Demnach liegt die Gründungsintensität im Bereich der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern (IHK) landesweit an vierter Stelle, nach Offenbach, Frankfurt und Wiesbaden.
Im Gründerreport 2017 der IHK leiten die Fachautoren zwar ab, dass Regionen mit einem hohen Anteil an ländlicher geprägten Gebieten üblicherweise eine niedrigere Gründungsintensität aufwiesen, also eine niedrigere Zahl an Neugründungen pro 1.000 Einwohner. Gleichzeitig würden Firmenneugründungen „in hessischen Regionen und Städtenmit guter bis sehr guter Infrastruktur“ begünstigt. Dazu zählt die IHK „flächendeckende Breitbandversorgung mit schnellem Internet, aber auch passende Gewerbeflächen, ein gut ausgebautes Straßennetz und geringe bürokratische Hemmnisse“.
„Diese Erfolgsfaktoren für junge Mutige bieten wir. Daher ist es auch kein Wunder, dass der Main-Kinzig-Kreis diesen vierten Platz hinter drei Groß- und Hochschulstädten zum wiederholten Male bestätigen kann“, kommentierte Wirtschaftsdezernent Thorsten Stolz. Er verwies am Beispiel des Breitbandausbaus darauf, dass diese guten Bedingungen „nicht vom Himmel fallen“: „Eine gute Wirtschaftspolitik setzt bei der Infrastruktur an. Hier hat der Main-Kinzig-Kreis wertvolle Arbeit geleistet, wie wir heute überdeutlich sehen. Mit dieser starken Infrastruktur, digital wie analog mit gut erschlossenen Gewerbeflächen, beflügeln wir auch den Gründergeist in der Wirtschaft“, so Stolz. Zudem biete der Kreis zahlreiche verschiedene Fortbildungen, Kontaktplattformen und Beratungen für Unternehmerinnen und Unternehmer an.
Große Zuwächse an Arbeitsplätzen verzeichnete der Main-Kinzig-Kreis im vergangenen Jahr in der Dienstleistungsbranche, dem Baugewerbe sowie dem Gastgewerbe. Diese Bereiche zählen zugleich zu den hessenweit gründungsstärksten Branchen. Aber auch die Zahl der Arbeitsplätze in den größten Wirtschaftssektoren im Kreisgebiet, dem verarbeitenden Gewerbe und dem Handel, hatte 2016 zugenommen. Insgesamt wies der Main-Kinzig-Kreis im vergangenen Jahr über 130.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze auf, so viele wie noch nie in der Geschichte des Kreises.
Die Gründungsintensität hatte 2016 hessenweit bis auf wenige Ausnahmen nachgelassen. Die IHK leitet dies, genau wie kürzlich die Organisatoren der Hessischen Gründertage, von der nach wie vor boomenden Konjunktur und der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt ab. Trotz leichter Rückgänge auch im Zuständigkeitsbereich der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern behauptet der Wirtschaftsraum Main-Kinzig deutlich seinen Vorsprung vor Darmstadt (Platz 5), genau wie vor den Regionen Kassel (Platz 8) und Fulda (Platz 10).



