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Keiler Bier

Mit der Kutsche zum Supermarkt

Mit der Kutsche zum Supermarkt

Es gibt gerade Frühstück – frisch gebackenes Brot mit Streichkäse –, als die Landratskandidatin Srita Heide in die gute Stube tritt. Die Kleinen blicken kurz auf, strahlen und wenden sich wieder ihren Stullen zu.

Taste of Whisky

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Gerade erst sind sie von draußen reingekommen, die Bäckchen der Kinder leuchten noch immer im gesunden Rot. Es ist ein sehr kalter, nasser Herbsttag, aber das wird sie nicht davon abhalten, bald wieder ins Freie zu gehen – und tatsächlich mit der Kutsche zum Supermarkt die Straße runterzufahren.

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“, sagt Christiane Pfeiffer-Bohlander, eine der Leiterinnen des Naturkindergartens „Die Mühlmäuse“ im Biebergemünder Ortsteil Kassel und erklärt den politischen Gästen – von der CDU Biebergemünd sind auch der Parteivorsitzende Markus Heim und die Gemeindevorstände Wolfgang Schultze und Franz-Karl Stock dabei – das Konzept der Einrichtung: „Die bei uns praktizierte Naturpädagogik unterstützt die Kinder schon sehr früh in ihrer Entwicklung.“ Der vorwiegende Aufenthalt in der frischen Luft stärkt das Immunsystem, das Herumtollen und Spazierengehen die Motorik und der Umgang mit Tieren die Entwicklung von Verantwortung und Rücksichtnahme.

Die CDU-Politikerin, die am 5. März als Landrätin im Main-Kinzig-Kreis kandidiert, ist nicht umsonst gerade hier auf Stippvisite. Ihr liegen junge Familien besonders am Herzen, vor allem auch mit Blick auf die optimale Kinderbetreuung. „Die kommunalen und kirchlichen Kindertagesstätten machen einen tollen Job, der Naturkindergarten ist eine innovative Ergänzung dazu“, so die Christdemokratin. 20 Plätze für Kinder im Alter von zehn Monaten bis drei Jahre gibt es hier, derzeit sind zwölf belegt. Drei Erzieherinnen arbeiten hier von 7.30 bis 13 Uhr, bei Bedarf sind weitere Aushilfen im Einsatz

Von 2010 bis2013 hat Heiko Strauss eines der sechs Gebäude der 1582 erbauten Mühle als Kindereinrichtung ausgebaut. Ein riesiges Freigelände gehört dazu, ebenso Pferde, Ziegen und Meerschweinchen, die von den Kindern jeden Morgen gefüttert werden. Finanziert wird das alles auf der einen Seite von den monatlichen Beiträgen der Eltern, denn die „Mühlmäuse“ sind als Verein organisiert. Für die Betriebskosten gibt es kommunale Zuschüsse wie bei anderen Kitas auch. „Das läuft alles reibungslos“, so Christiane Pfeiffer-Bohlander. Für Reparaturen und notwendige Anschaffungen muss allerdings jeweils ein Antrag in der Gemeinde gestellt werden. Dabei muss immer wieder der Bedarf, der sich aus dem Konzept des Naturkindergartens ergibt, neu begründet und erklärt werden. So stehen für das nächste Frühjahr ein Klettergerüst und ein großer Sandkasten auf dem Anschaffungsplan, die im Sinne der Kinder hoffentlich bewilligt werden.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: „Viele Eltern fragen uns nach Möglichkeiten zur Ganztagsbetreuung, wenigstens an zwei, drei Tagen in der Woche. Das ist aber mit unseren finanziellen Mitteln und unserer derzeitigen Struktur nicht möglich“, so Pfeiffer-Bohlander. Ein Lösungsvorschlag von Landratskandidatin Srita Heide: „Ich werde mich für ein Konzept einsetzen, das sich am ‚Pakt für den Nachmittag‘ orientiert.“ Bei dieser Initiative der hessischen Landesregierung teilen sich das Land sowie die kommunale Ebene die Kosten für ein ganztägiges Betreuungs- und Bildungsangebot für Grundschülerinnen und -schüler. „Die Kindergärten zu unterstützen und dabei die Kinderbtreuung der Kommunen noch stärker auszubauen – das gehört zu einem familienfreundlichen Umfeld dazu“, so Heide.

Die Brote sind inzwischen vertilgt. „Wann gehen wir zu den Meerschweinchen?“, fragt ein Knirps. Die ungemütliche Witterung stört ihn offensichtlich nicht. Auch Srita Heide macht sich wieder auf den Weg, verspricht aber, zur Weihnachtsfeier wiederzukommen.

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