TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Pendlerstatistik: Main-Kinzig-Kreis gewinnt an Bedeutung

Pendlerstatistik: Main-Kinzig-Kreis gewinnt an Bedeutung

Frankfurt am Main ist noch immer das wichtigste Ziel für die Beschäftigten, die in der Region leben. Aber die angrenzenden Kreise sowie der Main-Kinzig-Kreis selbst gewinnen weiter an Bedeutung – als Arbeitsort. Das lässt sich aus der jüngst veröffentlichten Pendlerstatistik der Bundesagentur für Arbeit herauslesen.

pendlerstatmkk.jpg

pendlerstatmkk1.jpg

Demnach pendeln von den im MKK wohnenden Beschäftigten 89.838 innerhalb des MKK. 33.755 zieht es nach Frankfurt – 2013 waren es erst 30.779 (+9,7 Prozent). Das zweitgrößte Pendlerziel für die Menschen im MKK ist der Landkreis Offenbach (+22,2 Prozent: aktuell 7.318 Einpendler). Viel mehr Auspendler als früher fahren auch unter anderem in die Wetterau (+19,4 Prozent, jetzt 5.584 Einpendler) und in den Landkreis Aschaffenburg (+26,4 Prozent, 4.095 Einpendler). Auch in die Stadt Offenbach (+5,3 Prozent: 4.064 Einpendler) zieht es etwas mehr Beschäftigte als vor sieben Jahren.

Dem Plus an Auspendlern steht ein noch höheres Mehr an Einpendlern gegenüber – an Menschen, die im Main-Kinzig-Kreis arbeiten aber woanders leben. „Seit 2013 stieg nicht nur die Zahl der Arbeitsplätze im MKK um mehr als 15,5 Prozent, absolut um 18.400 auf 137.323, auch die Anzahl aller hier wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entwickelte sich positiv“, erläutert Elma Musanovic, Auszubildende in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. „2013 wohnten im MKK 149.129 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, mittlerweile stieg ihre Zahl um 12,5 Prozent auf 167.757. Diese Steigerung hat zwei Ursachen: mehr Zuzüge und der Rückgang der Arbeitslosigkeit“, so Musanovic. Die Auszubildende hatte gemeinsam mit IHK-Mitarbeiterin Selina Lukas die Daten für den Main-Kinzig-Kreis genauer unter die Lupe genommen und die aktuellen Pendlerströme – Stand 30. Juni 2020 – mit denen der Jahresmitte 2013 verglichen. Basis ihrer Auswertung ist die Pendlerstatistik für ganz Deutschland, ein gefühlt endloses Zahlenwerk der Bundesagentur für Arbeit.

Auch aus der Beobachtung, dass die Zahl der Arbeitsplätze im MKK stärker (15,5 Prozent) als die der Einwohner mit Beschäftigung (12,5 Prozent) gestiegen ist, ist zu schließen, dass die Zahl der Einpendler in den MKK gestiegen ist. Der größte Zuwachs kommt aus dem Landkreis Offenbach (+26,9 Prozent, jetzt 5.149 Einpendler) und aus dem Landkreis Fulda (+25,8 Prozent: 2.746 Einpendler). Um fast die gleiche Prozentzahl wuchs die Zahl der Einpendler aus Frankfurt am Main (+25,2 Prozent: 4.342 Einpendler). Auch aus der Wetterau (+20,3 Prozent: 7.781 Einpendler) sowie dem Landkreis Aschaffenburg (+10,7 Prozent: 5.307 Einpendler) zieht es immer mehr Beschäftigte in den MKK.

„Über die Jahre betrachtet, gewann der MKK innerhalb der letzten sieben Jahre spürbar an wirtschaftlicher Bedeutung. Die Arbeitgeber schätzen die gute Anbindung an das Fernstraßennetz, und sie stellen stärker Mitarbeiter ein. Davon profitiert der gesamte MKK. Trotz der aktuellen Corona-Pandemie und den leichten Einbrüchen im vergangenen Jahr – 2019 betrug die Anzahl der Arbeitsplätze im MKK noch 138.660, also 1.337 mehr als 2020 – bleibt zu hoffen, dass sich der Trend in den nächsten Jahren noch weiter ins Positive dreht“, erwartet Lukas. Ungeachtet dessen scheint der Trend ungebrochen, dass FrankfurtRheinMain die deutsche Pendlerhochburg ist – die Wege von Zuhause zur Arbeit werden länger, die einzelnen Kleinräume wachsen immer stärker ineinander. Lukas: „Das ist eine echte Herausforderung nicht nur für die Verkehrspolitik, sondern auch für den Handel und für viele andere Branchen.“

Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis