Seit 30 Jahren wird an der Verbindung zwischen Frankfurt und Hanau geplant, vor der Bundes- und Landtagswahl im September soll jetzt der Druck erhöht werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer wird daher in den nächsten Tagen einen Brief von allen politisch verantwortlichen im Kreis erhalten. Darin wird um ein persönliches Gespräch in Berlin gebeten, in dem die Freigabe der noch fehlenden 60 Millionen Euro durch den Bund für den Bau der S-Bahn gefordert werden soll.
„Es ist ganz wichtig, dass wir mit Mann und Maus hinter diesem Projekt stehen“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. André Kavai, dass über alle Parteigrenzen hinweg der Streckenausbau unterstützt werde. Das Ziel ist klar: Noch vor dem 22. September soll eine Entscheidung seitens der Bundesregierung erzwungen werden. Denn sollte das Geld nicht fließen und somit die Nordmainische S-Bahn nicht gebaut werden, müsste dringend die bestehende Infrastruktur verbessert werden. „Wir bekommen jetzt immer noch fast wöchentlich Briefe, was den mit den Maintaler Bahnhöfen passiert“, erinnerte Kavai daran, dass hinsichtlich der S-Bahn-Planungen dort nichts mehr gemacht wurde. „Seit März 2012 haben wir keinen neuen Kenntnisstand und das wollen wir jetzt ändern. Diese Hängepartie ist am schlimmsten.“
Unterstützung gibt es dabei auch aus der Wirtschaft. 300 Unternehmen stehen bislang hinter diesem Projekt und dokumentieren dies mit ihren Firmenlogo, die auf dem S-Bahn-Modell abgebildet sind. „Damit ist aber längst nicht das Ende erreicht, bei einer Streckenlänge von 19,4 Kilometern geht noch einiges“, rechnet Andreas Kunz von der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern mit weiteren Unterstützern aus der Wirtschaft, nach dem das Aktionsbündnis der Städte Maintal, Hanau, des Main-Kinzig-Kreises und der IHK alle Unternehmen angeschrieben hatte.
Für eine bessere S-Bahn-Verbindung zwischen Hanau und Frankfurt müssten übrigens „nur“ zwei zusätzliche Gleise gelegt werden, die allerdings eine große Wirkung hätten. „Diese Strecke ist unser größter Engpass im Rhein-Main-Gebiet. Wir sind momentan gar nicht in der Lage, alle Fahrplanwünsche vom RMW zu realisieren“, betonte Gisbert Brauner von der Deutschen Bahn AG, wie wichtig dieses Projekt auch als Entlastung für den Güter- und Fernverkehr sei.
Das S-Bahn-Modell ist jetzt zwei Wochen lang im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen zu besichtigen, anschließend wird es im Maintaler Rathaus ausgestellt. Und wenn es nach den politisch Verantwortlichen geht, soll es auch bald mit auf die Reise nach Berlin gehen, um Bundesverkehrsminister Ramsauer von der Nordmainischen S-Bahn zu überzeugen.


