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Energiegenossenschaft und Kreiswerke: Austausch über Energiezukunft

Energiegenossenschaft und Kreiswerke: Austausch über Energiezukunft

Die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG hat sich mit dem Geschäftsführer der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH, Oliver Habekost, zu einem ausführlichen Arbeitsgespräch getroffen.

CID

Im Mittelpunkt standen die zukünftige Entwicklung der erneuerbaren Energien im Main-Kinzig-Kreis sowie mögliche Formen einer engeren Zusammenarbeit. Für die Energiegenossenschaft nahmen Josef Keller (Vorstand), Leander Bergmann (Aufsichtsrat) und Projektentwickler Sebastian Herzog an dem Gespräch teil.

Zu Beginn stellte Josef Keller die Entwicklung der Energiegenossenschaft vor. Ausgehend von einem Solarstammtisch und der Solargenossenschaft Biebergemünd eG im Jahr 2010 entstand die heutige Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG mit inzwischen rund 500 Mitgliedern. Nach den ersten Investitionen in Photovoltaikanlagen auf Schulen, kommunalen Gebäuden und Vereinsheimen folgten Beteiligungen an Windenergieprojekten sowie Investitionen in Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Heute liegt der Schwerpunkt zunehmend auf der Entwicklung eigener regionaler Projekte.

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die regionale Energieversorgung. Josef Keller warb dafür, künftig gemeinsame Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen den Kreiswerken und der Energiegenossenschaft zu prüfen. Beide Seiten waren sich einig, dass die Akzeptanz der Energiewende steigt, wenn Bürgerinnen und Bürger sich unmittelbar an Projekten beteiligen und von deren wirtschaftlichem Erfolg profitieren können.

Habekost betonte, dass die Kreiswerke Main-Kinzig mögliche Formen der Zusammenarbeit gerne gemeinsam mit ihren Gesellschaftern und im Einklang mit den strategischen Zielsetzungen des Unternehmens prüfen. Dabei steht die Geschäftsführung in enger Abstimmung mit den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat. Ziel sei es aus Habekosts Sicht, tragfähige Lösungen für die Region zu entwickeln, die den Unternehmens- und Gesellschafterinteressen ebenso gerecht werden wie den Anliegen einer Bürgergenossenschaft sowie der Kommunen. Vor diesem Hintergrund wurde vereinbart, den Dialog fortzusetzen und mögliche gemeinsame Ansätze konstruktiv mit Blick auf die Interessen aller Beteiligten weiter zu prüfen.

Großen Raum nahm das neue Thema Energy Sharing ein, das seit Juni 2026 gesetzlich möglich ist. Dabei können Bürgerinnen und Bürger Strom aus regionalen Erzeugungsanlagen gemeinschaftlich nutzen. Die Energiegenossenschaft stellte ihre Überlegungen vor, ihren Mitgliedern künftig ein entsprechendes Angebot zu ermöglichen. Habekost erklärte, dass die Kreiswerke prüfen werden, ob eine Zusammenarbeit in diesem Bereich möglich ist. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass zunächst die notwendigen technischen und abrechnungstechnischen Voraussetzungen geschaffen werden, da die Umsetzung mit einem erheblichen organisatorischen Aufwand verbunden sei. Beide Seiten vereinbarten, den Austausch zu diesem zukunftsweisenden Thema fortzusetzen und in den kommenden Monaten weitere Gespräche zu führen. Ein weiterer Schwerpunkt war der notwendige Ausbau der Stromnetze im Main-Kinzig-Kreis. Einigkeit bestand darüber, dass zusätzliche Netzkapazitäten eine entscheidende Voraussetzung für den weiteren Ausbau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen sind. Besonders das geplante Umspannwerk Albstadt wird dabei als wichtiger Baustein für die zukünftige Energieinfrastruktur angesehen.

Auch das geplante Freiflächen-Photovoltaikprojekt der Energiegenossenschaft in Jossgrund-Oberndorf wurde besprochen. Dabei wurden die derzeitigen Herausforderungen beim Netzanschluss sowie mögliche Perspektiven für eine wirtschaftliche Umsetzung erörtert. Das Gespräch mit dem Geschäftsführer der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH, Herrn Habekost, bildete den Auftakt zu einer Reihe weiterer Gespräche, die die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG in den kommenden Wochen führen wird. Geplant sind unter anderem Gespräche mit dem Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz (SPD), sowie mit verschiedenen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Region.

Ziel dieser Gespräche ist es, gemeinsam Wege zu erörtern, wie die Bürgerinnen und Bürger des Main-Kinzig-Kreises künftig noch stärker an regionalen Energieprojekten beteiligt werden können. Die Energiegenossenschaft möchte damit einen Beitrag leisten, die Wertschöpfung aus der Energiewende verstärkt in der Region zu halten und die Akzeptanz für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien durch eine breite Bürgerbeteiligung weiter zu stärken. Josef Keller zog ein positives Fazit: "Das Gespräch hat gezeigt, dass wir bei vielen Zukunftsthemen ähnliche Ziele verfolgen. Wenn Energieversorger und Bürgerenergiegenossenschaften ihre jeweiligen Stärken einbringen, können wir die Energiewende in unserer Region gemeinsam erfolgreich gestalten."

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