Dies sagt der Direktor der Regionalverbandes FrankfurtRheinMain Ludger Stüve (SPD) anlässlich des jetzt erschienen Branchenreports „Gesundheitswirtschaft Frankfurt/Rhein-Main“. So arbeiteten im Jahr 2013 hier in der Metropolregion mehr als 291.000 Beschäftige in der Branche, was knapp 14 Prozent aller Beschäftigten entspricht. In der Region sind in Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und im Main-Kinzig-Kreis die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft tätig.
Frankfurt/Rhein-Main ist durch eine große Vielfalt in den einzelnen Bereichen der Gesundheitswirtschaft gekennzeichnet: So haben bedeutende Pharmafirmen wie beispielsweise Lilly, Abbott, Merck, Merz und andere hier ihren Standort. Im Bereich Biotechnologie sind Unternehmen in der Forschung und Entwicklung sowie technische Ausrüster und Dienstleister zu finden, hier ist beispielsweise an den Fresenius-Konzern aus Bad Homburg zu denken. Die Medizintechnik wird beispielsweise durch Marktführer wie Sirona Dental Systems aus Bensheim oder BIT Analytical Instrument aus Schwalbach repräsentiert.
Zudem arbeiten Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen über die Metropolregion hinaus eng zusammen und setzten Maßstäbe bei aktuellen Forschungsthemen, sei es innerhalb des LOEWE-Programms (Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) oder außer- und inneruniversitären Forschungen. So stellt das Unternehmen „bio.logis – Zentrum für Humangenetik“ an seinem Standort im Frankfurter Innovationszentrum für Biotechnologie als eine der ersten ärztlich-diagnostischen Einrichtungen weltweit einen internetbasierten „Personal Genomics Service“ (persönliche Genanalyse) zur Verfügung. Im Bereich der HIV-Forschung konnten Experten am Paul-Ehrlich-Institut in Langen beispielsweise einen Tarnmechanismus des HI-Virus entschlüsseln. Unter Federführung der Neurologischen Klinik des Krankenhauses Nordwest wird seit 2010 mit dem südostasiatischen Staat Brunei Darussalam ein Telemedizinprojekt gesteuert und geleitet.
Schließlich bietet die Gesundheitswirtschaft ein vielfältiges Spektrum an Aus- und Weiterbildungen an. Die Berufe sind einem ständigen Wandel unterzogen und müssen sich den neuen Erfordernissen anpassen. „Der demografische Wandel wird für weitere Änderungen sorgen, nicht nur mit Auswirkungen auf die Patienten, sondern auch auf die älter werdenden Beschäftigten“, erklärt Stüve.
Der Branchenreport „Gesundheitswirtschaft“ ist die achte Veröffentlichung aus dieser Reihe, welche in Zusammenarbeit mit der FrankfurtRheinMain Standortmarketinggesellschaft, der HA Hessen Agentur GmbH, der Hessen Trade & Invest GmbH sowie der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main erstellt wurde. Die Reports sollen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für die Bedeutung der Leitbranchen sensibilisieren und machen Vorschläge zur Verbesserung der Rahmenbedingungen. Das 28-seitige Heft kann unter der Internetadresse www.region-frankfurt.de kostenlos heruntergeladen werden.


