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"Made in Main-Kinzig-Kreis" so altbacken wie "Made in Germany"

"Made in Main-Kinzig-Kreis" so altbacken wie "Made in Germany"

„Die Schließung des Putzmeister Werkes in Gründau ist die lauteste vieler Alarmglocken, die man sehr ernst nehmen sollte“, mahnt der ehemalige Wirtschaftsdezernent und heutige ehrenamtliche Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises, Dr. Ralf-Rainer Piesold (FDP). Die Entlassung von 280 Mitarbeitern zeige, dass der Wirtschaftsstandort Main-Kinzig-Kreis an Attraktivität verliert, was auch an einem mangelhaften Standortmarketing liege. Der finanzpolitische Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion Kolja Saß, ergänzt: „Wenn die Wirtschaft wegbricht, brechen auch die Steuereinnahmen weg. Am Ende werden die Kreisumlage und die kommunalen Steuern weiter erhöht und die ganze Sache wird noch unattraktiver. Ein Teufelskreis.“

„Schon vor Jahren hatte die FDP daher eine Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung gefordert. Damals sei aber Wirtschaftsförderung ein Modell Erich Pipas gewesen, der als Landrat Wirtschaftsförderung konsequent betrieben hat. Dies fehlt nun. Daher fällt die damals nicht vorgenommene Umstrukturierung heute noch deutlich stärker ins Gewicht“, erklärt Dr. Piesold. „Die Wirtschaftsförderung im Main-Kinzig-Kreis ist in ihrer Form als Amt schlicht falsch aufgestellt. 2006 hatte ich bei meinem Amtsantritt als Wirtschaftsdezernent in Hanau ähnliche Strukturen vorgefunden. Diese sind schwerfällig und ineffizient gewesen. Durch die Umstellung auf eine GmbH und die Anstellung einer Wirtschaftsförderin aus der Industrie haben wir in Hanau sehr gute Erfolge erzielen können. Die damals entwickelten Konzepte hat die Stadt Hanau noch Jahre später gut vermarktet und die Wirtschaft gefördert“, erinnert Dr. Piesold.

Für Dr. Piesold sprechen auch im Main-Kinzig-Kreis gute Gründe dafür, die Wirtschaftsförderung in einer GmbH zu strukturieren. In einer GmbH wäre eine flexible und leistungsorientierte Bezahlung der Mitarbeiter möglich. Ebenso könnten klare Wirtschafts- und Leistungspläne erstellt sowie Zielvereinbarungen vereinbart werden. Außerdem habe man einen Aufsichtsrat, in dem Vertreter der Stakeholder tätig seien. „Die Umsetzung ist aber auch damals in Hanau auf Widerstand gestoßen und man hat stark argumentieren müssen, damit man sich in Hanau von der Ämterlösung verabschieden konnte“, erinnert sich Dr. Piesold.

„Im Main-Kinzig-Kreis ist man diesen Weg leider nicht gegangen“, berichtet Kolja Saß: „Im Kreis hat man zwar das Budget für die Wirtschaftsförderung in den vergangenen Jahren auf über 2 Millionen Euro erhöht, aber die Auswirkungen sind leider schwach geblieben. Weder auf der ExpoReal noch bei anderen Vermarktungsgelegenheiten mit landes- bzw. bundesweiter Relevanz war der Main-Kinzig-Kreis vertreten. Eine Konzeption, wie sie beispielweise zur Ansiedlung von Rechenzentren erforderlich gewesen wäre, wurde gar nicht entwickelt. Nun ergibt sich jedoch eine Chance für den Main-Kinzig-Kreis, die dringend genutzt werden sollte. Sowohl der Wirtschaftsdezernent als auch der Wirtschaftsförderer gehen in Ruhestand und der neu designierte und noch unerfahrene Wirtschaftsdezernent Jannik Marquart muss entsprechend ohnehin eine Umstellung vorantreiben. Diesen erheblichen Umbruch könnte man für die wichtige Neuorientierung nutzen."

Dass die Verantwortlichen von CDU und SPD im Kreis diese aus ihrer Sicht Chance nutzen, bezweifeln die beiden Liberalen jedoch: "Da der CDU-Politiker Marquart sich zu der Materie bisher kaum geäußert hat, muss man leider davon ausgehen, dass eine dringend nötige Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung nicht auf der Prioritätenliste steht." Für den passionierten Wirtschaftsliberalen Dr. Piesold ist die Zielrichtung jedoch klar: „Nur in einer konsequenten Neuorientierung liege eine Chance für den Main-Kinzig-Kreis. 'Made in Main-Kinzig-Kreis' ist so altbacken wie 'Made in Germany'. Der Ausbau der Hochtechnologie, Förderung der Bildungs- und Forschungsausrichtung und Unterstützung von Starts-Ups wären jetzt gefragt, um die Abwanderung von Arbeitsplätzen zu kompensieren“, machen die beiden Freien Demokraten ihre Vision abschließend deutlich.

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Kommentare

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Georg
2 jahre vor
Die Bürger sollten sich, nach meiner Meinung, in Bürgergenossenschaften zusammen schließen.
Immerhin sind es ja auch die Bürger die allerlei Verfehlungen zu tragen haben, da ist es ein wichtiger Schritt klare Zeichen der Unabhängigkeit zu setzen.
Politik ist ja schön und wichtig, aber die Vergangenheit zeigt doch bis in die Gegenwart hinein, das zu viele Köche den Brei verderben.
Die Bürger müssen gegensteuern und zeigen das sie nicht abhängig davon sind das irgendwer auf politischer Ebene mal einen Lichtblick hat.
Auch Bürgergenossenschaften können als GmbH tätig werden und Gewinne generieren, wobei dann das Geld ohne Umwege direkt den beteiligten Bürgern zugute kommt.
Der Griff in die Taschen der Bürger, als 1. Mittel der Wahl, muss ein Ende haben und die Preisspirale muss gedreht werden damit sie wieder nach unten zeigt.
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Prof. ad. Wilfried W
2 jahre vor
In Anlehnung zu meinem Kommentar zur Stellenausschreibung
"Spessart":

>Die beste Organisationsform nützt nichts, wenn man den Inhalt
( = Marketing) nicht versteht.

Die Bürger-/innen werden es gemäß "Government-funded-
Strategie" immer stärker merken -
bis zur Zielvorgabe des WEF, Herrn K. Schwab (Zitat):

"Du wirst arm sein - aber glücklich."

Und dann?
Dann beantragt die BRD Entwicklungshilfe bei den Vereinten
Nationen (ein Programm gibt es bereits: Agenda 2030 mit
17 Zielen "SDG").
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Ur-Stephan
2 jahre vor
Warum nur schießen die Lagerhallen und Kontraktlogistik überall aus dem Boden.

Made in Germany ist mittlerweile eine Lachnummer im Ausland, und es wird immer mehr importiert.

Politische Preistreiber haben ihr Ziel fast erreicht.
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