"Wir brauchen eine realistische, ideologiefreie Energiepolitik"

Politik
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"In den vergangenen Wochen findet man in der lokalen Presse immer wieder Artikel über die Ablehnung der Bevölkerung zum Bau von Windkraftanlagen rund ums Kinzigta", so der Verein "Vernunftkraft Main Kinzig/Naturpark Spessart" in einer Pressemitteilung.

Und weiter: "Da wird aus Gründau berichtet, dass nach jahrelangem Streit die Gemeindeverwaltung ihren Widerstand gegen den Bau von fünf Anlagen aufgibt. Im Freigericht gründet sich eine Bürgerinitiative gegen den Bau von vier bis sechs Windindustrieanlagen. Bei Bad Soden-Salmünster und Steinau an der Straße will Hessenforst auf zwei Vorranggebieten Windindustrieanlagen bauen lassen. Auch hier wehrt sich die Bevölkerung. Die jüngst errichteten Anlagen auf dem Roßkopf bei Flörsbachtal und die acht Anlagen bei Schlüchtern-Breitenbach wurden nur unter massivem Protest der Bevölkerung in Betrieb genommen. Im hessischen Mittelgebirge gibt es kaum ein Windkraftprojekt, das im Einverständnis mit der Bevölkerung gebaut wird. Wen wundert es noch, dass politische Verbitterung die Folge ist? Mit einer Klage wollte die Gründauer Gemeindevertretung den Bau von fünf Windkraftanlagen auf dem Hammelsberg bei Breitenborn verhindern. Im Jahr 2019 hatte das Parlament die Anlagen einstimmig abgelehnt. Nach mehr als zwei Jahren wird der gerichtliche Streit mit einem Vergleich enden. Die Brachttaler Firma Renertec hat sich mit ihren Rechtsanwälten wohl durchgesetzt. Es läuft darauf hinaus, dass die Anlagen gebaut werden. Im Freigericht bildete sich die Initiative 'Gegenwind-Freigericht', welche sich gegen die mehr als 200 m hohen Anlagen im Naturpark Spessart wendet. Der Landgasthof Fernblick fürchtet um seine Existenzgrundlage. Die Freigerichter Gemeindevertreter beabsichtigen Anfang Februar eine Grundsatzentscheidung zu treffen. Zu hoffen ist, dass nicht nur finanzielle Vorteile, sondern unzerstörte Natur, Landschaftsbild, Artenschutz und die wirtschaftlichen Grundlagen von Anwohnern berücksichtigt werden. Bei Alsberg, Ortsteil von Bad Soden-Salmünster und Seidenroth, Ortsteil von Steinau an der Straße sollen zwei Windvorranggebiete mit 170 Hektar Fläche bebaut werden. Die beiden Städte im Kinzigtal sind auf der Vogelsberg- und der Spessartseite von zahlreichen Windvorrangflächen und bereits im Betrieb befindlichen Anlagen umgeben. Alle Flächen auf der Spessartseite liegen im Naturpark."

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: "Durch das Internet ermöglicht und Corona befeuert, arbeiten mehr und mehr Menschen zu Hause. Wer nur zwei Tage ins Büro fahren muss, nimmt gerne längere Anfahrzeiten in Kauf und zieht mit der Familie in ländliche Regionen. Wichtig für diese Familien sind gute Schulangebote, schnelle Internetverbindungen und eine intakte Natur. Jetzt müssen die Neubürger erfahren, dass sie sich in Windindustriegebieten niedergelassen haben. So Klagen aus dem Birsteiner, Seidenrother und Alsberger Umfeld. Die Energiewende ist durch eine Überheblichkeit von Politikern fernab der ländlichen Lebenssituation geprägt. In den großen Metropolregionen glauben sie, aber auch viele andere Menschen dort, man könne die Landregionen zu riesigen Windfarmen umgestalten und die Mitsprache der Landbevölkerung durch ein schlechtes Gewissen, sie seien gegen die Energiewende, unterdrücken. Ihr wirft man vor, 'vor der eigenen Haustür soll nichts passieren', 'Not in my backyard'. Was erbringen Politiker in Berlin, Wiesbaden und anders wo an adäquaten Opfern, wie die, die sie der Landbevölkerung abverlangen? Symptomatisch war in einer Fernsehdiskussion die Einladung eines von der Windkraft betroffenen Bürgers an eine Aktivistin aus Berlin, doch zu ihm aufs mit Windkraftanlagen übersäten Land zu ziehen. Nein, sie bleibt lieber in Berlin. Die Landbevölkerung will nicht länger dafür herhalten, dass die in den Metropolen lebenden Menschen in ihren energiepolitischen Komfortzonen bleiben können. Wir brauchen eine realistische, ideologiefreie Energiepolitik. Die funktioniert nicht nur mit erneuerbaren Energien und immer utopischeren Zielankündigungen ohne physikalisch machbare Maßnahmen. Dies einzugestehen, da wehren sich die meisten Politiker noch dagegen. Es wird noch schlimmer kommen. Strompreise und Energieeinfuhren werden noch viel mehr steigen. Um den Unmut der Bürger in Grenzen zu halten, werden die Regierungen Schuldenberge zur Finanzierung der Stromsubventionierung aufnehmen. In ein paar Jahren werden wir uns in einer Strommangelwirtschaft befinden. Es drohen uns Strom-Black-outs wegen Dunkelflauten und fehlendem Strom aus dem Ausland."


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