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5,9 Prozent mehr Hilfen für junge Menschen in Hessen

5,9 Prozent mehr Hilfen für junge Menschen in Hessen

Die Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Hessen haben im Laufe des Jahres 2024 insgesamt rund 84 120 Hilfen zur Erziehung sowie Eingliederungshilfen geleistet. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr (79 450). Insgesamt erhielten 2024 in Hessen rund 95 600 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige unter 27 Jahren Hilfen1, was einem Zuwachs von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach.

Anstieg der Eingliederungshilfen für junge Menschen mit seelischer Behinderung um 11,4 Prozent

Mit 68 380 Fällen bzw. einem Anteil von 81,3 Prozent machten die Hilfen zur Erziehung die überwiegende Mehrheit der Hilfeleistungen aus. Sie nahmen 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent zu. Dazu zählten vor allem die Erziehungsberatung (34 630 oder 41,2 Prozent aller Hilfen) sowie die sozialpädagogische Familienhilfe (10 240 oder 12,2 Prozent aller Hilfen), die Heimerziehung (8 880 oder 10,6 Prozent aller Hilfen) sowie die Vollzeitpflege (4 830 oder 5,7 Prozent aller Hilfen). Die anderen Erziehungshilfen spielten mit jeweils unter 5 Prozent eine untergeordnete Rolle bei den Hilfeleistungen.

Eingliederungshilfen für junge Menschen mit seelischer Behinderung machten 18,7 Prozent der Hilfeleistungen im Jahr 2024 aus. Ihre Zahl erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf rund 15 740.

Großteil der unterstützten Kinder und Jugendlichen lebte bei Alleinerziehenden

Die Situation in der Herkunftsfamilie spielte bei den Hilfeleistungen eine große Rolle, besonders Kinder und Jugendliche mit alleinerziehenden Elternteilen wurden unterstützt: In mehr als der Hälfte der Fälle (53,1 Prozent) lebten die Hilfeempfängerinnen und -empfänger bei Alleinerziehenden mit oder ohne Partnerin bzw. Partner. Auch bei den Vollzeitpflegefällen hatte mit einem Anteil von 69,3 Prozent die überwiegende Mehrheit der Hilfeempfangenden einen alleinerziehenden Elternteil. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Erziehungshilfen in einer Tagesgruppe mit einem Anteil von 68,8 Prozent sowie bei sozialpädagogischen Familienhilfen mit einem Anteil von 62,5 Prozent.

41,9 Prozent der Hilfen wurden jungen Menschen mit Migrationshintergrund gewährt. Deren Anteil war bei der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung mit 72,7 Prozent sowie der Heimerziehung mit 64,1 Prozent besonders hoch.

30,2 Prozent der Hilfen erhielten junge Menschen aus Familien, die Transferleistungen wie beispielsweise Bürgergeld bezogen. Dabei war unter den Hilfearten Vollzeitpflege (78,2 Prozent), Erziehung in einer Tagesgruppe (57,8 Prozent) und sozialpädagogische Familienhilfe (56,6 Prozent) der Anteil an Transferleistungsbezieherinnen und -beziehern besonders hoch.

Weniger Adoptionen, mehr Sorgerechtsentzüge

Die Zahl der Adoptionen war 2024 in Hessen rückläufig. Insgesamt wurden 243 Kinder und Jugendliche adoptiert und damit 14 weniger als ein Jahr zuvor. Gut zwei Drittel (67,1 Prozent) der Kinder und Jugendlichen wurden von ihren Stiefmüttern oder ‑vätern angenommen, also den (neuen) Partnerinnen oder Partnern der rechtlichen Elternteile. 25,9 Prozent der Adoptiveltern waren nicht verwandt mit dem Adoptivkind.

Zudem wurden im Jahr 2024 in Hessen in insgesamt 725 Fällen ein vollständiger oder teilweiser Entzug der elterlichen Sorge angeordnet2. Damit erhöhte sich die Anzahl der Sorgerechtsentzüge in Hessen gegenüber dem Vorjahr um 21 Fälle.

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