruppenräume brauchen. Ein abwechslungsreicher Ganztag kann dazu beitragen, dass Schüler*innen nachmittags nicht ausschließlich 'vor der Konsole hängen', sondern Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen und ihre Freizeit aktiv gestalten – statt in Situationen zu geraten, die Konflikte begünstigen", heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Abwechslung, die viele anspricht
Wer sich heute das Ganztagsleben an der EKS anschaue, merke schnell: "Hier geht es nicht um ein einziges „Programm für alle“, sondern um eine bunte Mischung, in der ganz unterschiedliche Interessen Platz haben. Sportlich Aktive finden Angebote von klassischen Ball- und Teamsportarten bis hin zu Bewegungsformaten wie Tanz oder Fitness. Wer lieber kreativ arbeitet, kann sich gestalterisch ausprobieren – ob mit Basteln, künstlerischen Projekten oder handlungsorientierten Formaten, bei denen praktische Ideen im Vordergrund stehen. Auch digitale Interessen werden aufgegriffen: Mediengestaltung, Videoschnitt oder kreative Bildbearbeitung bieten Möglichkeiten, Technik nicht nur zu konsumieren, sondern produktiv zu nutzen. Gleichzeitig bleibt der Ganztag an einer Stelle bewusst „bodenständig“: verlässliche Lernzeiten und Unterstützung, etwa über Hausaufgaben- und Lernangebote, gehören weiterhin fest dazu. Gerade in einer heterogenen Schülerschaft ist das für viele Familien eine wichtige Entlastung – und für Schüler*innen eine Chance, mit Begleitung dranzubleiben."

Mit der Zeit gehen – und trotzdem nah dran bleiben
Ein zentraler Gedanke an der EKS ist: Ein gutes Ganztagsangebot darf nicht stehen bleiben. Interessen verändern sich, Trends kommen dazu, Gruppen wachsen zusammen – und manchmal entstehen aus einer Idee plötzlich neue Projekte. Genau deshalb wird an der Schule immer wieder nachjustiert, ausprobiert und erweitert. Für das zweite Halbjahr sind neben bewährten Formaten auch neue Impulse geplant: Angebote, die stärker auf Ausdruck, Selbstbewusstsein und Gemeinschaft zielen (zum Beispiel im Bereich Musik, Performance oder kreative Gestaltung), ebenso wie sportliche Projekte, bei denen Teamgeist und Identifikation eine große Rolle spielen. Dazu gehören etwa Formate wie Cheerleading oder neue Teamsport-Schwerpunkte – und auch ein Angebot, das Jugendliche gezielt darin stärkt, mit Stress, Druck und Konflikten besser umzugehen.

Ferienangebote und sportliche Highlights
Zusätzlich zu den wöchentlichen AGs will die EKS auch punktuell starke Akzente setzen: "Im Jahr 2025 fanden Oster- und Herbstferienspiele in der großen Sporthalle der Schule statt – ein Angebot, das Betreuung und sinnvolle Feriengestaltung verbindet. Und im Januar 2026 wurde am Wochenende ein Basketballworkshop in Kooperation mit dem TuS Makkabi Frankfurt e. V. durchgeführt: mit Training, Spielformen und einer Atmosphäre, die vielen Jugendlichen das Gefühl gibt, Teil von etwas Größerem zu sein."

Ein Ganztag als Schutzraum und Chancenraum
"Gerade an einer IGS ist es entscheidend, Angebote zu schaffen, die sowohl leistungsstarke als auch unsichere, zurückhaltende oder belastete Jugendliche erreichen. Ein gut aufgestellter Ganztag bietet dafür einen Rahmen: Er stärkt Zugehörigkeit, eröffnet Erfolgserlebnisse außerhalb von Noten und bringt Schüler*innen in Kontakt mit Erwachsenen, die nicht nur 'Unterricht', sondern Beziehung und Entwicklung im Blick haben. Die EKS zeigt: Ganztag funktioniert dann besonders gut, wenn er sich bewegt – mit den Jugendlichen, mit der Zeit und mit dem, was Schule heute leisten muss", heißt es abschließend aus der Schule.

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