"In den nächsten fünf Jahren ziehen sich ca. 840.000 Betriebsinhaber/Geschäftsführer aus dem aktiven Berufsleben zurück und machen Platz für Nachfolger, ob vorhanden oder nicht", so der Kreisvorsitzende der MIT Volker Rode. Das entspricht einem ungefähren Anteil von ca. 20% aller mittelständigen Unternehmen in Deutschland.
Mehr als 100.000 Betriebe haben noch keinen potenziellen Nachfolger gefunden, was zur Folge hat, dass diese Betriebe in den nächsten Jahren nicht weiterentwickelt werden und ihre Wettbewerbsfähigkeit in Frage gestellt wird. Somit wird es mittelfristig zum Verlust von wohnortnahen Arbeitsplätzen kommen, so Volker Rode der auch Mitglied im Bundesvorstand der MIT Deutschland ist. In der Regel dauert eine Betriebsübergabe mit allen Regularien drei Jahre. Der Generationenwechsel und die damit verbundenen Auswirkungen muss eines der Top-Themen der Politik vor Ort und des Mittelstandes sein.
„Nicht länger dürfen wir die bloße Schaffung von Arbeitsplätzen fördern, die dann nicht adäquat im Zuge des Fachkräftemangels besetzt werden können, sondern wir brauchen Fördermöglichkeiten für Innovationen, Qualifikation und Weiterbildung von Mitarbeitern und Prozess-Automatisierung im Mittelstand“. Auch darf unser Blick nicht nur auf Start-ups und Neugründungen fixiert sein, sondern auch der Erhalt von Betrieben/Neuübernahmen ist wichtig, so der Kreisvorsitzende. Es geht hier um wohnortnahe Arbeitsplätze und Weiterbeschäftigung langjähriger Mitarbeiter. Unabdingbar ist die Lösung des Fachkräftemangels und der damit verbundene Verlust von Nachwuchstalenten im Bereich Handwerk und Dienstleistung.
"Weiter hoch ist immer noch die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Ausbildung in Deutschland. Im Jahr 2016 hatten 1,95 Mio., das entspricht 13,40 % im Alter von 20 bis 34 Jahren weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch waren sie dabei, eine solche zu erwerben. Um diese Entwicklung zu korrigieren brauchen wir eine Stärkung der Berufsberatung an den Schulen. Der Einsatz von Praxisberatern gibt uns die Chance, Siebt- und Achtklässler besser auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten und die individuelle Förderung von Schülern weiter zu professionalisieren und den Anteil von ca. 5% Schulabgänger ohne Schulabschluss zu reduzieren. Eine deutlich bessere Vernetzung zwischen den Schulen und der Wirtschaft im Main Kinzig Kreis ist auszubauen. Die Übergänge in den Beruf werden sich damit verbessern und die Chance qualifizierte Nachfolger für Betriebe im Main Kinzig Kreis zu finden wird steigen", so Volker Rode.



