Im Mittelpunkt stehen dabei regionale Netzwerke, die eine strukturierte Zusammenarbeit der beteiligten Krankenhäuser anstreben. Bedeutet: Krankenhäuser und andere Gesundheitsinstitutionen haben sich dem Hessischen Onkologiekonzept angeschlossen, um Patienten mit Krebserkrankungen eine bestmögliche Behandlung auf qualitativ höchstem Niveau bieten zu können. So auch die Main-Kinzig-Kliniken.
Im Versorgungsgebiet Frankfurt am Main/Offenbach sind das Universitätsklinikum Frankfurt und das Krankenhaus Nordwest koordinierende Krankenhäuser, die Main-Kinzig-Kliniken treten als kooperierende Häuser auf. „Auf diese Weise können wir unseren onkologischen Patienten im mittleren und östlichen Main-Kinzig-Kreis eine leitliniengerechte Behandlung garantieren, die sich zugleich an den neuesten Forschungsergebnissen orientiert“, beschreibt Frank Forst, Chirurg und leitender Oberarzt im Darmzentrum Gelnhausen an den Main-Kinzig-Kliniken. Denn ein erster Schritt zur Umsetzung des Onkologiekonzeptes ist die Umsetzung einer sogenannten Tumorkonferenz. Hier besprechen alle an der Therapie beteiligt Experten die Entwicklung der Patienten.
„Eine optimale Krebstherapie zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass an der Behandlung mehrere Fachdisziplinen beteiligt sind, die sich regelmäßig zum Krankheitsverlauf des Patienten austauschen“, erläutert Forst. „Neue Therapieaspekte und Behandlungsmöglichkeiten können so kurzfristig mit den Ärzten diskutiert werden.“ Seit Kurzem findet eine solche Tumorkonferenz nun auch in Gelnhausen statt. „Bisher haben die Ärzte der Main-Kinzig-Kliniken die Tumorkonferenzen in anderen Krankenhäusern besucht“, berichtet der Chirurg und ergänzt: „Mit der Unterzeichnung des Hessischen Onkologiekonzeptes gehen wir den nächsten Schritt und laden zu uns nach Gelnhausen ein.“
Konkret sind das Internisten, Gynäkologen, Chirurgen, Radiologen, Urologen und Gastroenterologen der Main-Kinzig-Kliniken sowie Experten der Strahlenmedizin, Pathologen und natürlich Onkologen aus niedergelassenen Praxen oder anderen Kliniken. Die Mediziner treffen sich nun einmal wöchentlich, um sich über die besten Behandlungsmöglichkeiten für die onkologischen Patienten der Main-Kinzig-Kliniken auszutauschen und zu beraten.
Dass dies große Vorteile für die Behandlung von Krebserkrankungen mit sich bringt, kann Forst nur bestätigen: „Der Austausch in einem breiten Gremium von Vertretern verschiedener Fachdisziplinen erzeugt immer einen Perspektivwechsel. Nur so können wir einen ganzheitlichen Therapieansatz verfolgen, der unseren Patienten eine bestmögliche Behandlung bietet.“ Dies gebe, so der Gelnhäuser Chirurg, den Patienten auch mehr Sicherheit. „Natürlich macht es einen Unterschied, ob ein Arzt seinem Patienten eine Therapieentscheidung vorschlägt, die er allein getroffen hat, oder ob man dem Patienten erklären kann, dass jenes Vorgehen in einer Gruppe von Ärzten aus unterschiedlichen Fachrichtungen diskutiert und besprochen wurde.“
Weshalb die Einrichtung einer Tumorkonferenz an den Main-Kinzig-Kliniken für die Region um Gelnhausen, Schlüchtern und Umgebung so wichtig ist, liegt für Forst ebenfalls auf der Hand: „Wir wollen den Menschen hier vor Ort langfristig eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige Versorgung bieten, vor allem auch in der onkologischen Behandlung. Und deshalb holen wir nun die entsprechenden Strukturen nach Gelnhausen.“
Foto: In den Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen findet nun einmal pro Woche eine Tumorkonferenz statt – ein großer Vorteil für die Patienten vor Ort.



