„Es hätte nun nicht gerade der 1. April sein müssen, aber selbstverständlich sollte man den 'Huxit' mit den Kommunalwahlen und dem Auslaufen des Kreistags zusammenlegen.“ Der Ortssprecher des AfD Ortsverbandes Klaus Dippel ist sich sicher, dass viele Hanauer der Idee einer Kreisfreiheit etwas abgewinnen können. Schon im November 2017 hatte sich ja die Hanauer AfD positiv zu einem solchen Projekt geäußert. „Die Äußerungen des Oberbürgermeisters, dass sich die Kreisfreiheit positiv auf die Hanauer Finanzen auswirken wird, bestärkt unsere Erfahrungen, die wir im Kreistag gemacht haben! Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz geht die Verschwendung durch die Groko fast in Pipa`schem Ausmaß weiter.“
Warum die Hanauer Bürger die Gelnhäuser Paläste, Parkhäuser, Krankenhäuser und Windkraftabenteuer mitfinanzieren sollen, habe sich den Hanauer AfDlern noch nie erschlossen. Auch die Wahlkampfaussage von Landrat Thorsten Stolz (SPD), die Hanauer würden doch mehr Sozialhilfe bekommen, als sie Kreisumlage zahlen, werde nun von den Zahlen des OB relativiert. Die Aufbruchsstimmung, die der Oberbürgermeister erzeugen möchte, könnte der Stadt und dem Umland guttun. Spezifische Lösungen für eine Großstadt müssten nicht mehr mit anders gelagerten Interessen im Ostkreis koordiniert werden. Und, so Dippel weiter: „Sind wir doch mal ehrlich: Die Machtverhältnisse im MKK hatten doch das ein oder andere mal eine Benachteiligung der Stadt Hanau zur Folge. Es sei nur an die unsägliche Umlagedebatte erinnert, in der der alte Landrat im Kreistag sinngemäß ausrief: 'Ja wollen Sie denn tatsächlich den Umlagesatz der Stadt Hanau auch auf das Niveau der Umlandgemeinden absenken?'
Eines möchte die AfD allerdings nicht: Die basisdemokratische Partei möchte nicht die Fehler der Gebietsreform wiederholen und eine solche historische Entscheidung den Politikern allein überlassen. So fordert die AfD nach ihrem politischen Selbstverständnis eine transparente Bürgerbeteiligung am Entscheidungsprozess und abschließend einen Bürgerentscheid: „Auch hier eine schöne Parallele zum Brexit: Das Volk sollte unbedingt befragt werden, ob es überhaupt an einem solchen Prestigeprojekt teilnehmen möchte!“
In diesem Diskussionsprozess sollten dann auch die Umlandgemeinden eingeladen und beteiligt werden. Vielleicht würde sich ja dann herausstellen, dass die GroßkrotzenburgerInnen, ohne Landverbindung zum MKK, lieber nach Hanau aufs Bauamt gehen, weil sie eh beim Einkaufen sind, als den Weg nach Gelnhausen anzutreten. Auch Rückinger und Langendiebacher Bürger könnten mit einem Blick auf google earth feststellen, dass sie wenn sie schon wieder das Wappen ändern sollen, dann eigentlich eher „Hanauer“ seien als „Neuberger“.
So könnte aus Sicht der AfD eine lebendige und finanziell lebensfähige Großstadt entstehen, in der Alteingesessene und Neubürger einen gemeinsamen Neuanfang wagen wollen. Am Ende könnte eine erneuerte Stadt Hanau den deutlich kleineren Kommunen Fulda und Aschaffenburg nachfolgen und echte Hochschulstadt werden. Der Hanauer Ersatzkandidat zur Landtagswahl und stellvertretender Hanauer Sprecher, Harald Walter, brachte die Diskussion auf den Punkt: „Mit einer transparenten Bürgerbeteiligung könnte man viel tun gegen Politikverdrossenheit und den Verdacht von Klüngel, Parteibuchwirtschaft und Hinterzimmerabsprachen. Der 28. Oktober wäre ein prima Termin, an dem man fast kostenlos etwas für die Stärkung der Demokratie tun könnte.“



