Als Referenten reisten Christoph Mauny und Maria Fabricius-Wendt von der Mal- und Zeichenschule Weimar an. Dieser Workshop bildete einen weiteren Baustein in einer ganzen Reihe unterschiedlicher Projekte und Veranstaltungen, die u.a. in Zusammenarbeit mit den Arolsen Archives dank des großen Engagements zahlreicher Lehrkräfte in den vergangenen Wochen und Monaten am Grimmels und auch außerhalb stattfinden konnten. Eine lebendige Erinnerungskultur wird auch künftig ein wesentlicher Eckpfeiler des Schullebens am Grimmels sein.
Zunächst stellte der Schüler Felix Ortmann die Rechercheergebnisse der Projektgruppe zur Biographie der Gelnhäuser Jüdin Lotte Sondheimer vor. Anschließend griff Herr Mauny diese Ergebnisse auf und ergänzte sie um eigene Gedanken zum Holocaust und die Vernichtungsmaschinerie der NS-Zeit. Nun folgte der gestalterische und formgebende Hauptteil des Workshops: Unter der Anleitung von Frau Fabricius-Wendt erhielten die Teilnehmenden Ton und Blumensamen, um unvollendete Denkmäler zu erstellen, die an Lotte Sondheimer erinnern sollen. Die entstandenen Skulpturen werden nun den Winter über in einer Vitrine zusammen mit der Grafic Novel „Wo ist Lotte?“ im Gymnasium ausgestellt, bevor sie im Frühjahr „gepflanzt“ werden und ihre „Inhaltsstoffe“ dann zur vollen Entfaltung kommen. Die beeindruckenden Skulpturen sollen bewusst dem Verfall preisgegeben werden. Das ist einerseits sehr schade. Doch auf diese Weise wecken die Kunstwerke das Bewusstsein dafür, dass Erinnerungsgegenstände und das Erinnern mit der Zeit verblassen oder auch ganz verschwinden können – wenn niemand da ist, der sie weitererzählt und sie pflegt.
Besonders passend ist, dass die „Partnerschaft für Demokratie“ über den Förderverein des Grimmelshausen-Gymnasiums diesen Workshop finanziert hat, an dem Schülerinnen und Schüler des OK Kunst, der Jahrgangsstufe 10 sowie interessierte Menschen aus Gelnhausen teilnehmen konnten. Damit sollte sich die Projektarbeit aus der AG in die Schule und in die Stadt hinein öffnen. Die beeindruckenden Ergebnisse zeigen, dass dies durchaus gelungen ist.
Wie und wo diese Erinnerungsfiguren zum Blühen gebracht werden, steht noch nicht final fest. Ideen sind willkommen, denn je mehr Menschen mitwirken, desto intensiver wird die Projektidee verankert.
Wir danken dem Förderverein und der „Partnerschaft für Demokratie“ für die Finanzierung, der evangelischen Kirchengemeinde für die Gastfreundschaft, den Arolsen Archives sowie Christoh Mauny und Maria Fabricius-Wendt für den inspirierenden Workshop. Einige der Figuren hatten am Abend bei der Präsentation der Grafic Novel „Wo ist Lotte?“ in der „Villa Sondheimer“ ihren ersten öffentlichen Auftritt.
Autoren: Florian Franz und Christine Bischoff





