28 Pfarreien soll das Bistum Fulda bis zum Jahr 2030 noch umfassen. Bis vor gut zehn Jahren lag deren Zahl noch beim fast Zehnfachen. Die Gründe: rückläufige Zahlen bei den Gläubigen und damit verbunden schwindende finanzielle Mittel sowie die sinkende Zahl an Priestern. Auch vor dem südöstlichen Vogelsberg, dem mittleren Kinzigtal und dem Spessart macht diese Entwicklung nicht halt. „Vor diesem Hintergrund machen auch wir uns auf den Weg, zur Neugründung einer Pfarrei“, sagt Pfarrer Michael Sippel, Moderator des Pastoralverbunds „Guter Hirte – Vogelsberg-Kinziggrund“, der in einem ersten Schritt neu errichtet wurde. Der Name wurde in Anlehnung an Psalm 23 bewusst gewählt: In den Bistumskarten firmiert die künftige Großpfarrei unter dem Titel Pfarrei 23.
Wie sie künftig einmal heißen wird, das steht noch nicht fest und wird sich im Laufe des Jahres entscheiden. In den kommenden Tagen soll dazu eine Ideensammlung in den Gemeinden gestartet werden. Abhängig davon werden auch die Gestaltung von Logo und Siegel sein. Ebenso ungewiss ist zum aktuellen Zeitpunkt, wie das pastorale Angebot aussehen wird und wie die Immobiliennutzung aussehen wird.
„Mit grundsätzlichen Entscheidungen befasst sich derzeit die Steuerungsgruppe, die nicht-öffentlich tagt und deren Ergebnisse von den einzelnen Gremien – sprich: Pfarrgemeinde- und Pfarrverwaltungsräten ratifiziert werden müssen“, erläutert Sippel, neben dem Rainer Heller (Wächtersbach) sowie ein weiterer Priester mit einer Drittelstelle in der Seelsorge in der Region wirken. Ansonsten sind im künftigen Pfarreigebiet aktuell eine Gemeindereferentin in Teilzeit, zwei pastorale Mitarbeiterinnen – ebenfalls nicht mit voller Stelle –, eine Verwaltungsleiterin und vier Sekretariatskräfte tätig.
Betroffen sind von dem Prozess mehr als 9000 Katholiken im Gebiet zwischen Volkartshain im Nordwesten und Wächtersbach im Südosten sowie Alsberg im Nordosten und Wolferborn im Südwesten. Das tangiert die Städte Bad Soden-Salmünster, Wächtersbach, Steinau und Büdingen sowie die Kommunen Birstein, Brachttal und Freiensteinau und umfasst eine Fläche von 223 Quadratkilometern.
Begleitet wird die Pfarrei-Neugründung von Pfarrer Peter Göb (Homberg/Efze) und Gemeindereferentin Mechtild Lotz (Marburg) von der Kirchlichen Organisationsberatung (KOBE) sowie von Thomas Schreiner aus dem Bischöflichen Generalvikariat. Ein entsprechender Kontrakt, dass sich die Pfarrgemeinden gemeinsam auf den Weg machen wollen, um das kirchliche Leben zwischen Ausläufern von Wetterau, Vogelsberg und Spessart zu gestalten, ist bereits unterzeichnet. In regelmäßigen Abständen findet sich die Steuerungsgruppe zusammen, um diesen künftig gemeinsamen Weg vorzubereiten.
Im Dezember hat sich dieses Gremium, das aus Delegierten der bisherigen Pfarreigremien besteht und an dessen Zusammenkünften Göb, Lotz und Schreiner teilnehmen, darauf verständigt, die Katholiken in den vier Gemeinden an einem wesentlichen Schritt zu beteiligen. „Uns ist bewusst, dass die Namensfindung für die neue Pfarrei ein emotionales Thema ist, bei dem es gut ist, die Gemeinden zu beteiligen. Deshalb bitten wir nun um Vorschläge“, erläutert Pfarrer Sippel im Namen der Gremien der künftigen Pfarrei. Über den Fortgang des Prozesses zur Neugründung der Pfarrei wird das Gremium in unregelmäßigen Abständen berichten, um die Gläubigen auf dem Weg mitzunehmen, heißt es abschließend aus der Steuerungsgruppe.
Namensfindung
Für die Pfarrei, die sich zum 1. Januar 2027 aus den bisherigen Pfarrgemeinden St. Franziskus Romsthal-Marborn, Mariae Himmelfahrt mit Herz-Jesu Schlierbach, Mariae Heimsuchung Birstein sowie St. Peter und Paul Bad Soden-Salmünster bilden wird, wird ein Name für das Patrozinium gesucht. „Die alt vertrauten Namen der einzelnen Kirchorte bleiben davon unberührt“, betont Pfarrer Michael Sippel. Für die Ideensammlung sind ab sofort bis Aschermittwoch, 18. Februar, in den einzelnen Kirchen Boxen bereitgestellt, in welche Ideen und Vorschläge eingeworfen werden können. Diese Vorschläge sollen beinhalten:
- Den Namen eines Heiligen, einer Heiligen, einer Personengruppe aus Heiligen oder einen Christusnamen
- Eine Ortsbezeichnung, die das Gebiet der neuen Pfarrei passend umschreibt
- Möglichst kein bisheriges Patrozinium
- Möglichst kein Patrozinium einer umliegenden Pfarrei
- Eine Begründung, warum die Ideengeber ihren Vorschlag passend finden
Die eingegangenen Ideen werden von einem Personenkreis aus der Steuerungsgruppe vorsortiert, die anschließend eine Liste zusammenstellt als welcher die Verwaltungs- und Pfarrgemeinderäte den Namen der neuen Katholischen Kirchengemeinde und Pfarreiwählen.



