Zu sehen ist unter anderem ein Mann, der mit einem Gegenstand in der Hand zwischen beiden Fahrzeugen läuft. Laut dem Bericht des Journalisten wurde dort eine Gruppe Jugendlicher angegriffen, mindestens zwei davon sollen verletzt worden sein. Eine Sprecherin der Polizei dementierte allerdings die Twitter-Meldung des Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel (Grüne) aus Sachsen-Anhalt, dass bereits ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags eingeleitet worden sei.
Laut Polizeibericht kam es am 1. Mai im Stadtgebiet von Halle (Saale) zu mehreren Versammlungen. Unter anderem habe der Landesverband „Die Rechte“ eine Versammlung bei der zuständigen Behörde angezeigt. Im Zuge dessen seien mehrere Gegenveranstaltungen von „Halle gegen Rechts - Bündnis für Zivilcourage“, dem „Evangelischen Kirchenkreis Halle-Saalekreis“ und weiteren angemeldet worden. Ein Großteil der Versammlungsteilnehmer habe friedlich demonstriert, trotzdem habe die Polizei mehrfach einschreiten müssen. Unter anderem sei es zu einem Angriff auf Polizeibeamte gekommen.
Bei der Abfahrt aus dem Stadtgebiet von Halle soll es zu dem Vorfall mit dem Wagen aus dem Main-Kinzig-Kreis gekommen sein. Laut dem veröffentlichten Bericht wurde an einer Kreuzung gerade ein Infostand von „Bündnis gegen Rechts“ abgebaut, als die beiden Fahrzeuge vorbeifuhren und zunächst Böller und Flaschen auf die Jugendlichen geworfen worden seien. Auch Reizgas sei versprüht worden. „Mehrere Angreifer sprangen mit Metallstangen und Teleskopschlagstöcken bewaffnet aus den Autos. Sie rannten brüllend auf die Jugendlichen zu und schlugen gezielt auf die Köpfe ein“, beschreibt Schade die Auseinandersetzung, die er aus einigen Metern Entfernung offenbar auch mit einer Kamera dokumentiert hat. Erst als zirka 20 Gegendemonstranten zu der Auseinandersetzungen dazugekommen seien, hätten die Insassen der beiden Fahrzeuge die Flucht ergriffen. Schade schreibt auch, dass diese Personen bereits in der Innenstadt bei einer Kundgebung durch ihre Aggressivität aufgefallen seien.
Eine Sprecherin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd bestätigte auf Nachfrage, dass Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch eingeleitet wurden. Es sei allerdings möglich, dass die Staatsanwaltschaft auch eine Anklage wegen versuchten Totschlags in Erwägung zieht, sollten die Zeugenaussagen darauf hinweisen. Laut einem Bericht des MDR erlitt bei der Auseinandersetzung mit den Insassen aus dem MKK-Wagen ein 25-jähriger Mann eine Platzwunde am Kopf und musste im Krankenhaus behandelt werden. Ein zweiter Beteiligter soll durch das Reizgas an den Augen verletzt worden sein.



