Die NGG Rhein-Main beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Demnach haben bundesweit im Schnitt 5 Prozent der Bevölkerung Probleme beim Bezahlen von Strom- und Gasrechnungen. Mieter seien dabei deutlich häufiger im Zahlungsrückstand als Menschen mit Wohneigentum. „Steigende Strompreise setzen die Menschen unter Druck. Wer im Main-Kinzig-Kreis für einen Niedriglohn arbeitet oder sogar nur den Mindestlohn bekommt, muss ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen. Wenn für diese Menschen Strom jetzt mehr und mehr zum Luxusgut wird, dann muss dringend etwas passieren“, sagt Hendrik Hallier.
Der Geschäftsführer der NGG Rhein-Main fordert die Bundesregierung auf, die Stromsteuer für private Haushalte – wie im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart – zu senken. „Der Effekt wäre sofort da: Mit geringeren Stromkosten könnte der Staat den Menschen prompt und wirkungsvoll unter die Arme greifen“, so Hallier. Der Gewerkschafter appelliert an die Bundestagsabgeordneten aus dem Main-Kinzig-Kreis und der Region, sich in Berlin „für einen kräftigen und dauerhaften Stromsteuer-Rabatt stark zu machen“. Außerdem gehörten Stromnetze in die öffentliche Hand: „‚Strom-Autobahnen‘ dürfen nicht zur Rendite-Infrastruktur für Investoren werden“, fordert Hallier.
Für private Haushalte sei es wichtig, möglichst langfristig stabile Energiekosten zu haben. Davon würden aber auch Schwimmbäder, Schulen und Krankenhäuser profitieren, so die NGG Rhein-Main. Die vom Bund geplante Senkung der Stromnetzentgelte könnte genauso wie die Befreiung der Gaskunden von der Gasspeicherumlage nur ein erster Schritt sein, um die Energiekosten für private Haushalte spürbar zu senken.
Darüber hinaus begrüßt die NGG Rhein-Main den vom Bund für das kommende Jahr bis 2028 geplanten vergünstigten Industriestrompreis von rund 5 Cent pro Kilowattstunde. Es sei jetzt allerdings entscheidend, welche energieintensiven Unternehmen nach dem Willen der Bundesregierung davon profitieren sollen. „Gerade auch die Lebensmittelindustrie hat einen hohen Energiebedarf. Das müssen die heimischen Bundestagsabgeordneten jetzt gegenüber der Bundesregierung in Berlin deutlich machen. Auf jeden Fall ist es für die Ernährungswirtschaft im Main-Kinzig-Kreis und der Region wichtig, dass der Bund die Stromsteuer auch über das Jahresende hinaus senkt. Denn hohe Energiekosten dürfen keine Arbeitsplätze gefährden“, so Hendrik Hallier. Insgesamt arbeiten im Main-Kinzig-Kreis allein in der Ernährungswirtschaft rund 1.750 Beschäftigte in 102 Betrieben, so die NGG Rhein-Main. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.



Kommentare
Hauptsache, die Steuermilliarden werden zuverlässig irgendwo auf der Welt verteilt – bevorzugt an Orte, die möglichst weit von deutschen Alltagsproblemen entfernt sind.
Wenn man den politischen Statements gut zuhört, bekommt man ohnehin den Eindruck, dass das Wohlergehen der eigenen Bürger eher am unteren Ende der Prioritätenliste steht.
https://www.youtube.com/watch?v=FmCcO5Bdv1U
/s
Wer allerdings geglaubt hat, dass sich diese zum Militarismus konvertierte "Partei" wegen des angerichteten Unheils entschuldigen könnte, sieht sich getäuscht. Vielleicht richten es (trotz tagesschau und Co.) die Wähler.
Hausgemacht von unserer Politik! Wollen anderen schaden, schaden aber nur der eigenen Bevölkerung.