Dort hatte sich ein Unbekannter bei einem Niddaer gemeldet und ihm in russischer Sprache etwas von einem Verkehrsunfall erzählt, bei dem der Mann seiner Nichte verwickelt sei. Dazu benötige er dringend Geld. Unmittelbar danach wurde er an einen Rechtsanwalt verbunden. Der Niddaer brach jedoch kurz danach das Telefonat ab. Der Anrufer benutzte dabei eine Rufnummer mit litauischer Vorwahl. Zu solchen Schockanrufen kommt es im gesamten Wetteraukreis schon seit knapp einem Jahr. Dabei wurden gezielt Spätaussiedler, aus der ehemaligen Sowjetunion, Ukraine, Kasachstan, Russische Föderation und Lettland stammende ältere Mitbürger, angerufen. In russischer oder deutscher Sprache, mit russischem Akzent, wurde ihnen eine Notsituation geschildert, zum Beispiel ein Verkehrsunfall oder sonstiges Ereignis, in die ein Angehöriger des Angerufenen verwickelt sei. Diese "Schocksituation" nutzten die Täter aus, indem sie Hilfeleistungen anboten. Sie forderten Bargeld zur Bezahlung für medizinische Behandlungen oder Abwehr von Strafen. Sie drohten damit, wenn das Geld nicht bezahlt würde, unter anderem die Polizei einzuschalten beziehungsweise dass eine Gefängnisstrafe die Folge sein könnte. Es ist davon auszugehen, dass es nun wieder vermehrt zu Schockanrufen kommen kann. Die Polizei gibt dazu folgende Tipps:
- Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein, prägen Sie sich jedoch Stimme und sprachliche Besonderheiten des Anrufers ein
- Notieren Sie die angezeigte Telefonnummer
- Wenn Sie zu einem Rückruf aufgefordert werden, rufen Sie nicht zurück, aber notieren Sie sich die Ihnen genannte Rufnummer, sie beginnt meistens mit der Vorwahl für Litauen 00370
- Wenden Sie sich unverzüglich an Ihre nächste Polizeidienststelle.



