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Heimatmedaille für Monika Ruppel, Ulrich Berting und Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim

Heimatmedaille für Monika Ruppel, Ulrich Berting und Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim
Von links: Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck (Hanau), Gerhard Jäger, Brigitte Bös, Detlef Hellmann, (beide Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim), Ulrich Berting, Bürgermeister Wolfram Zimmer (Brachttal), Monika Ruppel (Bad Soden-Salmünster), Erste Stadträtin Birgit Enders-Jacob (Bad Soden-Salmünster), Landrat Thorsten Stolz und Christine Raedler (Leiterin des Zentrums für Regionalgeschichte).

Für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Heimatpflege und Geschichtsforschung zeichnete Landrat Thorsten Stolz (SPD) während einer Feierstunde Monika Ruppel (Bad Soden-Salmünster), Ulrich Berting (Brachttal) und den Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim e.V. mit der Heimatmedaille des Main-Kinzig-Kreises aus. Ein weiterer Preisträger ist der Architekt Lothar Gerstner (Bruchköbel), der an dem Abend verhindert war und zu einem späteren Zeitpunkt für sein großes Engagement im Denkmalbeirat des Main-Kinzig-Kreises gewürdigt wird.

Er hat außerdem den örtlichen Geschichtsverein bei einer Dauerausstellung über die Altstadt Bruchköbels unterstützt, deren Gesicht er mitprägte. Die Ehrenmedaille wurde zum 37. Mal verliehen.

Für Landrat Thorsten Stolz ist es eine besondere Auszeichnung, denn: „Menschen, die sich um die Geschichtsaufarbeitung ihrer Heimat bemühen, übernehmen eine ganz besondere Verantwortung dafür, dass Geschehnisse und Persönlichkeiten, die bedeutsam waren, nicht in Vergessenheit geraten. Dabei durchdringen unsere Heimatforscherinnen und Heimatforscher die Geschichte der Region, in der sie leben und machen ganz unterschiedliche Aspekte sichtbar und damit auch begreifbar“, führte der Landrat aus und bezog sich dabei auf ein Zitat des berühmten Märchensammlers, Sprach- und Literaturwissenschaftlers Jacob Grimm, von dem das Zitat stammt: „Wer seine Heimat liebt, muss sie auch verstehen; wer sie aber verstehen will, muss überall in ihre Geschichte zu dringen suchen.“

Alle Geehrten hätten eines gemeinsam: jahrelanges, kontinuierliches Engagement für eine lebendige Erinnerungskultur. „Dieses geschichtliche Wissen aufzudecken und zu bewahren ist ein großer Schatz und wir verdanken es den sehr engagierten Heimatforschern und Heimatforscherinnen, dass diese Schätze gehoben und für die Nachwelt erhalten bleiben. Für diese große Liebe zur Heimat und zur Geschichte dieser Heimat möchte ich mich allen Preisträgerinnen und Preisträgern bedanken, sie leisten Großartiges“, stellte Thorsten Stolz fest.

Monika Ruppel setzt sich seit vielen Jahren unermüdlich für ihren Verein, den Heimat- und Geschichtsverein Bad Soden-Salmünster ein und war über Jahrzehnte Vorstandsmitglied und steht dem Verein auch jetzt noch mit Rat und Tat zur Seite. Sie übernahm 1990 die Geschäftsstelle des Verkehrsvereins Bad Soden und hatte so bis zur Pensionierung sehr guten Zugang zur Geschichte des Sodener Bades. Dadurch konnte sie wichtige geschichtliche Exponate vor der Vernichtung retten. Zum Jubiläum „700 Jahre Stadtrechte Bad Soden“ war sie von Anfang an im Jubiläumsgremium an vorderer Front vertreten. Zudem übernahm sie die Leitung der 1991 von Marianne Sperzel gegründeten „Nähstube Historischer Kostüme“, die bis zum Jubiläum im Jahr 1996 über 700 historische Gewänder verfügte und auch Kostüme verlieh. Hierfür brachte sie viel Liebe und Zeit ein. Stadtführungen waren seit 1994 ihr großes Hobby, zum Teil historisch gewandet. Die Anerkennung der Gäste waren ihr stets gewiss. 1997 stellte der Hessische Rundfunk die Historische Nähstube des Vereins vor. Es kam zum regen Kontakt mit den Moderatoren Michaele Scherenberg und Karl-Heinz Stier, der dazu führte, dass die „Nähstube“ sieben Jahre lang mit historischen Modenschauen bei den Hessentags-Eröffnungen im hr-Fernsehen mitwirkte – unter Monika Ruppels Leitung. Auf Grund ihrer Expertise hatte sie die Sendung „Marktplatz“ im Jubiläumsjahr ebenfalls nach Bad Soden geholt.  Monika Ruppel war über Jahre stark in die Organisation des Stadtfestes Bad Soden, des Weihnachtsmarktes, der Schlossfeste sowie bei der Sanierung von Denkmälern eingebunden.

Ulrich Berting forscht mit großem Interesse an der Fabrikation der Waechtersbacher Keramik – vor allem des sogenannten „Waechtersbacher Jugendstils“. Das 1832 begründete Label erlangte einst Weltruhm. 2011 musste die Fabrikation auf Grund der wirtschaftlichen Situation eingestellt werden. Der örtliche Geschichtsverein bewahrt einen Großteil historischer Keramiken der Produktion auf, darunter Objekte aus der „Kunstabteilung“. Ulrich Berting ist seit 2006 Mitglied im Museums- und Geschichtsverein Brachttal und seit 2007 stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Im Rahmen des Vereins zeigte sich Ulrich Berting verantwortlich für die Konzeption der Ausstellung „Figuren und Figürliches“ der Wächtersbacher Keramik und erstellte dazu einen erfolgreichen Katalog. Weitere Ausstellungen wurden von ihm kuratiert und als Kataloge publiziert. Ein wichtiger Teil seiner Arbeit ist die Zusammenstellung der Ausstellungen sowie Erfassung, Vermessung, zeitliche Zuordnung und Beschreibung der verschiedenen Keramiken. Außerdem kümmerte sich Berting darum, dass die aus den 1930er Jahren stammende „Küche Gerta“ aus der Produktion der Neuschmittener Möbelfabrik im Brachttal-Museum gezeigt werden kann – sie ist das Herzstück der Ausstellung. Heimatbezogen ließ Ulrich Berting die Schlierbacher Schulchronik für den Verein restaurieren, damit deren Inhalte nicht vergessen werden. Die „Krone“ aller besonderen Anschaffungen seinerseits ist die Künstlermappe mit Originalzeichnungen der Jugendstil-Ikone „Christian Neureuther“. So hat Ulrich Berting sich in besonderer Weise für den Museums- und Geschichtsverein Brachttal eingebracht und damit die Erinnerungskultur von Brachttal gefördert.

Der 1986 gegründete Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim unterhält seit 2019 sehr erfolgreich das Museum im RadWerk Klein-Auheim als „Kulturstätte am Main“. Ein Tätigkeitsfeld des Vereins ist das Sammeln, Bewahren und Präsentieren der Heimatgeschichte von Klein-Auheim. Um das Ortsgedächtnis zu sichern, wird heimatkundliches Material, Gegenstände aus der Industriegeschichte, Kunstwerke, Drucksachen, Schriften, Fotografien, Tondokumente und volkskundliches Material gesammelt, archiviert und bearbeitet. Darüber hinaus lässt der Verein Zeitzeugen zu Wort kommen, nimmt deren Beiträge auf und bringt sie zu Papier, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Aus den Sammlungsbeständen konzipierte die Historikerin Dr. Victoria Asschenfeldt die Ausstellung zur Heimat- und Industriegeschichte des Vereins. Zudem besteht im Museum die weltgrößte Sammlung von Fahrrädern und Mopeds der Firma Bauer, die in Klein-Auheim produzierte. Der Verein bietet Sonderausstellungen und Aktionen für alle Altersgruppen an - multimedial unterstützt. Neben dem Vereinsvorsitzenden Dirk Hansen ist der stellvertretende Vorsitzende Detlef Hellmann einer der „Motoren“ des Museums RadWerk. Er ist seit 2018 Vereinsmitglied in Funktion „Projektleitung Museum“. Auch die Kooperation mit Schulen wird organisiert: z.B. Gymnasiasten arbeiten im Museum zu historischen Themen oder Schulklassen sind vor Ostern zu einem Osterprogramm im Museum. Der Verein bietet auch mit „Tour durch die Zeiten“ eine Fahrradtour zu historischen Punkten in Klein-Auheim und rund um die Fasanerie an.

Glückwünsche und persönliche Worte der Anerkennung übermittelten die Hanauer Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, Erste Stadträtin Birgit Enders-Jacob (Bad Soden-Salmünster) sowie Bürgermeister Wolfram Zimmer (Brachttal). Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet von Kurt Racky (Gesang, Drehleier, Organistrum und Shrutibox), der das Musikinstrumentenmuseum in Lißberg/Ortenberg leitet.  

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Von links: Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck (Hanau), Gerhard Jäger, Brigitte Bös, Detlef Hellmann, (beide Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim), Ulrich Berting, Bürgermeister Wolfram Zimmer (Brachttal), Monika Ruppel (Bad Soden-Salmünster), Erste Stadträtin Birgit Enders-Jacob (Bad Soden-Salmünster), Landrat Thorsten Stolz und Christine Raedler (Leiterin des Zentrums für Regionalgeschichte).

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