Im Main-Kinzig-Kreis wurden 15.117 Vögel in 499 Gärten von 661 Personen beobachtet. Das Winterwetter hat dafür gesorgt, dass viele Menschen Lust hatten, sich mit den Wintervögeln im Garten zu beschäftigen. Der große Einflug von Wintergästen aus dem Norden blieb jedoch aus.
Wenig erfreulich sind die Ergebnisse der Zählung in Hessen. Mit im Schnitt gesichteten 31,2 Vögeln wurden noch nie so wenig Individuen pro Garten und Park gemeldet wie in diesem Jahr. Bei der ersten Zählung 2011 waren es noch durchschnittlich 41,4 Vögel. Hessen zeigt damit die gleiche Tendenz wie in Gesamtdeutschland. Ein schleichender, aber kontinuierlicher Rückgang der Vogelzahlen in den Gärten lässt sich nicht von der Hand weisen. "Viele Teilnehmende berichten von einem besorgniserregenden Schwund von früher häufigen Arten wie Amseln, Meisen, Finken und Sperlinge", so der NABU Vorsitzende von Großenhausen Norbert Möller. Bei den Vögeln der Agrarlandschaft sieht es noch weit dramatischer aus. Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig und komplex. Vor allem fehlt es vielen Vogelarten zunehmend an geeigneten Lebensräumen und genügend Insekten zur Jungenaufzucht. Besonders auffällig ist der große Rückgang in Hessen bei den beiden Sperlingsarten. Landesweit wurden sie 15 Prozent ( Haussperling) und 14 Prozent (Feldsperling) seltener gesichtet als im Vorjahr. Damit setzt sich der langjährig negative Trend weiter fort. Trotz seines Negativtrends liegt der Haussperling hessen- und bundesweit immer noch ganz vorn in der Rangliste der am häufigsten gesichteten Vögel. Es folgen Kohl- und Blaumeise, Amsel, Star und Elster. Wo Verlierer sind, gibt es auch Gewinnner: Kleiber, Buntspecht, Rotkehlchen und Schwanzmeise kamen teils deutlich häufiger als im Vorwinter an die hessischen Futterhäuser.
Spannende Beobachtungen gab es auch über die häufigen Wintervögel hinaus. Fliegende Formationen laut rufender Kraniche überraschten einige Teilnehmende. Vermutlich handelte es sich dabei um eine Winterflucht infolge des deutlichen Kälteeinbruchs am Zählwochenende. Mit 7.116 Individuen wurden über 3.600 Prozent mehr Kraniche in Hessen als im letzten Jahr gezählt.



