TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Main-Kinzig-Kliniken: Dieter Bartsch verabschiedet sich als Geschäftsführer

Main-Kinzig-Kliniken: Dieter Bartsch verabschiedet sich als Geschäftsführer
Von links: Dr. Andreas Schneider (stellv. Ärztlicher Direktor GN), Stefanie Siemon-Gärtner (stellv. Pflegedirektorin), Dr. Wolfgang Hahn (stellv. Ärztlicher Direktor SLÜ), Dieter Bartsch, Landrat Thorsten Stolz, Prof. Dr. Dirk Meininger (Ärztlicher Direktor) und Samuel Palitzsch (Pflegedirektor).

„Eine Ära geht zu Ende – und zwar eine sehr erfolgreiche Ära.“ Mit diesen Worten begann Landrat Thorsten Stolz (SPD) seine Rede anlässlich der Verabschiedung von Dieter Bartsch, der zuletzt 29 Jahre als Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken tätig war. Zum Ende des Jahres verabschiedet sich der 63-Jährige aus dem aktiven Berufsleben.

Seit Gründung der Main-Kinzig-Kliniken als gemeinnützige Gesellschaft im Jahr 1997 war Bartsch deren Geschäftsführer, zuvor war er – ab Oktober 1994 – Verwaltungsleiter des Gelnhäuser Krankenhauses. „In diesen knapp 30 Jahren, die für die Krankenhaus-Landschaft im Main-Kinzig-Kreis sicher nicht einfach waren, hat Herr Bartsch mit Weitblick, Kompetenz, Integrations- und Überzeugungskraft sowie politischem Geschick die Kliniken auf Erfolgskurs geführt“, so Stolz in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken. „Fast 30 Jahre war Dieter Bartsch das Gesicht und der Ansprechpartner der Kliniken nach Außen, in Politik und Gesellschaft hinein. In dieser Zeit hat er in einem großen Umfang Verantwortung übernommen; Verantwortung, die weit über das normale Maß hinausging“, fasste Stolz zusammen.

Über drei Jahrzehnte war Bartsch Gestalter, Stratege, Netzwerker, Motivator, Kommunikator und selbstverständlich Verantwortungsträger. An den Kliniken-Geschäftsführer gerichtet betonte Landrat Stolz: „Sie haben diese Verantwortung gelebt, Herr Bartsch. Sie haben sich für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung in unserer Region stark gemacht. Sie haben dafür Sorge getragen, ein Unternehmen in dieser Größenordnung mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und Charakteren in den einzelnen Führungsebenen zusammenzuhalten und zukunftsfähig aufzustellen. Sie haben sich stets dafür eingesetzt, den mittlerweile über 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in herausfordernden Zeiten eine Perspektive zu geben. Und all das haben sie mit großem Erfolg getan.“

Diesen Erfolg schrieb sich Bartsch in seiner Rede jedoch nicht sich selbst, sondern seinen vielen Mitstreitern zu. Er sagte: „Es waren 29 Jahre, in denen sich Vieles verändert hat, manches aber auch nicht.“ Unverändert blieb: „Es machte mir bis heute große Freude, gemeinsam mit allen Mitarbeitern und Partnern etwas zum Positiven zu bewegen. Denn: Erfolg hat man nur gemeinsam.“ Zusammen für die medizinische und pflegerische Versorgung in unserer Region Verantwortung zu übernehmen und diese qualitativ weiterzuentwickeln, sei sein täglicher Antrieb gewesen: „Unsere Kliniken haben an beiden Standorten tolle Mitarbeiter, die das Vertrauen unserer Patienten genießen – und das freut mich ganz besonders, weil dies nichts Selbstverständliches ist.“

Der Austausch über alle Unternehmensbereiche und Hierarchieebenen hinweg war Bartsch ein wichtiges Anliegen, er galt als Geschäftsführer mit offenem Ohr. „Es war mir immer wichtig, bestmögliche Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass unsere Mitarbeiter ihre Arbeit gut und gerne machen und sie sich bei uns weiterentwickeln können.“ 

1978 machte der gebürtige Baden Württemberger sein Abitur in Gelnhausen. Anschließend durchschritt er bis 1990 die Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr und absolvierte währenddessen sowohl das Studium der Elektrotechnik als auch das Studium der Wirtschaftswissenschaften. 1994 ging er als Dipl. Ingenieur und Dipl. Kaufmann in die freie Wirtschaft und wechselte 1994 zum Eigenbetrieb der drei Kreiskrankenhäuser Gelnhausen, Schlüchtern und Bad Soden-Salmünster. „Ich habe mich mit Leidenschaft in diese Arbeit gestürzt“, berichtete Bartsch rückblickend. Schnell wurde das Thema Gesundheit für ihn zu einer Passion.

Während Bartschs Laufbahn in den Main-Kinzig-Kliniken wurde jede Abteilung systematisch weiterentwickelt. Landrat Stolz benannte einige Meilensteine der letzten Jahrzehnte: Der erste Meilenstein und zugleich eine der großen Herausforderungen war 1997 die Gründung der gemeinnützigen GmbH. Damit verbunden war eine grundlegend neue Organisationsentwicklung. Einige Bereiche wie medizinische Dienste, Sterilisation, Gastronomie und vor allem die Verwaltung wurden zentralisiert.

Es folgten Jahre der Schwerpunktbildung, Gründung der Medizinischen Versorgungszentren für eine umfassende ambulante Versorgung sowie Erweiterungen der medizinischen Leistungen, den Aufbau neuer Angebote und zahlreiche Zertifizierungen. „Auch baulich und infrastrukturell hat sich in den zurückliegenden drei Jahrzehnten viel getan“, so der Landrat. Stolz bemerkte schmunzelnd: „Wahrscheinlich gab es in ihrer Zeit als Geschäftsführer kein Jahr, in dem nicht irgendwo etwas gebaut worden wäre.“

Zu den großen Bauprojekten zählten: der Neubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Schlüchtern (2009), der Neubau der Akademie für Gesundheit und des Bildungszentrums in Gelnhausen (2011), der Erweiterungsbau für die Frauen- und Kinderklinik in Gelnhausen (2017), der Erweiterungsbau für die neue Palliativstation und den Infektionsbereich der Inneren Medizin in Schlüchtern (2019) sowie die Eröffnung des Neubaus für die Zentrale Notaufnahme und die Intensivstation in Gelnhausen (2021). Zahlreiche Aufstockungen, Appartementumbauten und Stations-/Bereichssanierungen fielen in die Jahre dazwischen.

„Seine außerordentliche Kommunikationsstärke, die Intensität und Beharrlichkeit, mit der Bartsch sich für die Belange der Kliniken einsetzte, und sein umfangreiches Netzwerk halfen ihm, stets das Beste für die Kliniken rauszuholen“, schloss Stolz die Auflistung der Entwicklungen.

Diese Eigenschaften kamen nicht nur den Main-Kinzig-Kliniken zugute. Ab 2004 bis heute war Bartsch Vorstandsmitglied der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) und setzte sich hier intensiv für die Belange der hessischen Mitgliedshäuser ein. In 2012 wurde er dann sogar zum Präsidenten der HKG gewählt, ab 2016 bis heute hatte er das Amt des HKG-Vizepräsidenten inne.

Mit all seinem Engagement habe Bartsch einen bedeuten Anteil an der hervorragenden Gestaltung der Gesundheitsversorgung in unserem Landkreis, aber auch über die Region hinaus. „Seiner Leidenschaft – für die Menschen hier vor Ort aktiv zu sein – haben wir es zu verdanken, dass wir heute mit Stolz auf eine umfassende, moderne und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung blicken können. Ohne seinem Wirken hätten die Main-Kinzig-Kliniken nicht den hervorragenden Standard in Medizin und Pflege, für den sie heute gelobt werden“, hob der Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende hervor und betonte: „Sie haben Spuren hinterlassen.“

Dank seiner umfangreichen Expertise und seines klugen, politischen Handelns wurde Bartsch von Kollegen, Mitarbeitern, Kooperationspartnern und Politikern auf allen Ebenen sehr geschätzt. „Die Main-Kinzig-Kliniken ohne Dieter Bartsch sind für viele von uns kaum vorstellbar. Bartsch hat unsere beiden Krankenhäuser geprägt, wie kein anderer zuvor“, resümierte Stolz und beendete seine Rede mit den Worten: „Die Geschichte der Main-Kinzig-Kliniken, ist eine Erfolgsgeschichte. Zu dieser Erfolgsgeschichte haben sie ganz persönlich viele Kapitel beigetragen. Dafür schlicht und einfach eines: DANKE, Herr Bartsch!“

verabschiedungbartsch az

Von links: Dr. Andreas Schneider (stellv. Ärztlicher Direktor GN), Stefanie Siemon-Gärtner (stellv. Pflegedirektorin), Dr. Wolfgang Hahn (stellv. Ärztlicher Direktor SLÜ), Dieter Bartsch, Landrat Thorsten Stolz, Prof. Dr. Dirk Meininger (Ärztlicher Direktor) und Samuel Palitzsch (Pflegedirektor).

Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de

Kommentare

0
Weight Lifter
2 jahre vor
Schön das es so eine Klinik gibt....und Danke, dass Wir einen Landrat wie Thorsten Stolz haben!!!
Gefällt mir 2 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
0
Walter Wähler
2 jahre vor
Zum Erscheinungsbild der Klinik: Die "Patientenakte" war ein Schock. Eine Dokumentation ist das Spiegelbild der Organisation des Unternehmens. Durcheinander, unvollständig, unkorrekt, nachgeschönt, falsch ergänzt, wurde eine unnummerierte, mit Leerformularen durchsetzte, Loseblattsammlung übergeben. Ein Qualitätsmanagement nicht in geringsten Ansätzen erkennbar. Im Gegenzug wurde für die liederliche Zettelwirtschaft ein stattlicher Kostenbeitrag pro Blatt verlangt. Bei einem Anteil von 1/3 leerem Kopierpapier+ leere Formulare ein hoher Betrag für den dürftigen Rest.

Angesichts der hohen Arbeitsbelastung glaubt der Empfänger zuerst an ein Versehen. Umso erstaunlicher die Beharrlichkeit, mit der das nichtssagende Konvolut verteidigt wird.

Um die Bedeutung darzustellen: Eine Patientenakte ist nicht nur von Bedeutung für chronisch nörgelnde Patienten mit Unzufriedenheitssyndrom. Eine Patientenakte sollte die Schichtübergabe ermöglichen, Weiterbehandlung im Krankenhaus gewährleisten, eine folgende Facharztbehandlung ermöglichen, eine Grundlage für Ansprüche an Versorgungsamt, Unfallversicherung sein.

Dank Fallpauschale ist eine gute Patientenakte für die Abrechnung nicht erforderlich. Insofern fragt sich der besorgte Leser, weshalb Krankenhäuser über die Finanzierung klagen. Die schnelle Zahlung der Krankenhausrechung durch die Krankenkasse war das Einzige was wirklich funktioniert hat.

Mitarbeiter, die unter so miserablen organisatorischen Bedingungen gute bis hervorragende Leistungen erbringen, nötigen höchsten Respekt ab. Beim Studium der Akte stellt sich unmittelbar die Frage: Würden die Verfasser des Dokuments sich sich selbst und ihre Angehörigen hier behandeln lassen? Umso erstaunlicher, wenn sogar wissende Mitarbeiter die schlechten Arbeitsumstände mit Eifer verteidigen.
Gefällt mir 2 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis