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"Nur ein SPD-Rechenzentrum ist ein gutes Rechenzentrum"

"Nur ein SPD-Rechenzentrum ist ein gutes Rechenzentrum"

Der Main-Kinzig-Kreis wird keine hauptamtliche Stelle in der Kreisverwaltung einrichten, die sich um die Ansiedlung von Rechenzentren im Kreisgebiet kümmert. FDP und Grüne hatten dies in einem gemeinsamen Antrag im Kreistag gefordert. Laut Kreisbeigeordnetem Winfried Ottmann (CDU) gibt es bereits zwei Mitarbeiter im Kreishaus, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen. Und das Interesse in den Kommunen an einer Ansiedlung sei bislang gering.

„Wir wollen Probleme aus dem Weg räumen, bevor sie entstehen“, begründete Achim Kreis (Grüne) den Antrag, der im Vorfeld bereits auf einer Pressekonferenz vorgestellt worden war. Die Idee: Den Main-Kinzig-Kreis für die Ansiedlung von Rechenzentren attraktiv machen, der Kreis sollte dabei verhindern, dass Diskussionen über den Standort, wie sie derzeit in der Gemeinde Schöneck stattfinden, die Ansiedlung schwierig oder gar unmöglich machen. Zudem sollte laut Auffassung von Grünen und FDP ein „Runder Tisch“ viermal im Jahr tagen, an dem sich Politik, Energieversorger und zivilgesellschaftlichen Organisationen wie BUND und Greenpeace austauschen.

Kreisbeigeordneter Ottmann verwies allerdings darauf, dass sich der Kreis bereits seit über zwei Jahren mit dem Thema beschäftige. Das Problem: Flächen fehlen. Und bislang wohl auch das Interesse bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, an einem Informationsbesuch in einem Rechenzentrum in Frankfurt hätten jedenfalls nur wenige teilgenommen. Auch die an die Rathäuser weitergeleiteten Anfragen von Unternehmen seien unbeantwortet geblieben.

„Es braucht Strom, Glasfaser und es darf kein Hochwassergebiet sein“, erklärte Ottmann die drei Hauptkriterien für eine Ansiedlung neben dem entsprechenden Flächenangebot. Anfrage von Unternehmen habe es bereits genügend gegeben, von drei bis 100 Hektar sei dabei alles dabei gewesen. Inzwischen sei auch der Radius rund um den Knotenpunkt in Frankfurt erweitert worden, so dass nicht mehr die circa 30 Kilometer-Regel gelte, sondern auch Gelnhausen oder Bad Orb für eine Ansiedlung in Frage kämen. Ottmann verwies auch auf die Zusammenarbeit mit dem Regionalverband und der Industrie- und Handelskammer, von der es ein entsprechendes Positionspapier in Sachen Rechenzentren im Main-Kinzig-Kreis gebe.

„Nur ein SPD-Rechenzentrum ist ein gutes Rechenzentrum“, verwies Prof. Dr. Joachim Fetzer (FDP) auf sozialdemokratisch geführte Kommunen wie Hanau, wo bereits ein Rechenzentrum entsteht, Schöneck und Erlensee, wo es konkret werden soll, und Sinntal, „wo der SPD-Geschäftsführer der Kreiswerke vielleicht ein eigenes Rechenzentrum bauen will“. Die Argumentation von Ottmann zeige ihm, dass es dringend eine Koordination für die Ansiedlung von Rechenzentren beim Kreis brauche. „Es gibt ganz viele Akteure, die das Thema bespielen“, nimmt der Kreis seine Rolle aus Sicht von Michael Göllner (SPD) allerdings richtig wahr. Die Planungshoheit liege allerdings bei den Kommunen und diese müssten entscheiden, ob sie ein Rechenzentrum ansiedeln wollen und können.

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Kommentare

0
Josef Mistetzky
3 jahre vor
Wenn Herr Ottmann meint, "Das Problem: Flächen fehlen" sei ein Hinderungsgrund, hat er die grundlegenden Probleme weder in Schöneck noch im Main Kinzig Kreis verstanden. Verantwortungslose Flächenversiegelung kann und darf nicht vom Kreis, dem Regionalverband, der Industrie und Handelskammer und den Kommunen gefördert und von den entsprechenden Investoren ausgenutzt werden. Am Beispiel Schöneck Gewerbegebiet Kilian II Nord ist doch nicht die Ansiedlung des Rechenzentrums das Problem, sondern die maßlose Ausweisung von Fläche, als würde die schlecht werden wie überreifes Obst. Dort Oben, auf der Wasserscheide zwischen Kilianstädten und Windecken wurde kein Grundwasser gefunden. In 5 Meter Tiefe eine Wasser abweisende Schicht und darunter - das interessiert niemanden. In Tallagen wurden bei 8 Meter tiefen Bohrungen auch kein Grundwasser gefunden. Es wäre also möglich, dort mit Tiefbau den Flächenfras einzugrenzen, aber das würde ja die Gewinnsucht bei allen Beteiligten einschränken.
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