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Windkraftanlagen: Kosten für Rückbau doch viel höher?

Windkraftanlagen: Kosten für Rückbau doch viel höher?

Die Vereine Gegenwind Freigericht und Gegenwind Bad Orb hatten sich im Juli gemeinsam an die zuständigen Ministerien und den hessischen Rechnungshof wegen der aus ihrer Sicht viel zu niedrigen Vorgaben zu den Rückbaukosten und zur Beseitigung der Bodenversiegelungen bei Windkraftanlagen gewandt (wir berichteten). "Die Höhe der Sicherheitsleistung bemisst sich in Hessen aktuell nach der Formel 1.000 Euro pro Meter Nabenhöhe. Bezogen auf die aktuell geplanten Windkraftanlagen im Sülzert zwischen Freigericht und Alzenau sind dies circa 175.000 Euro", so die beiden Vereine.

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Nach eigenen Berechnungen kommt der Verein zu tatsächlichen Kosten ohne Berücksichtigung der Inflation von mehr als 1,3 Millionen Euro im Durchschnitt je Windrad. "Die im Folgenden aufgeführten Antwortschreiben der Ministerien und des Rechnungshofs zeigen, dass die aufgezeigten Schwachstellen bei der bestehenden Berechnungssystematik im politischen Raum angekommen sind und die kommunizierten Signale deuten in die richtige Richtung", sagen Rudi Kögler, Vorsitzender des Vereins Gegenwind Freigericht, und Heinz Josef Prehler, Vorsitzender des Vereins Gegenwind Bad Orb.

"Der hessische Rechnungshof hat sich für die Eingabe bedankt und mitgeteilt, dass er aktuell mit einer Prüfung zum Thema Windkraftanlagen und deren Rückbau befasst ist. Ergebnisse zu dieser Prüfung sollen voraussichtlich Ende des Jahres vorliegen und auf der Homepage rechnungshof.hessen.de veröffentlicht werden. Wir werden uns diese Ergebnisse sehr genau anschauen und alles daransetzen, dass im Genehmigungsverfahren realistische Kostenansätze zur Anwendung kommen", so die zweite Vorsitzende des Vereins Gegenwind Freigericht, Edith Roßbach.

Das hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat habe dem Verein mitgeteilt, dass gemeinsam mit dem Land Niedersachsen ein Gutachten beauftragt werden soll, in dem auch eine neue Berechnungsmethode erarbeitet werden soll, die zukünftige Steigerungen von Rückbaukosten mit abbilden werde. "Im Zusammenhang mit der Rückbauthematik verweist das Ministerium auch auf den im März 2023 vom Umweltbundesamt herausgegebenen Abschlussbericht 'Entwicklung eines Konzepts und Maßnahmen zur Sicherung einer guten Praxis bei Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen'. Danach ist das übergeordnete Ziel einer Berechnungsformel, die tatsächlichen Rückbaukosten möglichst treffsicher abzubilden und dabei den Aufwand für die Erhebung und Prüfung der Eingangsgrößen sowie für die Berechnung überschaubar zu halten. Zur Sicherung einer guten Rückbaupraxis, auch für moderne Windkraftanlagen, wird die Anpassung der länderspezifischen Berechnungsformeln und die Einforderung höherer Sicherheitsleistungen grundsätzlich empfohlen. Insgesamt ist nach Auffassung der Gutachter der Berechnungsansatz aus Nordrhein-Westfalen vorzugswürdig, welcher eine Rückstellungsleistung in Höhe von 6,5 Prozent der Investitionskosten vorsieht. Zur Absicherung gegen unplanbare Kosteneffekte könnte dieser Wert beispielsweise auch auf 10 Prozent angehoben werden", so die beiden Vereine.

Und weiter: "Es werden auch Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Kostensteigerungen ausgesprochen. Die Rückbaukosten fallen nach der Nutzung der WEA an und müssen daher die Rückbaukosten zum Zeitpunkt des Erreichens der Nutzungsdauer, welche im Regelfall bei 20 Jahren liegt, abdecken können. Es wird empfohlen, zukünftige Steigerungen der Rückbaukosten in einem Berechnungsansatz mit abzubilden. Um die Volatilität von Kostensteigerungen im Rückbau abzubilden, wird daher eine Kopplung des Berechnungsansatzes an entsprechende Preisindizes des statistischen Bundesamtes befürwortet. Eine Berücksichtigung des risikoaversen Berechnungsansatzes zur Absicherung gegen unplanbare Kosteneffekte würde bei den möglichen Investitionskosten von circa 100 Millionen Euro für den Windpark Sülzert zu circa 10 Millionen Euro Sicherheitsleistung zuzüglich anfallender Preissteigerungen führen. Eine Berücksichtigung dieser Größenordnung für die Rückbaukosten sollten die Gemeindevertreter bei der aktuell noch ausstehenden Wirtschaftlichkeitsberechnung des Projektierers mindestens einfordern. Nur so kann sichergestellt werden, dass den Betreibern während der Betriebsdauer keine Erträge zufließen, die am Ende der Laufzeit vollumfänglich für den Rückbau der Anlagen benötigt werden. Nur über einen adäquaten Kostenansatz sind auch die gesetzlichen Vorgaben des § 35 Absatz 5, Satz 2 aus dem Bundesbaugesetz zum Rückbau und zur Beseitigung der Bodenversiegelungen zu erfüllen."

Dipl. Ing. Klaus Kress, der als Kalkulator im internationalen Großanlagenbau für Investitionskostenermittlungen und Wirtschaftlichkeitsbewertungen verantwortlich ist, hat für den Verein Gegenwind Freigericht eine detaillierte Abschätzung der Rückbaukosten für die Windräder in der vorgesehenen Größe ermittelt und kommt im Ergebnis zu noch höheren Rückbaukosten.

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Kommentare

16
Ur-Stephan
1 jahr vor
Spätestens, wenn Amazon oder Google anfangen Strom zu verkaufen, hat sich dieser Grüne Energieschwindel sowieso erledigt.

Zitat:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Amazon-greift-auf-Atomenergie-zurueck-article25297587.html
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25
Rudi
1 jahr vor
Das Thema des Leserbriefes hat noch eine weitere Komponente.

Die Initiative würde Investionen für Windkraft gerne in den Bereich der Unwirtschaftlichkeit treiben.

Also ein toller Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels.
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20
Senior
1 jahr vor
Der Beitrag beschäftigt sich mit einem grösstenteils irrelevanten Thema.

Windkraftanlagen werden nach Ablauf des Levenszyklus in der Regel an gleicher Stelle durch neue, modernere Anlagen ersetzt.

Das Gleiche gilt jedoch nicht für Atomkraftwerke. Die geschätzten Rückbaukosten betragen in Deutschland ca. 47,5 Milliarden Euro. Stand heute.

In den dafür geschaffenen Rückbaufond sind auch staatliche Mittel eingeflossen. Also unsere Steuergelder !
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16
Hajo
1 jahr vor
Umso unsinniger war es, Kernkraftwerke in ihrem besten Alter aus ideologischen Gründen zu zerstören, obwohl sie problemlos noch Jahrzehnte hätten laufen können...
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16
Rudi
1 jahr vor
Nur doof das die Betreiber RWE, EnBW und E.ON selbst keinen Bock mehr darauf hatten die AKWs über das Jahr 2022 hinaus zu betreiben. Das Ausstiegsfenster war ja lang evorher schon von der Merkel Regierung definert .

Die Betreiber konzentrieren sich jetzt auf die Erneuerbaren weil Atomstrom die teuerste Technologie ist um Strom zu erzeugen. Der Markt hat's geregelt.
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16
Proximo
1 jahr vor
Zitat:
Der Markt hat's geregelt.
Man kann ja zu den Erneuerbaren, bzw. zum Atomstehen wie man will, aber dieses Aussage sehe ich als mehr als grenzwertig an. Es gibt wohl wenige Themen, bei denen der Staat so sehr eingreift und versucht zu regulieren wie beim Thema Strom. Mit einem normalen Markt hat das nix mehr zu tun.
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15
Ur-Stephan
1 jahr vor
zitiere Rudi:
Die Betreiber konzentrieren sich jetzt auf die Erneuerbaren weil Atomstrom die teuerste Technologie ist um Strom zu erzeugen. Der Markt hat's geregelt.


Wie kommt man auf so eine Aussage?
Wer erzählt denn so etwas? ARD ?

Zitat:
https://www.welt.de/wirtschaft/article250712604/Energie-Europas-grosse-Rueckkehr-zur-Atomkraft.html
Zitat:
Auf dem Weltgipfel zur Atomenergie sagten sich 32 Mitgliedstaaten Unterstützung beim Kernkraft-Ausbau zu.
Zitat:
Denn in der „Brüsseler Deklaration“ versprachen sich die Delegationen europäischer, amerikanischer, afrikanischer und asiatischer Staaten gegenseitig Unterstützung beim Ausbau der Atomkraft. Man verwies auf das bereits in Dubai verabredete Ziel, die Nutzung der Kernenergie bis 2050 zu verdreifachen. Den ganzen Nachmittag über tauschten sich die Delegationen vor allem über Finanzierungsfragen aus, es ging nicht mehr um das „Ob“, es ging nur noch um das „Wie“.
oder hier...

Zitat:
https://world-nuclear.org/information-library/current-and-future-generation/nuclear-power-in-the-world-today
Setzt natürlich voraus, dass man sich nicht nur deutsche Propaganda News durchliest und man Englisch versteht.

Besonders das Kapitel "World overview" mit der Spalte "REACTORS PLANNED" ist ziemlich interessant.

Schlappe 88 Reaktoren weltweit.
Und nicht gerade wenig um Deutschland rum.
Das sind halt Nachrichten, die man in Deutschland auf Deutsch nur schwer findet und auch nicht im TV gesagt bekommt.

Keine Sau interessiert sich für die "Deutsche Vorreiter rolle" in der Grünen Energiewende!
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16
Rudi
1 jahr vor
Viel heisse Luft um nichts von der Atomlobby Gestoppte Projekte wegen Finanzierungsproblemen und viel zu langen Bauzeiten. Nuklearfirmen sind finziell am Ende.

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/atomgipfel-bruessel-100.html#:~:text=Insgesamt%20zw%C3%B6lf%20der%2027%20EU,Jahren%20sechs%20Anlagen%20bauen%20will.
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19
Ur-Stephan
1 jahr vor
zitiere Rudi:
Viel heisse Luft um nichts von der Atomlobby Gestoppte Projekte wegen Finanzierungsproblemen und viel zu langen Bauzeiten. Nuklearfirmen sind finziell am Ende.


Wie kommt man zu so einer Aussage?
Weil die Tagesschau schreibt, dass 12 von 27 EU Ländern AKS betreiben?

Die Welt besteht aus mehr als der EU und ihren 27 Ländern.
Zwischen 193 und 207 Länder gibt es.
Davon sind 88 Länder an Kernkraft interessiert und haben welche geplant.

Das ist fast die Hälfte der Länder.
Dazu kommen die Länder, deren Technologie & Infrastruktur keine Kernkraft zulässt.

Und zwischendrin, ein Land, dass sich Deutschland nennt und Vorreiter für eine Zufallsenergie sein möchte.

Auf dem Kongress konnte man ganz klar sehen, dass sich kein Schwein für Deutschlands Blödsinn interessiert.

Am Ende ist da nichts, außer der Grünen Ideologie.
Selbst Weltkonzerne wie Amazon und Google setzen auf Kernenergie.

Unbegreiflich, wie man irgendwelches Geschwätz der Tagesschau als Indikator für Weltgeschehen akzeptieren kann.
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16
Senior
1 jahr vor
Die Hetze gegen die Öffentlich Rechtlichen zieht hier nicht. Das ist immer das allerletzte Totschlagsargunent der AFD wenn die Fakten ausgehen.

Es gibt noch weitere, wirtschaftnahe Quellen die die Träume der Atomindustrie in ihrem Wolkenkukusheim beschreiben.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Atomkapazitaeten-verdreifachen-Es-geht-nicht-sagt-WNISR-Herausgeber-Mycle-Schneider-im-Klima-Labor-article24614102.html
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15
Ur-Stephan
1 jahr vor
Diese einseitige Argumentation ist wirklich schrecklich!

Wenn sie kein Englisch verstehen, nutzen sie Google oder einen anderen Übersetzer,
aber hören sie um Himmels willen auf, sich auf deutsche Medien zu berufen!

Schauen Sie einfach mal über den Tellerrand.

Zitat:

https://world-nuclear.org/information-library/current-and-future-generation/plans-for-new-reactors-worldwide
Zitat:

About 60 reactors are under construction across the world. A further 110 are planned.

Most reactors under construction or planned are in Asia.

New plants coming online in recent years have largely been balanced by old plants being retired. Over the past 20 years, 107 reactors were retired as 100 started operation.
Zitat:
https://en.wikipedia.org/wiki/2024_Kazakh_nuclear_power_referendum
Zitat:
A referendum on the construction of the first nuclear power plant in Kazakhstan took place on 6 October 2024.This initiative is aimed to reduce fossil fuel reliance, curb greenhouse gas emissions, and bolster national electricity generation in light of frequent power outages in recent years...
Und noch ganz viele weitere Nachrichten und Quellen im Internet.
INTERNATIONAL!

Und wenn sie kein Englisch können und Google nicht bedienen können, bitten sie jemand um Hilfe,
aber hören sie auf hier solch einen Quatsch zu verbreiten und den leuten irgend welche Märchen zu erzählen!
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14
Ur-Stephan
1 jahr vor
btw.. die Artikel und Informationen sind vom Oktober/September 2024!!

Ganz Aktuell!
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0
Ur-Stephan
1 jahr vor
Sachen gibts, die gibts gar nicht....

Zitat:
https://www.n-tv.de/politik/Schweden-genehmigt-Endlager-fuer-12-000-Tonnen-Atommuell-article25313506.html
Wirklich verwunderlich, da doch die ganze Welt die Deutsche Zufallsenergie haben möchte.
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