„Durch die Beatmung während der OP werden die Schleimhäute im Hals gereizt“, so Prof. Dr. Dirk Meininger, Chefarzt der anästhesiologischen Klinik: „Das kühle Eis lässt diese schneller abschwellen.“ Zudem hätten einige Patienten aufgrund des leeren Magens und der Narkose einen unangenehmen Geschmack im Mund. Manche haben auch ein starkes Durstgefühl oder neigen zu Übelkeit. In solchen Fällen könne ein erfrischendes Wassereis schnelle Abhilfe schaffen und zum Wohlbefinden beitragen, so der Mediziner: „Viele Patienten fühlen sich schneller wieder fit. Im Optimalfall kann durch das Eis sogar der Einsatz von Schmerzmitteln reduziert werden.“
In Kliniken anderer Länder, beispielsweise den USA oder Niederlanden, ist es schon länger üblich, nach dem Erwachen aus dem künstlichen Schlaf ein Wassereis zu verabreichen. Dass nun auch einige Krankenhäuser in Deutschland dieses Angebot einführen, dürfte bei den meisten Patienten gut ankommen. Auch in den Main-Kinzig-Kliniken war die Resonanz von Anfang an beeindruckend positiv: „Die meisten Patienten greifen gerne zu“, freut sich Prof. Meininger, sodass das Eis nun auch auf der Intensivstation zum Einsatz kommt.
Foto: Prof. Dr. Dirk Meininger, Chefarzt der anästhesiologischen Klinik, und Ilona Spahn-Rygol, stellvertretende Leiterin der Anästhesiepflege, im Aufwachraum des Gelnhäuser OP-Bereichs.


