Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Schüler an Sekundarschulen und Gymnasien gleichermaßen schlecht im Bilde sind und kaum oder nur geringe Vorstellungen über ihre zukünftigen Berufsvorstellungen haben, so der Kreisvorsitzende der Mittelstandsvereinigung (MIT) Main Kinzig, Volker Rode.
So sind alleine im letzten Jahr über 120.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben und parallel dazu haben ca. 30% mithin 110.000 Studenten ihr Studium abgebrochen. Aus Sicht der Mittelstandsvereinigung eine beunruhigende Zahl, da hier viel Elan, Schwung und Interesse von jungen Menschen verloren gehen könne. Vielen Schülern ist das große Spektrum der Berufswelt mit seinen vielzähligen Möglichkeiten nicht bewusst. Aufgrund der Unkenntnis blieben teilweise in Betrieben Ausbildungsstellen unbesetzt der dringend benötigten Nachwuchs bleibe buchstäblich "auf der Strecke". Andererseits steuert Deutschland auf eine Akademikerschwemme zu, die im Jahr 2030 ein Überangebot von ca. 1,80 Millionen Hochschulabsolventen erreicht.
Für die Schülerinnen und Schüler sei es wichtig, praxisnahe Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt zu erhalten und frühzeitig mit Wirtschaft Kontakt zu haben. Sie sollten ein Gefühl dafür bekommen, welche Berufsausbildung für sie in Frage kommt, so Volker Rode, der auch Mitglied im Bundesvorstand der Mittelstandsvereinigung ist. Die MIT regt das Schaffen einer zentralen Datei mit Betrieben im Main Kinzig Kreis an, die Praktikumsplätze zu Verfügung stellen. Sie sollte für Sekundarschulen und auch für den Oberstufenbereich ausgelegt werden und den Schülern in den Schulen zugängig sein und ein breites Spektrum der Berufe abdecken. Gerade Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern wollen und brauchen mehr Unterstützung bei der Berufswahl.
Genau so sollten Ansprechpartner aus mittelständigen Betrieben, die bei Bedarf Informationen im Schulunterricht gemäß dem Motto "Mittelstand trifft Schule" an Schüler weitergeben, dort geführt werden. Ziel ist es, zum Beispiel Wege der dualen Ausbildung vom Gesellen bis hin zum Masterstudium aufzuzeigen. So ist Vielen noch nicht bewusst, dass die Meisterausbildung und Abschluss bereits heute mit dem Bachelor gleichgesetzt ist und parallel zur Berufsausbildung das Abitur erworben werden kann. Eine durchaus interessante Perspektive bei dem Schüler und Mittelstand nur gewinnen können, so Volker Rode.



