„Wir freuen uns über den Fortschritt im Planfeststellungsverfahren. Wir sind mit der Offenlegung des zweiten Bauabschnitts der Realisierung der Nordmainischen S-Bahn ein gutes Stück näher gekommen. Seit 30 Jahren wird nun schon an der dringend erforderlichen Verbindung zwischen Frankfurt und Hanau geplant. Die zwei zusätzlichen Gleise zwischen Hanau und Frankfurt werden eine enorme Entlastung im Güter- und Fernverkehr bringen. Die Realisierung stockte aber über lange Zeit, weil die Freigabe der noch fehlenden 60 Millionen Euro für den Bau der S-Bahn durch den Bund noch immer nicht erfolgt ist“, erläutert Ringel.
Der Grüne fordert vor diesem Hintergrund die Freigabe der noch fehlenden 60 Millionen Euro für den Bau der Nordmainischen S-Bahn und eine Trendwende in der Verkehrspolitik für die Schiene. Bund und das Land seien nun gefordert, die Finanzierungslücke für den Bau der Nordmainischen S-Bahn zu schließen. Gleichzeitig müsse an allen Stellen ein bestmöglicher Lärmschutz gewährleistet werden. Dies gelte nicht nur für die neuen Gleise. Eine Einhaltung oder Verbesserung des Lärmschutzes müsse auch für die alte Strecke angestrebt werden.
„Die Investitionen in das Schienennetz müssen deutlich erhöht werden, um die Kapazitäten des Netzes angemessen zu erhöhen. Das Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu holen, muss endlich ernsthaft angegangen werden. Bund und Land sind nun am Zug, die bislang einseitig auf Asphalt gerichtete Verkehrspolitik zugunsten der Schiene zu ändern. Wir müssen wieder mehr Verkehr auf die Schiene holen. Insbesondere im Interesse der Menschen, die täglich zur Arbeit pendeln, müssen Bahnstrecken endlich angemessen und zukunftsorientiert ausgebaut werden. Dabei muss der bestmögliche Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner verwirklicht werden“, verlangt der GRÜNE Verkehrspolitiker.
Ringel verweist auf Zahlen der EU-Kommission aus dem Jahr 2013, die einen Vergleich der Entwicklung von Autobahnnetz und Bahnschienennetz zwischen 2000 und 2011 ziehen. „Europas Bahnschienennetz ist seit dem Jahr 2000 um zwei Prozent kürzer geworden. Im gleichen Zeitraum ist die Länge des Autobahnnetzes dagegen um 27 Prozent gewachsen. In Deutschland ist die Entwicklung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern besonders drastisch. Während das Autobahnnetz um neun Prozent angewachsen ist, wurde das Schienennetz um acht Prozent reduziert. Damit schreitet der Abbau des Bundesschienennetzes sehr viel schneller voran als im EU-Durchschnitt. Dies ist aus unserer Sicht eine Entwicklung, die in die völlig falsche Richtung geht. Wir fordern daher eine Neuausrichtung in der Verkehrspolitik im Sinne eines umweltverträglichen Verkehrs“, erklärt Ringel.
„Die Region muss nun ihren Druck auf Land und Bund fortsetzen, um die Finanzierungslücke für den Bau der Nordmainischen S-Bahn von 60 Millionen zu schließen. Wir werden uns weiterhin mit aller Kraft für die Realisierung der Nordmainischen S-Bahn einsetzen. Die Chancen für eine Realisierung der Nordmainischen S-Bahn waren nie größer als heute“, so Ringels hoffnungsvolles Fazit.


