Die CDU selbst verfolge zwei Kernanliegen: Sie wolle, dass in den Gesprächen mit den Partnern in den regionalen Gesellschaften nicht weiteres Porzellan zerschlagen werde und dass der Kreis im zuständigen Fachausschuss des Kreistages eine eigene Position für ein zukünftiges regionales Engagement entwickele. „Warum man auf diese Forderungen so giftig reagiert, ist mir schleierhaft“, meint Reul. Ganz offensichtlich verfolge die Koalition aber das Ziel, jeden Vorschlag der Opposition mit der üblichen Krawall-Rhetorik zu beantworten. „Ich glaube nicht, dass die Menschen das lesen wollen“, so Reul weiter.
In der Sache sieht auch Reuls Kreistagskollege Heiko Kasseckert CDU und SPD gar nicht so weit auseinander. „Sowohl die Koalition als auch die CDU haben geäußert, dass die regionalen Strukturen überprüft werden müssen, um etwaige Überschneidungen festzustellen. Die CDU stehe zum Beschluss der Überprüfung und der fristwahrenden Kündigung und begrüßt die Ankündigung, dass sich der Kreis finanziell nicht aus der Region zurückziehen will. Damit ist aber das Problem noch nicht gelöst. Es geht darum, dass sich der Kreistag eine eigene Meinung bildet und eine Vorstellung entwickelt, wie die organisatorische Zusammenarbeit in Zukunft gestaltet werden soll“, erläutert Kasseckert, ehemaliger Direktor des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain. Er appelliert an die Beteiligten, sich mehr mit Inhalt und weniger mit Polemik zu beschäftigen. „Vielleicht sollte man einfach mal die Kritik gelten lassen, dass es im Umgang von Gesellschaftern untereinander sicher nicht zum guten Ton gehört, ohne Ankündigung und Erklärung eine Kündigung vor Jahresfrist auf den Tisch zu legen.“ Wäre dies geschehen, hätten sich die Partner wohl kaum so überrascht und enttäuscht geäußert. „Dieses ruppige Vorgehen, das werden selbst die Fraktionsvorsitzender der Koalition einräumen müssen, war nicht Gegenstand des Beschlusses.“ Es werde damit unnötig das Vertrauen und die Konstruktivität belastet.
Die CDU sieht gleichwohl für die Zukunft eine wie auch immer definierte regionale Zusammenarbeit im Wirtschafts- oder Tourismusbereich. Reul ist daher froh, dass die Partner außerhalb des Main-Kinzig-Kreises noch an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sind. Wichtig sei es nun auch, dass die Kommunen aus dem Kreis, die von der Kündigung diverser Mitgliedschaften in den regionalen Gesellschaften ebenfalls überrascht wurden, in die Überlegungen des Kreises einbezogen würden. „Der Main-Kinzig-Kreis muss mit einer Stimme sprechen, um die regionalen Strukturen zu optimieren. Die CDU bietet hier auch in Zukunft gerne ihre Zusammenarbeit an“, so Reul und Kasseckert abschließend.



