Wie der CDU-Landtagsabgeordnete und Sprecher für berufliche Bildung der CDU-Landtagsfraktion, Hugo Klein (Freigericht) hierzu mitteilte, sei im vergangenen Jahr u.a. die Zahl der Auszubildenden in Hessen um 1,7 Prozent auf 94.000 gesunken und es konnten auch nicht alle Stellen besetzt werden. Gleichzeitig sei die Zahl junger Flüchtlinge, welche die Sprachförderklassen an Beruflichen Schulen des Programms „InteA“ (Integration durch Anschluss und Abschluss) verlassen, gewachsen.
Resümierend könne daher festgestellt werden, dass die Verbindung von beruflicher Praxis und theoretischer Ausbildung das zentrale Erfolgsgeheimnis der dualen Berufsausbildung in Deutschland sei, denn nur so können wir die in vielen Branchen bereits heute dringend benötigten Facharbeits-kräfte gewinnen, betonte Klein. Das sei überdies auch Voraussetzung für die Herstellung innovativer Produkte auf Weltmarktniveau und somit das solide Fundament für den Wirtschaftsstandort Deutsch-land. Die Partner im „Bündnis Ausbildung“ sind sich dieser Verantwortung bewusst und lassen die gemeinsame Arbeit zu einem großen Erfolg im Interesse der jungen Menschen werden. Diese Arbeit ist auch mit Blick auf die Herausforderungen, vor denen der Ausbildungsmarkt nicht nur in Hessen steht, unverzichtbar. Es ist daher sehr erfreulich, dass es der hessischen Wirtschaft im vergangenen Jahr durch die gute konjunkturelle Lage und die Ausbildungsbereitschaft vieler Betriebe und Unternehmen gelungen ist, 5,5 Prozent mehr Ausbildungsplätze als 2015 anzubieten.
Dem „Bündnis Ausbildung Hessen“, das 2015 ins Leben gerufen wurde, gehören folgende Bündnispartner an. Neben dem Land Hessen sind dies die Regionaldirektion Hessen der Agentur für Arbeit, die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände, die hessischen Handwerks- sowie die Industrie- und Handelskammern, der Verband Freier Berufe in Hessen, der Deutsche Gewerk-schaftsbund Hessen-Thüringen, der Hessische Landkreistag, der Hessische Städtetag und der Hessische Städte- und Gemeindebund.
Land Hessen fördert Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung
Als eine von einer Vielzahl von vereinbarten Maßnahmen habe die Landesregierung zudem den Hochschulzugang weiter geöffnet, denn die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung sei in Hessen kein Gegenstand nur für Sonntagsreden, stellte Klein fest: Regulär bestehe bereits seit 2005 in Hessen die Möglichkeit, mit einem Meisterbrief auch zu studieren. Mit dem Hessischen Hochschulgesetz wurde im Jahre 2015 den Hochschulen ermöglicht, über Modellversuche den Hochschulzugang auf Gesellen auszuweiten, die einen guten Abschluss gemacht haben. Auf diese Weise konnten zum Wintersemester 2016/17 erstmals 80 junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung, auch ohne Berufserfahrung und Abitur, in 37 Studiengängen ein Studium aufnehmen. Damit leisten wir einen Beitrag dazu, Hürden zwischen den einzelnen Bildungswegen abzubauen und zu verdeutlichen, dass die Berufsausbildung der Start und nicht der Endpunkt von Beruf und Weiterqualifikation ist.
Wie der CDU-Bildungspolitiker selbstbewusst ergänzend anmerkte, „haben wir auch an anderer Stelle unsere Hausaufgaben gemacht“. Als Schritt zur Verbesserung des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung habe die Landesregierung die zweistufige ‚Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung‘ (BÜA) entwickelt. Dieses Konzept solle ab dem Schuljahr 2017/2018 an 15 Standorten erprobt werden. Ziel sei es, die Jugendlichen bereits nach einem Jahr für den Übergang in eine duale Ausbildung zu qualifizieren. Dadurch werde wertvolle Zeit für die Ausbildung gewonnen und die Jugendlichen verbringen weniger Zeit in Warteschleifen. Der Schulversuch fasse hierfür die Schülerinnen und Schüler der bisherigen Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, der zweijährigen Berufsfachschule und der einjährigen höheren Berufsfachschule zusammen.
Die Integration der Menschen, die aus den unterschiedlichen Regionen und Kulturen der Welt zu uns kommen, sei ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit Hessens. Die Chancen für ihr Gelingen steigen, so Klein, wenn wir jetzt langfristig die richtigen Weichen stellen, insbesondere in der Arbeits-marktpolitik. Die jungen Flüchtlinge verlassen nun nach und nach die Sprachförderung und es stelle sich die Frage der beruflichen Qualifikation. Daher sei es weiterhin richtig, dass im Rahmen des Programmes „Wirtschaft integriert“, unter anderem Unternehmen, die einen Ausbildungsvertrag mit einem jungen Erwachsenen unter 27 Jahre mit Sprachförderungsbedarf schließen, hierfür eine Ausbildungsplatzförderung erhalten. Auch die Bemühungen, das ‚Deutsche Sprachdiplom I Pro (DSD I Pro)‘ als Nachweis für Sprachkenntnisse zu etablieren, weisen in die richtige Richtung.
Mit Blick auf die Fachkräftesicherung und die Entwicklung der offenen Ausbildungsstellen werde es daher weiterhin wichtig sein, den Jugendlichen bereits früh die breite Vielfalt der Ausbildungsberufe darzustellen. Nur so könne der Fachkräftebedarf der hessischen Wirtschaft auch zukünftig breit abgesichert werden. Dabei werden nur Unternehmen, die eine qualitativ gute Ausbildung bieten, in Zukunft aus einer Vielzahl von geeigneten Bewerbern auswählen können, erklärte Hugo Klein abschließend.



