„Wir wollen Probleme aus dem Weg räumen, bevor sie entstehen“, begründete Achim Kreis (Grüne) den Antrag, der im Vorfeld bereits auf einer Pressekonferenz vorgestellt worden war. Die Idee: Den Main-Kinzig-Kreis für die Ansiedlung von Rechenzentren attraktiv machen, der Kreis sollte dabei verhindern, dass Diskussionen über den Standort, wie sie derzeit in der Gemeinde Schöneck stattfinden, die Ansiedlung schwierig oder gar unmöglich machen. Zudem sollte laut Auffassung von Grünen und FDP ein „Runder Tisch“ viermal im Jahr tagen, an dem sich Politik, Energieversorger und zivilgesellschaftlichen Organisationen wie BUND und Greenpeace austauschen.
Kreisbeigeordneter Ottmann verwies allerdings darauf, dass sich der Kreis bereits seit über zwei Jahren mit dem Thema beschäftige. Das Problem: Flächen fehlen. Und bislang wohl auch das Interesse bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, an einem Informationsbesuch in einem Rechenzentrum in Frankfurt hätten jedenfalls nur wenige teilgenommen. Auch die an die Rathäuser weitergeleiteten Anfragen von Unternehmen seien unbeantwortet geblieben.
„Es braucht Strom, Glasfaser und es darf kein Hochwassergebiet sein“, erklärte Ottmann die drei Hauptkriterien für eine Ansiedlung neben dem entsprechenden Flächenangebot. Anfrage von Unternehmen habe es bereits genügend gegeben, von drei bis 100 Hektar sei dabei alles dabei gewesen. Inzwischen sei auch der Radius rund um den Knotenpunkt in Frankfurt erweitert worden, so dass nicht mehr die circa 30 Kilometer-Regel gelte, sondern auch Gelnhausen oder Bad Orb für eine Ansiedlung in Frage kämen. Ottmann verwies auch auf die Zusammenarbeit mit dem Regionalverband und der Industrie- und Handelskammer, von der es ein entsprechendes Positionspapier in Sachen Rechenzentren im Main-Kinzig-Kreis gebe.
„Nur ein SPD-Rechenzentrum ist ein gutes Rechenzentrum“, verwies Prof. Dr. Joachim Fetzer (FDP) auf sozialdemokratisch geführte Kommunen wie Hanau, wo bereits ein Rechenzentrum entsteht, Schöneck und Erlensee, wo es konkret werden soll, und Sinntal, „wo der SPD-Geschäftsführer der Kreiswerke vielleicht ein eigenes Rechenzentrum bauen will“. Die Argumentation von Ottmann zeige ihm, dass es dringend eine Koordination für die Ansiedlung von Rechenzentren beim Kreis brauche. „Es gibt ganz viele Akteure, die das Thema bespielen“, nimmt der Kreis seine Rolle aus Sicht von Michael Göllner (SPD) allerdings richtig wahr. Die Planungshoheit liege allerdings bei den Kommunen und diese müssten entscheiden, ob sie ein Rechenzentrum ansiedeln wollen und können.



Kommentare