In die Unruhe und Angst hinein erklinge damals wie heute der Weihnachtsruf der Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden“. Dieser Ruf sei eine Einladung, Gott neu zu entdecken und sein Wirken unter uns zu erleben.
Die Weihnachtsbotschaft der Bischöfin im Wortlaut:
Wir leben in einer Zeit, in der immer weniger Menschen Gott die Ehre geben. Sie halten das für verzichtbar. Und wir leben in einer Zeit wachsender Kriegsgefahr auch bei uns. Das macht vielen Menschen Angst. Die Diskussionen um Wehrpflicht und Zivilschutz lassen die Bedrohung spürbar werden. Dazu kommen immer wieder erschreckende Bilder und Nachrichten aus der Ukraine, dem Nahen Osten und dem Sudan. Unsere Sehnsucht nach Frieden und Sicherheit wächst, doch um welchen Preis? Sind Unfrieden und Orientierungslosigkeit nicht auch Konsequenz aus der Gottvergessenheit unserer Welt?
Schon vor 2000 Jahren sangen die Engel in einer konfliktreichen Welt von Ehre für Gott und Frieden für die Menschen. Die Geburt Jesu Christi in Bethlehem ereignete sich in einem von den Römern besetzten Land, die Hirten auf dem Feld waren Außenseiter. In die Unruhe und Angst hinein erklingt der Weihnachtsruf der Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden.“ Sie singen von dem, was uns als Menschen nicht allein gelingt. Sie singen von dem, was mit Jesus Christus zu Weihnachten unter uns beginnt: Frieden, Vertrauen, Reich Gottes. Und sie laden uns ein, Gott neu zu entdecken und sein Wirken unter uns zu erleben in Momenten des Friedens, bei Besuchen und Gesprächen, beim gemeinsamen Essen, in weihnachtlicher Ruhe in Häusern, Büros und hoffentlich auch in den Schützengräben.



