„Die globale Situation ist weiter geprägt von Kriegen und geopolitischen Konflikten, Deutschland befindet sich in einer langanhaltenden wirtschaftlichen Struktur- und Konjunkturkrise, die ihren Schwerpunkt in der Industrie hat. Viele Unternehmen entlassen massiv Personal oder schließen gleich ganz, wie in unserem Organisationsbereich zuletzt etwa die Mehler Texnologies in Fulda. Und eine wachsende Zahl von Arbeitgebern versucht, die Krise für sich zu nutzen und althergebrachte Kompromisse in Betrieb und Tarif aufzukündigen“, so Ebenau weiter.
Michaela Heid, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei der Hanauer Vacuumschmelze und zweite Bevollmächtigte der IG Metall Hanau-Fulda, beschreibt, wie die örtliche Gewerkschaft durch die Krise steuert: „Wir sind ständig im Austausch mit unseren Mitgliedern und den Beschäftigten in den Betrieben. Wir handeln auch in schwierigen Situationen immer beteiligungsorientiert und demokratisch. Wir scheuen nicht davor zurück, Kritik an Arbeitgebern und der Politik zu üben. Und wenn es notwendig ist, sind wir bereit und fähig zum Konflikt. Dabei zählen wir auf ein tolles Team von ehrenamtlich Aktiven in der gesamten Region. So sind uns im abgelaufenen Jahr auch unter ganz schwierigen Umständen ein paar echte betriebliche Offensiverfolge gelungen, zum Beispiel der Einstieg in die Tarifbindung bei Lear in Gründau.“
Die Zahl der Mitglieder der IG Metall Hanau-Fulda nahm im Jahr 2025 aufgrund des Beschäftigungsabbaus und des demografischen Wandels leicht ab und lag im Dezember bei ca. 8.100. Die Gewerkschaft verzeichnete im Jahresverlauf knapp 500 Neuaufnahmen. Dazu Matthias Ebenau: „Die Zahl unserer betrieblichen Mitglieder ist aufgrund dieser Entwicklung weitgehend stabil, unsere Finanzkraft ist gestiegen. Das ist angesichts der Rahmenbedingungen eine ordentliche Entwicklung.“
Die IG Metall Hanau-Fulda vertritt die Interessen ihrer Mitglieder in den Branchen der Metall- und Elektroindustrie, Textil und Bekleidung sowie textile Dienste, der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie sowie in den verbundenen Handwerksbranchen. Bundesweit gehören der größten Einzelgewerkschaft gut zwei Millionen Mitglieder an.



Kommentare
Vor dem Hintergrund einer arbeitnehmerfeindlichen Politik, die aus kaum nachvollziehbaren Gründen das Wohlergehen der Mehrheit der Bürger für kriegsaffine Phantastereien riskiert und auch sonst wenig vernunftgeleitet dilettiert, würde man sich als Gewerkschaftler klare Worte von der IG Metall zu den Ursachen der Misere wünschen. Dass das nicht ohne heftige Kritik auch an der SPD gehen kann, mag einige der Funktionäre stören - aber die Tage der Sozialdemokratie scheinen ohnehin gezählt.