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Noll und Bürgerinitiative fordern Kreis zum Handeln auf

Noll und Bürgerinitiative fordern Kreis zum Handeln auf

Zu einen Informationsgespräch über den Ausbau der Windkraft im Main-Kinzig-Kreis haben sich der Landtagsabgeordnete Alexander Noll (FDP) und Mitglieder des Vorstandes der Bürgerinitiative (BI) „Windkraft im Spessart“ in Gelnhausen getroffen.

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„Neue Windkrafträder dürfen nur im Einklang mit Menschen und Natur aufgestellt werden, wenn wir die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung nicht gefährden wollen“, waren sich Noll und Berthold Andres, der Vorsitzende der BI, nach dem Gespräch einig. Themen waren die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windenergie und die konkreten Pläne für weitere Windkraftanlagen im Main-Kinzig-Kreis.

Kritik übten beide Seiten an der Kreisspitze. Zuletzt hatte Landrat Erich Pipa das Ziel vorgegeben, den Main-Kinzig-Kreis bis 2016 rechnerisch mit erneuerbarer Energie zu versorgen. „Wenn es um die Abstimmung der Ausbaupläne zwischen den Kommunen geht, duckt sich Pipa aber weg und lässt die Bürgerinnen und Bürger mit ihren berechtigten Sorgen allein“, stellt FDP-Mann Noll fest. Der Kreis bleibe Antworten auf die steigenden Bürgerproteste schuldig. Der Zulauf bei den Informationsabenden der BI und mehr als 200 Teilnehmer bei einer Demonstration in Gelnhausen belegten, dass immer mehr Menschen einen Wildwuchs von Windkraftanlagen im Kreis ablehnen. Die „Vogel-Strauß-Politik“ der Kreisspitze ist nicht die richtige Antwort auf die nach den Empfehlungen des Energiegipfels des Landes Hessens geforderte, notwendige und transparente Informationspolitik zur Erhöhung der Akzeptanz der Windenergie in der Bevölkerung, betonten die Vertreter der BI.

Andres fordert eine Konzentration der Windräder auf wirtschaftlich sinnvolle und für Mensch und Natur erträgliche Standorte. Dabei ist die Planung von Windkraft-Projekten ohne eine Anhörung der betroffenen Menschen in den Augen der BI ein besonderes Problem. „Bis es eine gemeindeübergreifende und abgestimmte Planung gibt, sollten der Neubau von Windrädern im Kreis zurückgestellt werden, weil die Bedenken der Menschen nur durch ein schlüssiges Gesamtkonzept ausgeräumt werden können“, betont Andres als Vorsitzender der BI „Windkraft im Spessart“.

Auch überregional sei eine gleichmäßigere Verteilung der Lasten wünschenswert, ist Noll überzeugt. Im Vogelsberg und Spessart werden derzeit viele weitere Anlagen geplant, in der Rhön und im Taunus hingegen gibt es kaum Neubauvorhaben. „Die Belastungen der Energiewende müssen verteilt werden und dürfen sich nicht nur auf wenige Regionen wie beispielsweise den Main-Kinzig-Kreis konzentrieren“, fordert der Liberale und sagt der Bürgerinitiative bei ihren berechtigten Anliegen seine Unterstützung zu.

Handlungsbedarf sehen beide Seiten bei den Bauvorschriften für besonders große Windkraftanlagen ab einer Höhe von 150 Metern. Alle Windkraftanlagen sind durch eine Ausnahmeregelung des Baugesetzbuchs besonders bevorzugt und müssen in der Regel genehmigt werden. „Je größer eine Windkraftanlage ist, desto größer sind auch die Auswirkungen auf die Umgebung und die Anwohner. Deshalb sollten Anlagen ab 200 Metern auch erst ab einem Abstand von 2.000 Metern zur Wohnbebauung genehmigt werden“, wirbt Andres für einen besseren Schutz der Bevölkerung vor Lärm und störendem Schattenwurf.

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