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Hilferuf aus Homs: Unterstützung für medizinische Versorgung dringend benötigt

Hilferuf aus Homs: Unterstützung für medizinische Versorgung dringend benötigt
Metropolit Gregorios von der griechisch-orthodoxen Erzdiözese Homs und Dekan Dr. Martin Lückhoff bei ihrem Treffen im September in Damaskus.

Während sich viele Menschen in Deutschland auf ein fröhliches und friedliches Weihnachtsfest vorbereiten, sieht die Realität in anderen Teilen der Welt leider ganz anders aus. So auch in der vom Krieg schwer gezeichneten syrischen Stadt Homs.

Von dort hat den Evangelische Kirchenkreis Hanau nun ein dringender Hilferuf erreicht: In einem Brief an Dekan Dr. Martin Lückhoff beschreibt Metropolit Gregorios von der griechisch-orthodoxen Erzdiözese Homs die alarmierende medizinische Lage in der Region und bittet um Unterstützung.

Seit 2012 besteht eine partnerschaftliche Verbindung des Evangelischen Kirchenkreises Hanau mit der Erzdiözese Homs, die seit gut einem Jahr von Metropolit Gregorios geleitet wird. Erst im September besuchte Lückhoff die Region und machte sich selbst ein Bild von der schwierigen Lage. „In den Gesprächen mit Christinnen und Christen dominiert die Unsicherheit, ob das neue Regime die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger gewährleisten kann und will“, berichtet er. „Umso eindrucksvoller ist es, dass die Kirchen bei zunehmend erschwerten Bedingungen vor Ort bleiben und Zeichen der Hoffnung setzen wollen“, findet er.

Besonders die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort ist dramatisch: Der Zusammenbruch der Wirtschaft hat einen Großteil der Bevölkerung in tiefe Armut gestürzt, das Fehlen eines öffentlichen Krankenversicherungssystems lässt viele Menschen schutzlos zurück. Krankenhäuser und Kliniken sind durch den Mangel an wichtigen medizinischen Verbrauchsmaterialien und die unzureichende Ausstattung nicht in der Lage, adäquate Hilfe zu leisten. Technisches Gerät ist veraltet oder nur eingeschränkt funktionstüchtig. Besonders problematisch ist die Versorgung chronisch Kranker: „Rund 3.500 Gemeindemitglieder leiden an chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck. Die monatlichen Kosten allein für die notwendigen Medikamente belaufen sich auf rund 31.000 US-Dollar“, schreibt Metropolit Gregorios in seinem Brief.

Die Erzdiözese bittet die Partnergemeinden um Unterstützung bei der Bereitstellung lebensnotwendiger Medikamente und medizinischer Versorgung. Ziel ist es, die dringend benötigte Grundversorgung zu sichern und damit Hoffnung und Hilfe für die Menschen in Homs zu ermöglichen. Eine schwierige Aufgabe, wie auch der Dekan weiß. „Gerade in der Weihnachtszeit wird deutlich, wie kostbar Frieden, Gesundheit und Fürsorge sind“, stellt er fest. „Der Hilferuf aus Homs erinnert uns daran, dass Nächstenliebe keine Grenzen kennt: Wer jetzt hilft, schenkt nicht nur lebenswichtige Medikamente, sondern auch Hoffnung und Zuversicht – ein Geschenk, das den Menschen in dieser schwierigen Zeit ein Stück Weihnachtsfrieden bringt.“

Empfänger: Kirchenkreisamt Hanau
IBAN: DE39 5206 0410 0001 8001 08
Verwendungszweck: Haushaltsstelle 3800.00.002; „Syrienhilfe“

hilfeufaushoms az

Metropolit Gregorios von der griechisch-orthodoxen Erzdiözese Homs und Dekan Dr. Martin Lückhoff bei ihrem Treffen im September in Damaskus.

Kommentare

4
Hätteesgernschönhier
5 monate vor
Ich glaube, den Syrern haben wir doch wirklich schon genug geholfen.
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4
Hätteesgernschönhier
5 monate vor
P.S. Wir könnten da mit Arbeitskräften vor Ort aushelfen, die die Sprache fließend sprechen und mit der Kultur bestens vertraut sind. Wie wäre es?
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Peter P
5 monate vor
Dt. Ärztezeitung: "Die größte Zahl berufstätiger ausländischer Ärztinnen und Ärzte kommt aus Syrien: Insgesamt sind es 6.583, davon arbeiten 5.745 in deutschen Krankenhäusern, die übrigen sind ambulant oder in anderer Form ärztlich tätig."

Ich wüßte ein paar deutsche Ärzte, die wir ohne Verlust zur Fortbildung abgeben könnten.

Im Prinzip ein verständlicher Aufruf der EK, wenn die EK nicht in alter Tradition, die Situation daheim verdrängen würde.

Das dt. Gesundheitswesen hat sich nicht erst 2015 verschlechtert wie immer wieder von gewissen Kreisen behauptet wird. Die beständige Verschlechterung hat viel früher eingesetzt. Jetzt ist die Situation so zugespitzt, daß sich der Aufruf sehr bizarr wirkt.
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