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Weihnachtsbäume ohne Gift kaufen

Wetzlar – In den letzten zwei Wochen vor Weihnachten kommt der Verkauf von Weihnachtsbäumen voll in Gang.

Denn für viele Hessinnen und Hessen ist der festlich geschmückte Weihnachtsbaum nach wie vor der Inbegriff der Feiertage. In der Vorweihnachtszeit wechseln in Deutschland über 30 Millionen junge Fichten und Tannen den Besitzer. Leider sind viele Weihnachtsbäume alles andere als nachhaltig. „Die Zeiten, als Weihnachtsbäume noch als Abfallprodukt der heimischen Forstwirtschaft anfielen, sind schon lange vorbei. Über 80 Prozent der verkauften Gehölze stammen heute aus Weihnachtsbaumplantagen, in denen meist kräftig gespritzt und gedüngt wird: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs und Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln“, gibt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen, zu bedenken. Der NABU warnt vor möglichen Gesundheitsschäden durch giftbehandelte Weihnachtsbäume. „Mit einem unbehandelten Baum erspart man sich und seiner Familie eine mögliche Belastung der Raumluft mit Pestizid-Ausdünstungen während der Feiertage“, so Sommerhage. Deshalb empfiehlt es sich, den Nadelbaum aus einer Weihnachtsbaum-Kultur zu erwerben, die nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet wird. 

Nachhaltige Weihnachtsbäume

Wer Wert auf giftfreie Bäume in der guten Stube legt, kann zu einem der noch wenigen Weihnachtsbäume mit Siegel greifen: „Mit dem Kauf eines Baumes mit Siegel von Naturland, Bioland, Demeter oder Forest Stewardship Council (FSC) setzen Verbraucher*innen ein Zeichen für den giftfreien Anbau von Weihnachtsbäumen“, so Sommerhage. Denn das garantiere, dass die zur Neupflanzung vorgesehenen Flächen für Weihnachtsbaum-Kulturen nicht mit Herbiziden kahlgespritzt, sondern mechanisch von Aufwuchs befreit werden. Auch später wird das Grün zwischen den Bäumen nicht durch Pestizide vernichtet. Bio-Weihnachtsbäume werden in Hessen mittlerweile an über 90 Verkaufsstellen angeboten, darunter auch einige Baumärkte, die Bio-Bäume in geringer Stückzahl anbieten. Als gute Alternative sieht der NABU Nadelhölzer von forstlichen Sonderstandorten wie z.B. Hochspannungstrassen an. Diese Bäume sind in der Regel unbehandelt und müssen sowieso gefällt werden. Beim Selbstschlagen von Bäumen beim Forstamt sollte aber darauf geachtet werden, nicht zu lange Transportwege zurückzulegen. „Die Umweltbilanz eines unbehandelten Weihnachtsbaums, den man extra mit dem Auto aus einem zwanzig Kilometer entfernten Wald holt, fällt deutlich negativ aus“, erläutert Sommerhage. 

Mehr auf ökologische Kriterien achten

An die Weihnachtsbaum-Produzenten appelliert der NABU Hessen, künftig stärker auf ökologische Kriterien zu achten. Es sei nicht zu verantworten, mit zu Schmuckzwecken gezüchteten Nadelbäumen Umwelt und Gesundheit zu gefährden. Allerdings müsse auch der Verbraucher seine Ansprüche überdenken: „Den perfekt gerade und dicht gewachsenen, rundum schön grünen Weihnachtsbaum gibt es kaum ohne chemische Sonderbehandlung“, so Sommerhage. Und vielleicht reiche auch manchmal ein deutlich kleineres Exemplar oder ein schön geschmückter Zweig schon aus. Sinnvolle Alternativen sind auch Holzgestelle oder Bäume aus Filz, die sich jedes Jahr wieder nutzen lassen. Um eine Verwertung der Weihnachtsbäume nach dem Fest zu ermöglichen, sollte man beim Schmücken auf Schnee- oder Glitzersprays verzichten. Der Glitzer besteht häufig aus PET, das dann als Mikroplastik in die Umwelt gelangt. Außerdem können Nadelbäume mit Glitzerspray nicht kompostiert werden.

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