Nur noch wenig erinnert fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer und dem Ende der deutschen Teilung an die ehemalige innerdeutsche Grenze. Die einst bestbewachte Grenze der Welt, der „Eiserne Vorhang“, trennt heute nur noch die Bundesländer Hessen und Thüringen. Das Museum Point Alpha hat sich zur Aufgabe gemacht, weiter an diese Grenze zu denken und ihre Geschichte auch für zukünftige Generationen lebendig zu halten. Auf einem Fußmarsch entlang der ehemaligen Grenze wird die besondere Lage von Point Alpha deutlich. Hier standen sich sowjetische und amerikanische Truppen außerhalb Berlins „Auge in Auge“ gegenüber, näher als an jedem anderen Punkt der Grenze. Diese unmittelbare Nähe machte die politisch-militärische Lage damals extrem gefährlich.
Die Bezeichnung als "heißester Orts“ im Kalten Krieg gab dem Ausdruck. Die noch erhaltenen Grenzelemente lassen den historischen Grenzverlauf noch heute klar erkennbar werden. Jeder konnte so die frühere Brisanz an diesem jetzt so friedlichen und idyllischen Ort nachempfinden. Die Ausstellung im „Haus auf der Grenze“ zeigte darüber hinaus deren Auswirkungen auf die Bevölkerung beiderseits des Eisernen Vorhangs. Die Exponate weisen eindringlich die Unmenschlichkeit der ehemaligen Grenzanlagen hin. Mit allen Mitteln wurde versuchte, eine Flucht in den Westen zu verhindern. Den Tod Flüchtender nahmen die Grenzer der DDR bewusst in Kauf. Point Alpha läßt spüren, wie bedrohlich nah die Welt in der Vergangenheit schon am Rand eines Krieges stand und wie wichtig es in der Gegenwart ist, Differenzen und Konflikte auf friedlichem Weg zu überwinden.



