Für Irritationen sorgt beim CDU-Nachwuchs aber insbesondere das Schweigen des SPD-Landtagsabgeordneten Heinz Lotz, der für den Bergwinkel zuständig ist. Beigeordneter Matthias Zach hatte jüngst angekündigt, sechs Grundschulen schließen zu wollen. Betroffen wären davon die Schulen in Kerbersdorf, einem Stadtteil von Bad Soden-Salmünster, Sinntal-Züntersbach, Sinntal-Jossa, Sinntal-Sannerz, Steinau-Hintersteinau und mit Steinau-Marjoß auch der Heimatort von Heinz Lotz. „Auch mit der Unterstützung von Herrn Lotz hat die Kreiskoalition einen Demografiebeauftragten installiert, der sich um die Zukunft gerade des Ostkreises Gedanken machen soll. Und nur Monate später werden die Zukunftschancen einer ganzen Region mit der Schließung von Schulen derart geschwächt. Dies ist ein unfassbarer Widerspruch, der eines nahelegt: Es geht SPD, Grünen und Freien Wählern nicht um eine Lösung der demographischen Herausforderungen im Sinne der kleinen Dörfer des Ostkreises mit ihren gewachsenen Strukturen, sondern um Selbstbedienung mit Posten“, betonte Kreisvorsitzender Andy Wenzel.
Sowohl die CDU-Kreistagsfraktion als auch der Kreisverband der Jungen Union hatten bereits öffentlich das Vorgehen Zachs kritisiert. Besonders verwunderlich sei jedoch das Schweigen des SPD-Landtagsabgeordneten Heinz Lotz. „Es ist schon bezeichnend, dass Herr Lotz bisher jede Stellungnahme zur Schließung der Grundschulen schuldig bleibt“, so Andy Wenzel weiter. Ausschließlich Standorte in seinem Wahlkreis und sogar in seinem Heimatort wären von den Schließungen betroffen, dennoch gäbe es keinerlei Reaktionen zu den ruinösen Plänen Zachs. „Herr Lotz gefällt sich normalerweise in der Rolle des hemdsärmeligen Polterers. Es vergeht nahezu kein Monat, in dem er nicht zu einem Protest gegen irgendjemanden, in aller Regel gegen die CDU aufruft. Jetzt, wo er einmal seinen Einfluss bei SPD-Chef Kavai zum Stopp der Schließungspläne nutzen könnte, ist nichts als vornehmes Schweigen zu hören“, so die Junge Union. „Will Herr Lotz aus parteitaktischen Gründen eine sachliche Kritik zurückhalten um so die Koalition nicht öffentlich anzugreifen oder trägt er das Vorhaben zur Schwächung seines eigenen Wahlkreises etwa mit?“, fragt sich Kreisvorsitzender Wenzel.
„Wir bleiben bei unserer Kritik: Mit einer baldigen Schließung von sechs Grundschulen macht es sich Herr Zach zu einfach. Man sollte sich an den Betroffenen orientieren und gemeinsam mögliche Lösungen entwickeln, statt Schließungen auf dem Reißbrett und an den Menschen vor Ort vorbei durchzuführen“, führt JU-Kreisvorstandsmitglied Marc Jacob aus Bad Soden-Salmünster aus und fügt an: „Wir sind nun gespannt, ob das markige Auftreten von Heinz Lotz ehrlich ist, wenn es darauf ankommt oder ob es sich um parteipolitische Floskeln eines Oppositionspolitikers handelt, der den Stammtisch bedienen will. Wir fordern Herrn Lotz deshalb dazu auf, in dieser wichtigen Sachfrage endlich Stellung zu beziehen und sich klar zu den Vorhaben in seinem Wahlkreis zu äußern“, so Jacob. Den Bürgerinnen und Bürgern empfahl die Junge Union abschließend, den immer wieder geäußerten Ratschlag von Lotz, „Nerven Sie Ihren Politiker“ im Sinne der Zukunft des Bergwinkels, dringend wahr zu nehmen.



