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„Gänsseesterne“ sind fit für die Schule

„Gänsseesterne“ sind fit für die Schule
Akribisch planten die „Gänsseesterne“ ihr Abschlussprojekt und unterstützten sich dabei gegenseitig. © Stadt Maintal

Mit breiter Brust und prall gefülltem Ranzen starten die „Gänsseesterne“ in wenigen Wochen in ihre Schulzeit.

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Für Anke Marburger und Sandy Schwindt ist dabei gar nicht so wichtig, dass alle Bücher, Hefte, Stifte und Bastelutensilien eingepackt sind. Der Leiterin und dem ganzen Team der Kita Gänsseestraße liegen andere Inhalte am Herzen, damit die angehenden Erstklässler für den neuen Lebensabschnitt bestens gerüstet sind.

Für diesen neuen Lebensabschnitt legen sie während der Kita-Zeit die Grundlage. Besondere Aktionen starten im letzten Jahr vor der Einschulung. Es ist vor allem Sandy Schwindt, die die „Gänsseesterne“ – so heißen in der Bischofsheimer Kita Gänsseestraße die Kinder im letzten Kita-Jahr – auf den Übergang in die Grundschule vorbereitet. Dabei setzt sie nicht auf ein straff getaktetes Vorschulprogramm, damit die Kinder bis zur Einschulung ihren Namen schreiben können und alle Zahlen von 1 bis 10 kennen. „Uns ist wichtig, dass wir die Kinder in ihrem Selbstvertrauen, ihren Fähigkeiten, ihrer Lernfreude und Resilienz stärken“, betont Schwindt. Und das geschieht ganz individuell, ausgehend von den Interessen der einzelnen Kinder.

Wie sich das bei in diesem Jahr immerhin 33 „Gänsseesternen“ umsetzen lässt, dokumentieren die Bildungspläne, von denen die meisten an diesem Tag noch an der Wand im „Esswerk“ hängen. Jeder ist so einzigartig wie das Kind, das ihn gemeinsam mit Sandy Schwindt und Jens Künitzer erstellt hat und jeder dokumentiert die Entwicklung von einer ersten Idee zu einem fertigen, greifbaren Projekt. Das haben die Jungen und Mädchen eigenständig mit Unterstützung ihrer Erzieher*innen umgesetzt und können darauf zurecht stolz sein - ob es das nachgebaute Eintracht-Stadion, ein eigenes aus Sperrholz gesägtes Puzzle oder eine authentische Nachbildung einer Figur aus dem Spiel „Minecraft“ ist.

„Uns ist wichtig, das Vertrauen der Kinder in ihre Fähigkeiten zu stärken. Kinder bringen bereits viele Kompetenzen mit, auf denen wir gut aufbauen können. Es darum, Fertigkeiten und Neugier zu fördern und Impulse zu setzen. Dazu gehört genauso, mit Rückschlägen umgehen zu lernen“, erläutert Kita-Leiterin Anke Marburger. Möglich macht dieses besondere Jahr vor der Einschulung die breite Unterstützung durch die Eltern, von denen sich die meisten mindestens ebenso auf das letzte Kita-Jahr freuen wie ihre Kinder. „Viele Eltern bringen sich aktiv mit ihren Ressourcen ein – ob es Ideen für Themen, Ausflüge oder die Unterstützung bei bestimmten Projekten sind“, berichtet Schwindt. Diesen Rückhalt hat sich die Erzieherin durch die enge Einbindung der Eltern, ihre transparente Kommunikation, ihre enge Beziehung zu den Kindern und vor allem ihre Leidenschaft für die „Gänsseestern-Zeit“ erarbeitet, ist Marburger überzeugt.

Dass Schwindt sich ganz auf die künftigen Erstklässler fokussieren kann und je nach Thema zusätzliche Unterstützung von ihren Kolleg*innen aus den Gruppen erhält, macht das Jahresarbeitszeitmodell möglich. Es räumt den pädagogischen Fachkräften in den städtischen Kitas ausreichend Vorbereitungszeit für die qualitativ hochwertige Arbeit ein. Denn ergänzt wird die Projektarbeit durch weitere Aktionen. Seit Jahren gesetzt sind Besuche der Freiwilligen Feuerwehr, oder in den Heinrich-Kraft-Park, aber auch Aktionen wie Tanzen und Backen gehören dazu. Neu dazugekommen sind der Besuch im St. Vinzenz-Krankenhaus, ein Ausflug zur gläsernen Bäckerei beim Globus, das Selbstbehauptungsprogramm „Stark wie ein Löwe“, aber auch die Teddy-Ambulanz, begleitet durch das Klinikum Hanau, in der Kita.

„Die Kinder planen die Aktivitäten weitgehend selbst. Wenn sie einen Vorschlag haben, überlegen wir gemeinsam: Was braucht es dafür, wie kommen wir dorthin“, erläutert Schwindt und Anke Marburger ergänzt: „Wir ermutigen Kinder, eigenständig zu denken, Dinge zu hinterfragen, in die Tiefe zu lernen, Zusammenhänge zu erkennen und auf sich selbst zu vertrauen.“

Am Ende der Kita-Zeit stehen so 33 „Gänsseesterne“, die stolz ihre 33 Bildungspläne in ihren imaginären Schulranzen packen werden. Viel (ge)wichtiger jedoch sind die Stärken, die sie selbst entdeckt durften und die Sandy Schwindt mit vielen Fotos und liebevollen Worten dokumentiert hat, damit die Jungen und Mädchen leichtfüßig den Übergang meistern, wenn sie in wenigen Tagen offiziell verabschiedet werden. „Das ist dann auch für mich immer ein Abschied mit gemischten Gefühlen und einigen Tränchen. Denn jedes Kind nimmt einen kleinen Teil meines Herzens mit. Aber das ist meine Rolle und sie ist unglaublich schön“, schwärmt Schwindt. Denn schließlich ist der Abschied auch ein Neubeginn, wenn im August die nächsten „Gänsseesterne“ aufleuchten.

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Akribisch planten die „Gänsseesterne“ ihr Abschlussprojekt und unterstützten sich dabei gegenseitig. © Stadt Maintal

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Bei der Umsetzung des eigenen Projekts wurde gesägt, gehämmert, gemalt, gebastelt. © Stadt Maintal

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