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Spritpreiskrise: "Tankrabatt greift zu kurz"

Spritpreiskrise: "Tankrabatt greift zu kurz"

Der von der Bundesregierung angekündigte Tankrabatt in Höhe von 17 Cent pro Liter, befristet auf zwei Monate, reicht aus Sicht der Fachverbände Omnibus- und Pkw-Verkehr Hessen e.V. nicht aus, um kraftstoffabhängige Unternehmen wirksam zu entlasten. "Seit Beginn der aktuellen Krise Ende Februar 2026 sind die Kraftstoffpreise massiv gestiegen. Während der Dieselpreis im Dezember 2025 noch bei circa 1,60 Euro pro Liter lag, werden derzeit etwa 2,25 Euro pro Liter fällig – ein Anstieg von rund 40 Prozent. Vor diesem Hintergrund kann die geplante Maßnahme die gestiegenen Kosten nach Einschätzung der Fachverbände nicht ausreichend abfedern", heißt es in einer Pressemitteilung.

Kritisch bewerten die Fachverbände zudem die Darstellung der Bundesregierung, die ihre Entlastungsmaßnahme als staatliche „Kosten“ in Höhe von 1,6 Milliarden Euro beziffert. Aus Sicht der Fachverbände handelt es sich dabei jedoch nicht um zusätzliche Ausgaben, sondern vielmehr um einen teilweisen Verzicht auf krisenbedingt gestiegene Steuermehreinnahmen, insbesondere aus der Mehrwertsteuer. Darüber hinaus warnen die Fachverbände davor, dass Mineralölkonzerne den Tankrabatt durch entsprechende Preisanpassungen zumindest teilweise wieder abschöpfen könnten. Vergleichbare Effekte seien bereits während des Tankrabatts im Jahr 2022 im Zuge des Ukraine-Krieges zu beobachten gewesen, ohne dass sich eine nachhaltige Entlastung der Kraftstoffpreise eingestellt habe.

„Ohne zusätzliche Maßnahmen droht der Tankrabatt ins Leere zu laufen“, erklärt Mathias Hörning, Geschäftsführer der Fachverbände. Er fordert daher weitergehende Schritte. Neben einer stärkeren Entlastung bei der Energiesteuer spricht er sich insbesondere für eine temporäre Aussetzung der CO₂-Abgabe sowie für eine wirksame Preisdeckelung für Kraftstoffe aus, wie sie in anderen EU-Mitgliedstaaten bereits umgesetzt wird. Ziel müsse es sein, zu verhindern, dass der Tankrabatt durch Preisanpassungen der Mineralölkonzerne aufgezehrt wird.

Hörning kritisiert zudem die von der Bundesregierung geschaffene Möglichkeit einer steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie für Beschäftigte, die aus seiner Sicht an der Realität vorbeigeht. „Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage aufgrund massiv gestiegener Kosten haben schlicht nicht die finanziellen Spielräume für zusätzliche freiwillige Leistungen.“ Angesichts der anhaltend hohen Belastungen hält er zudem eine Befristung auf zwei Monate für nicht ausreichend. Erforderlich seien vielmehr verlässliche, planbare und langfristig wirksame Entlastungsmaßnahmen.

"Der Tankrabatt wird von den Fachverbänden als erster Schritt begrüßt, er ist jedoch nicht ausreichend und bleibt deutlich hinter den Anforderungen der aktuellen Spritpreisentwicklung zurück. Ohne ergänzende Maßnahmen drohen weiterhin erhebliche Belastungen, insbesondere für kraftstoffabhängige Branchen. Daher sind wirksamere Entlastungen erforderlich, um eine Insolvenzwelle sowie Arbeitsplatzverluste in der Verkehrsbranche noch rechtzeitig abwenden zu können", heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Kommentare

10
Ire
3 wochen vor
Jetzt, wo ihre kühnsten Träume wahr werden, ist Robert in Kalifornien und Anna-Lena in New York beim Photoshooting oder so. Was der Robert in Kalifornien so treibt, weiß man nicht ganau. Angeblich lehrt er kreatives Schreiben. Andere haben wegen kreativem Schreiben ihren Doktortitel wieder verloren.

Für eine Universität für Hochstapelei wüßte ich sehr gutes Lehrpersonal.
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Wolfram
3 wochen vor
Zitat:
Aus Sicht der Fachverbände handelt es sich dabei jedoch nicht um zusätzliche Ausgaben, sondern vielmehr um einen teilweisen Verzicht auf krisenbedingt gestiegene Steuermehreinnahmen, insbesondere aus der Mehrwertsteuer.
Wenn der immer wieder verteufelte Staat durch die Spritpreiserhöhungen 17 Cent pro Liter bekäme, müsste diese Erhöhung ca 90 Cent/Liter betragen.
Der Tankrabatt erstattet also mehr als die zusätzliche Mehrwertsteuer.
Zitat:
Er fordert daher weitergehende Schritte. ...
Jeder dieser Schritte unterliegt dem gleichen Risiko, von den Konzernen wieder aufgefressen zu werden. Bis zu welchem Betrag soll man dem hinterhersubventionieren?

Zwei Energiepreisschocks in 4 Jahren sollten dem gesamten Fachverband genügen, um bei anstehenden Modernisierungen auf andere Energieträger umzusteigen.
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12
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 wochen vor
zitiere Wolfram:
Wenn der immer wieder verteufelte Staat durch die Spritpreiserhöhungen 17 Cent pro Liter bekäme, müsste diese Erhöhung ca 90 Cent/Liter betragen.
Der Tankrabatt erstattet also mehr als die zusätzliche Mehrwertsteuer.


Die Senkung der Mineralölsteuer ist nicht ansatzweise die Mehrwertsteuer.
Die Steuersenkung auf Mineralöl beträgt 14,04 Cent.
Entsprechend dadurch geringere Einnahme auf die dann Mehrwertsteuer anfällt, ergeben sich die 17 Cent.

Entsprechend ist das einfach nur Trickserei, und keine 17Cent die der Staat dem Bürgern nachlässt.

Wie kommt man aber auf die 14,04Cent und solch einen krummen Betrag.
Das könnte tatsächlich rechnerisch ein Hinweis auf eine geplante Anhebung der Mehrwertsteuer von 19% auf 21% sein, um zukünftig wieder einen glatten Betrag zu haben.
Könnte passen, da es die Debatte um eine Anhebung sowieso erst gab.

zitiere Wolfram:
Zwei Energiepreisschocks in 4 Jahren sollten dem gesamten Fachverband genügen, um bei anstehenden Modernisierungen auf andere Energieträger umzusteigen.


Es gibt Deutsche Firmen, die tatsächlich aus Abfall und Zufallsstrom Grünen Kraftstoff in großen Mengen erzeugen.
Leider Verkaufen diese ihre Innovation ins Ausland, da Deutschland kein Interesse hat.
Man setzt in Deutschland lieber darauf, die Wirtschaft und Bevölkerung zu ruinieren.
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12
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 wochen vor
Politikern kommen die Mehreinnahmen durch die Hohen kosten gerade recht.
Können sie doch mit dem Extra Geld ein paar Löcher stopfen.

Verschiedene Politiker haben schon zugegeben, dass eine Entlastung der Bürger im aktuellen Haushalt nicht vorgesehen ist.
Die Neuverschuldung über die nächsten Generationen reicht nicht aus, da weiterhin mehr Geld ins Ausland verschenkt wird als überhaupt vorhanden ist.

Diejenigen, die für die Steuereinnahmen Arbeiten gehen, werden nur weiter zur Kasse gebeten.
Versprochene Kürzungen und Einsparungen zur BTW 2025 hat es bisher nicht gegeben und wird es auch nicht geben.

Kein Abbau der Bürokratie, kein Stopp der Flüchtlingsströme, keine Entlastung der Bürger.
Nur steigende Kosten, mehr Bürokratie, weniger Entlastung der Bürger durch Steigerung der Krankenkassenbeiträge, Familienversicherung und die ganze Klimakacke nicht zu vergessen.

Das Unabhängig werden von russischen Rohstoffen hat uns nur tiefer in die Krise gebracht, und wir sind abhängiger als je zuvor.
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11
Dea.de Hanauer
3 wochen vor
Irgendwann wird Klingbeil schweiss gebadet nachts aufwachen, und eine weiss- und grüngewandete Jesusfigur erträumt haben, ,welche Roooobert so ähnlich sah. Wenn er, der Lars, überhaupt noch ein Amt hat.

Dieser "Heiland" sagte ihm, wahrlich bald fahren alle Co2- und Mineralösteuerfrei Elektroautos auf Bambusstrassen mit Lehmbindung.

Gottseidank nur ein Traum, oder?
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12
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 wochen vor
zitiere Dea.de Hanauer:
Dieser "Heiland" sagte ihm, wahrlich bald fahren alle Co2- und Mineralösteuerfrei Elektroautos auf Bambusstrassen mit Lehmbindung.


Und weil die Politiker so gnädig sind, verzichten sie gerne auf die Steuereinnahmen aus CO2 Steuer,
dass ihnen zum Wohle des Klimas keine neue Steuer für die Elektrokarren einfallen wird.
Oder kommt dann vielleicht eine Steuer auf den Sondermüll in den Akkus der Fahrzeuge.
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0
P.A.
3 wochen vor
Ich vermisse in dieser Kolumne die Alternativen zu der Abhängigkeit von fosilen Energieen: "Erneuerbarer Strom".

Sind wir nicht selbst schuld, wenn die Dieselpreise durch die Decke gehen.?
- Unsere Wirtschaftsministerin streicht die Förderung privater Solaranlagen.
- Bad Orb hat per Bürgerbefragung beschlossen die Energiewende mit allen juristischen Mitteln zu bekämpfen.
- Der Gegenwind e.V. im Freigericht schreckt nicht dafür zurück einen Atom-Lobbyisten als "Experten" einzuladen.

Es gibt eine Möglichkeit von Benzin und Diesel unabhängig zu werden. Aber wir entscheiden uns, ein ums andere Mal, für die hohen Treibstoff-Preise.
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A.S.
3 wochen vor
Ich könnte, will aber eigentlich nicht!

So könnte man die Maßnahmen zum Thema Sprit überschreiben und gleich noch weitere Sorgenkinder mit ins Boot nehmen.

Wie immer ist offensichtlich das sich eine Bundesregierung nicht ins Handwerk pfuschen lassen will. Wenn man von Kontinuität in Sachen Bundespolitik reden kann, dann ist es die Beratungsresistenz die sich in einer völlig von der Realität befindlichen Denkweise festgesetzt hat.

Gewisse Volksvertreter sollten sich eigentlich grundsätzlich fragen um was es hier überhaupt geht!

Wenn sie in dem Maße weiter sich um die ganze Welt kümmern wollen, sollten sie sich im eignen Land umschauen. So langsam aber sicher bröckeln die Fundamente auf der die solide Basis der BRD steht.

Apelle aus der Wählerschaft werden grundsätzlich ignoriert. Man verlässt sich lieber auf eine im Bundestag völlig zerdebattierte, dem Ego des einzelnen gerecht werdende Kompromissfindung, in der es nur um das "Ansehen" des Einzelnen zu gehen scheint.

Ansonsten bleibt der Eindruck, ein wenig hier, ein wenig da und wenn es geht sollen sich wieder einmal die Anderen darum kümmern. Wer immer die auch weiterhin sein sollen!
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