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Landesregierung für bezahlbare und verlässliche Energiewende

Auf Norderney ist am Freitag die Frühjahrs-Energieministerkonferenz (EnMK) 2026 zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen unter anderem die Finanzierung der Energiewende, die Rolle von Rechenzentren sowie die weitere strategische Ausgestaltung des Energiesystems.

Die Länder befassten sich zudem mit Fragen der Preisstabilität und der notwendigen Investitionen in Strom- und Wärmenetze.

Versorgungssicherheit und Wertschöpfung gemeinsam sichern

„Die Energiewende ist nicht nur eine technische Aufgabe, sondern auch eine wirtschafts- und gesellschaftspolitische Herausforderung. Klimaneutralität braucht einen klaren Fahrplan, Versorgungssicherheit und Akzeptanz. Deshalb müssen wir die Energiewende so gestalten, dass sie bezahlbar bleibt, Arbeitsplätze sichert und Wertschöpfung in unserem Land hält“, sagte Staatssekretärin Ines Fröhlich.

Hessen hatte sich im Rahmen der Beratungen dafür eingesetzt, dass die weitere Ausgestaltung der Energiewende nicht allein auf einzelne Ausbauschritte beschränkt wird, sondern auf einem strategischen Rahmen mit konkreten Meilensteinen, Maßnahmen und einem klaren Zeitplan basiert. Dabei muss eine sichere, verlässliche und bezahlbare Energieversorgung dauerhaft gewährleistet werden.

Stadtwerke stärken und Investitionen ermöglichen

Die Transformation der Energieversorgung und insbesondere der Um- und Ausbau von Strom- und Wärmenetzen erfordern erhebliche Investitionen. Vor allem kommunale Energieversorger und Stadtwerke stehen dabei vor großen Herausforderungen.

„Die Energiewende wird nur erfolgreich sein, wenn diejenigen, die sie vor Ort umsetzen, auch handlungsfähig bleiben. Kommunale Energieversorger und Stadtwerke brauchen verlässliche Instrumente, um notwendige Investitionen stemmen zu können. „Der Bund muss hier auch seiner Verantwortung gerecht werden und passende Finanzierungsmöglichkeiten schaffen, die die Einbindung von privatem Kapital und Mäzzine ermöglichen“, sagte Fröhlich.

Hessen geht hierbei bereits eigene Wege. Mit dem Hessenfonds wurde im vergangenen Jahr ein Finanzinstrument geschaffen, um Investitionen hessischer Unternehmen in Transformationsprozessen – etwa im Bereich der Energiewende – zu ermöglichen. Zudem soll mit einem Nachrangkapitalprogramm die wirtschaftliche Eigenkapitalausstattung von kommunalen Stadtwerken gestärkt werden – es ist offen für Investitionen in alle Formen der Energieversorgung, von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien über Netzausbau und Speicherprojekte bis hin zu Effizienzmaßnahmen im Bestand. Insgesamt sollen Landesbürgschaften in Höhe von zunächst 1 Mrd. Euro zur Absicherung des Nachrangkapitals bereitgestellt werden. Damit schafft Hessen gezielt finanzielle Spielräume, damit kommunale Unternehmen die Transformation der Energieversorgung vor Ort verlässlich, mutig und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger vorantreiben können. Gleichzeitig setzt sich Hessen dafür ein, dass Aufgabenübertragungen des Bundes an Länder und Kommunen auch mit einer angemessenen finanziellen Ausstattung verbunden werden.

Digitalisierung und Energiebedarfe zusammendenken

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen war die zunehmende Bedeutung von Rechenzentren für Wirtschaft und Infrastruktur. Hessen kommt als bedeutender Rechenzentrumsstandort dabei eine besondere Rolle zu.

„Rechenzentren sind eine wesentliche Grundlage unserer digitalen Wirtschaft und ein wichtiger Standortfaktor. Ihr weiterer Ausbau muss wirtschaftliches Wachstum ermöglichen und gleichzeitig netzverträglich ausgestaltet werden. Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gleichzeitig können Rechenzentren im Gesamtsystem der Wärmewende einen wichtigen Beitrag leisten, den wir gezielt nutzen wollen. Deshalb setzt sich Hessen ausdrücklich für die Nutzung von Abwärme, für die Umsatzsteuerbefreiung bei der Wärmeabgabe und für die Einhaltung klarer Energieeffizienz-Standards ein.“, sagte Fröhlich.

Die Energieministerkonferenz betonte die Notwendigkeit, Rechenzentren effizient und systemverträglich in das Energiesystem zu integrieren und Auswirkungen auf Strompreise und Netzkosten möglichst gering zu halten.

Hintergrund

Die Energieministerkonferenz der Länder fand vom 20. bis 22. Mai 2026 auf Norderney statt. Im Rahmen der Konferenz wurden verschiedene Beschlussvorschläge zu Preisstabilität, Finanzierung der Energiewende, strategischen Leitlinien sowie zur Rolle von Rechenzentren beraten.

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