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Main-Kinzig-Kliniken: Qualität in Gefahr?

Main-Kinzig-Kliniken: Qualität in Gefahr?

Mit diesen Zahlen lässt es sich gut Druck machen: Landrat und Aufsichtsratschef Erich Pipa präsentierte gemeinsam mit Geschäftsführer Dieter Bartsch erneut eine positive Bilanz für die Main-Kinzig-Kliniken, beide sehen diese „schwarze Zahlen“ allerdings durch eine geplante Gesetzesänderung gefährdet. Deshalb will Pipa jetzt alle 46 hessischen Bundestagsabgeordneten per Brief auffordern, gegen das neue Krankenhausstrukturgesetz zu stimmen.

bartschpipa„Krankenhaus-Reform? SO NICHT!“, lautet das Motto der Kampagne, unter dem am 23. September vor den Krankenhäusern in Gelnhausen und Schlüchtern sogar Demonstrationen stattfinden sollen. Protestiert wird für eine bessere finanzielle Ausstattung der Kliniken und ganz konkret unter anderem gegen die Streichung eines Versorgungszuschlages, wodurch laut Bartsch trotz des geplanten Pflegeförderprogrammes ein finanzieller Verlust entstehe. „Rechnen wir das Geld, das wir eventuell durch das Pflegeförderprogramm erhalten. auf Pflegestellen um, würden wir danach etwa acht Pflegekräfte zusätzlich einstellen können – für Gelnhausen und Schlüchtern zusammen. Zugleich sieht das Gesetz aber vor, dass der Versorgungszuschlag, den die Kliniken aktuell erhalten, künftig gestrichen wird. Und rechnen wir nun das Geld, das uns dadurch fehlt, auf Pflegestellen um, müssten wir dann 14 Pflegekräfte entlassen“, so der Klinik-Chef, der sich ausdrücklich nicht gegen die ebenfalls durch das Gesetz angestrebte Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung ausspricht. Seine Bedingung: „Wir brauchen eine faire Finanzierung.“

Als absehbare Folgen des Krankenhausstrukturgesetzes benannte der Aufsichtsratschef Pipa einerseits eine durch die Preisreduzierung verursachte Verringerung der Mitarbeiter und somit eine Gefährdung der Qualität. Zum anderen würde die deutlich zu niedrige Investitionsförderung Modernisierungen und Innovationen in der Infrastruktur der deutschen Krankenhäuser verhindern. „Wer mehr Qualität, mehr Patientenorientierung, bessere Arbeitsbedingungen und Versorgungssicherheit haben will, muss die dafür erforderlichen Ressourcen bereitstellen“, lautete Pipas Fazit, der dies jetzt auch den hessischen Bundestagsabgeordneten so mitteilen will. Zudem haben Mitarbeiter der Krankenhäuser in Gelnhausen und Schlüchtern ein Video gedreht, mit dem sie ebenfalls auf die schlechte finanzielle Ausstattung aufmerksam machen und das unter anderem auf der Facebook-Seite der Main-Kinzig-Klinken zu sehen ist.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat das kreiseigene Unternehmen das Jahr 2014 mit einem Überschuss von 869.000 Euro beendet (2013: 42.000 Euro). Der Umsatz wurde dabei von 119,5 Millionen Euro in 2013 auf 121,6 Millionen Euro gesteigert. Für den höheren Gewinn ist laut Bartsch vor allem ein Anstieg der Patientenzahlen im stationären Bereich um 500 auf 31.600 verantwortlich. Ambulant wurden in Klinik und Facharztzentrum in 2014 insgesamt 103.000 Menschen (2013: 103.600) versorgt. Die Zahl der Mitarbeiter fiel in beiden Häusern zusammen von 2.020 auf 2.007. In Gelnhausen arbeiteten demnach am Ende des vergangenen Jahres 1.442 Menschen (2013: 1.474) und in Schlüchtern 565 (2013: 546). Die Anzahl der Ärzte blieb in Gelnhausen mit 181 (185) und Schlüchtern mit 69 (67) relativ konstant. Mit 1449 Geburten (2013: 1504) belegten die Main-Kinzig-Kliniken im vergangenen Jahr Platz neun unter den hessischen Geburtskliniken.

Bei einem Rückblick in das vergangenen Jahr hob Pipa vor allem drei Themen hervor: Die Planungen rund um die großen Bauprojekte, die Etablierung einer Tumorkonferenz in Gelnhausen sowie die Einrichtung der sogenannten Multimodalen Stationären Schmerztherapie. „Alle drei Bereiche sind wichtige Bausteine, um unsere Bürger auch zukünftig optimal und wohnortnah versorgen zu können“, so der Landrat. Zugleich seien die drei Entwicklungen beste Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung der strategischen Planungen. Denn unter dem Titel „Gesunde Kliniken 2020“ stellten die Main-Kinzig-Kliniken im vergangenen Jahr drei Ziele in den Mittelpunkt ihrer strategischen Aktivitäten: Modernisierungen und bauliche Erweiterungen, das Thema Fachkräftegewinnung sowie eine gute Angebotserweiterung, um den Menschen die qualitativ bestmögliche Versorgung vor Ort bieten zu können. Bartsch abschließend: „Das gute wirtschaftliche Ergebnis zeigt, dass wir in 2014 in die richtige Richtung gelaufen sind und diesen Weg auch weiter verfolgen.“

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