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Keiler Bier

Ohne Gastro-Foul gegen die WM-Fußballstimmung

Zur Fußball-WM: Kein „Foulspiel“ in Biergärten, Gaststätten und Restaurants im Main-Kinzig-Kreis. Es geht um „faire Dienstpläne“ für die rund 3.950 Gastro-Beschäftigten im Main-Kinzig-Kreis – in den Küchen und im Service, an den Theken und Bars.

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Dafür macht sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kurz vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft jetzt stark. Die WM-Arbeitszeiten sollten frühzeitig abgesprochen werden,

„Eines darf es auf keinen Fall geben: Alles rechts ran für den Fußball und WM-Überstunden bis zum Abwinken. Gastronomen, die das verlangen, spielen sich ins Abseits“, so Hendrik Hallier von der NGG Rhein-Main. Bei den Dienstplänen müsse auf die Kellnerin mit Kind genauso Rücksicht genommen werden wie auf die Köchin, die zu Hause einen Angehörigen pflege. Mit gut geplanten WM-Schichten in der Gastronomie lasse sich der Fußball dann auch im Main-Kinzig-Kreis prima feiern.

Zudem müsse es zu den Spitzenzeiten der Fußballübertragung zusätzliches Personal geben. „Das darf keine ‚Überstunden-WM‘ werden. Mal ganz abgesehen davon, dass jede Überstunde von den Wirten und Restaurantbetreibern auch bezahlt werden muss. Denn in der Gastronomie sind selbst die spannendsten WM-Spiele Arbeits- und keine Freizeit. Daran ändert auch König Fußball nichts“, so Hendrik Hallier. Jedem Gastronomen, der da auf andere Ideen komme, werde die NGG Rhein-Main die Rote Karte zeigen.

Außerdem, so die Gewerkschaft, lege die Fußball-WM einen ganz anderen Ball auf den Elfmeterpunkt: „Es ist höchste Zeit, endlich ein ‚Lohn-Tor‘ für Köche, Kellner & Co. im Main-Kinzig-Kreis zu schießen.“ Der letzte Tarifvertrag wurde bereits zum 31. Dezember vergangenen Jahres gekündigt. Eine deutliche Anpassung der Gehälter sei daher mehr als überfällig. Diese verweigere der DEHOGA aber bislang. Zusätzlich provoziere der Arbeitgeberverband mit Gegenangeboten, die nur als Schlag ins Gesicht der Angestellten verstanden werden könnten. Die NGG fordert 7,5 Prozent mehr Lohn. Für einen gelernten Koch in Vollzeit würde das mindestens 225 Euro mehr pro Monat auf dem Lohnkonto bedeuten, so die Gewerkschaft.

Zum Start der Fußball-WM will die NGG den Druck auf den Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) noch einmal erhöhen. „Bleibt zu hoffen, dass die Arbeitgeber im DEHOGA auf Fair Play setzen und sich in der WM-Phase kein Eigentor schießen. Das würden ihnen die Beschäftigten übelnehmen. Und mit einem Team, das nicht mitspielt, sind auch keine Tore zu machen – vor allem in der Gastronomie nicht“, so Hendrik Hallier.

Schließlich setze die NGG Rhein-Main auf „starke Gastro-Umsätze bei spannenden Spielen“ durch Public Viewing im Main-Kinzig-Kreis. Genau hier sieht die Gewerkschaft aber auch ein Problem, mit dem die Fußball-Weltmeisterschaft bei der Gastronomie im Main-Kinzig-Kreis diesmal „etwas auf die Bremse tritt“: Immerhin komme die WM aus Kanada, Mexiko und den USA. „Die Live-Übertragungen der Spiele laufen also spät – die meisten zu spät für alle, die am nächsten Tag wieder arbeiten müssen. Das wird also eine ‚Nacht-WM‘“, so der Geschäftsführer der NGG Rhein-Main.

Der früheste Kickoff sei um 18 Uhr. Den spätesten Anpfiff gebe es allerdings erst um 6 Uhr morgens. „Etliche Spiele fangen bei uns um 19 Uhr an. Das ist natürlich prima. Aber viele werden um 22 Uhr oder sogar erst um 1 Uhr angepfiffen. Die Gastronomie im Main-Kinzig-Kreis kann Public Viewing also nur für einen Teil der Spiele bieten. Vielen Wirten dürfte das nicht rentabel genug sein. Sie werden deshalb wohl gleich ganz auf Großbildschirme und Leinwände für die Fußballübertragungen verzichten“, sagt Hendrik Hallier.

Die Gastro-Gewerkschaft erwartet deshalb, dass es beim Public Viewing im Main-Kinzig-Kreis „ganz schön eng“ werden könnte: „Vor allem bei spannenden Spielen ist mit einem Ansturm auf die raren Plätze zu rechnen. Da könnte so mancher leer ausgehen. Das tut natürlich jedem weh, der für den Fußball fiebert“, so Hallier. Der Geschäftsführer der NGG Rhein-Main macht dabei aber auch gleich klar: „An den Beschäftigten liegt es nicht. Die sind ‚spielbereit‘, was die Küche, den Service, die Theken und Bars während der WM angeht. Vorausgesetzt, Lohn und Dienstpläne passen.“

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