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Anschlag auf Berliner Stromnetz: Wem nützt es?

Anschlag auf Berliner Stromnetz: Wem nützt es?

Zum mutmaßlichen Anschlag auf das Berliner Stromnetz äußert sich VORSPRUNG-Leser Jörg Sternberg in seinem Leserbrief.

"'Wir schlagen zurück' verlautbart der Bundesinnenminister Dobrindt und kündigt die volle Härte des Einsatzes gegen den Linksextremismus an, um endlich wieder mit Überzeugung die Formel aus der Klamottenkiste des Wahlkampfes in der Adenauerzeit hervorzukramen 'links wie rechts', sozusagen gleiche Brüder im Geiste, die unsere FDGO zerstören wollen. Dies alles in einem Jahr, in dem fünf entscheidende Wahlen stattfinden.

'Cui bono?', wem nützt es, haben die Römer zum Maßstab der Beurteilung politischer Aussagen gemacht. Die Linkspartei ist im Aufwind, da wird es Zeit einzuschreiten, hat sich nicht nur der CSU'ler Dobrindt gedacht. 'Nichts an diesem Anschlag ist links', erklären Berliner Spitzenpolitiker der Linkspartei, die in Zehlendorf selbst Opfer des Stromausfalles geworden sind. In Anlehnung an den Ausbruch verschiedener isländischer Vulkane benannt haben sich attentatistische und anarchistische Gruppen in angeblich nicht bekannter Personenanzahl in Schreiben zunächst zu Anschlägen gegen Tesla-Bauten und nun zum Strommastenangriff in Berlin bekannt.

Das 'Zurückschlagen' wirft viele Fragen auf, hat es nämlich noch die Nebenwirkung, dass eine Ausweitung digitaler Befugnisse und eine Aufstockung der Nachrichtendienste geplant ist. Dabei ist - Stand 5.1.26 - überhaupt nicht geklärt, wer diesen Anschlag auf die sensible Infrastruktur begangen hat beziehungsweise wem er zuzurechnen ist. Mysteriös jedenfalls ist, dass die Bundesregierung selbst noch gar 'nicht abschließend die Authentizität geklärt hat', so die Sprecherin des Bundesinnenministers. Ein Widerspruch zum Generalangriff gegen links des eigenen Ministers!

Der Regierende Bürgermeister Berlins, der während der Eiseskälte, die in die Wohnungen der Stadt eingezogen ist wegen Stromausfalls, noch Zeit für ein Tennisspiel gefunden hat, erklärte lapidar: 'Offenkundig Linksextremisten." Offenkundig steht hier wohl für 'unbewiesen'. Welche Rolle der Verfassungsschutz selbst bei dem Vorgang gespielt hat, bleibt Spekulation. Das Bundesamt werde sich darum kümmern, so der Auftrag. Den Vorhang zu und alle Fragen offen."

Jörg Sternberg
Hanau

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Kommentare

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Old white man
4 monate vor
Es ist ja nicht das erste Mal, dass man eine Hochvoltleitung verloren hat, Schneebruch, Baggerdeppen oder schlicht Altersschwäche. Kollegen aus den USA kennen das und haben Aggregate

Aber vor laaanger Zeit lernte ich einst, das D keine inselartige Sternversorgung hat, sondern immer redudant versorgt werden soll und kann. D.h., es gibt kurz einen Ausfall von wenigen Minuten, evtl. Stunden. Dann ist der Fehler (Kurzschluss, Leitungsbruch) isoliert und der Strom fliesst wieder. Hat Westberlin etwa noch alte offene "Baustellen" aus der Mauerzeit? Gibt es, gab es je eine Vernetzung beider Stadtteile West und Ost oder mit dem umgebenden Brandenburg? Eine Leitung direkt vom nahen Kraftwerk defekt und schon ist Feierabend?

Über die armselige politische Aufarbeitung jedweder Couleur fehlen mir allerdings die Worte. Berlin halt.
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Dr. Gerhard Stehlik
4 monate vor
Nein, es war keine "offene Baustelle", es war auch nicht "eine Leitung", es waren zwei gleichzeitig, die "das Netz" bildeten. Und war auch nicht "Berlin halt". Es war eine rein fachliche "unglaubliche Fahrlässigkeit".
Zufall oder Kenntnis gehabt, ist hier die Frage.
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Old white man
4 monate vor
Mensch, Doktorchen. Wenn Sie Textverständisprobleme mit in Gänsefüßchen geschriebenen Wörtern haben. Zu spät.

Aber ein "Netz" aus zwei parallel verlaufenden Kabeln kenn ich nicht. Gehen Sie mal gelegentlich in die Natur, und schauen sich z.B Spinnennetze an.

Dann wissen Sie hoffentlich, was ich meine
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Dr. Gerhard Stehlik
4 monate vor
Alterchen, Sie verstehen rein gar nicht und bringst dich hier wie üblich ad hominem und unter dem Schutz der Anonymität ein.

Selbstverständlich sind zwei Kabel nebeneinander über den Teltow-Kanal kein "Netz", aber die Wirklichkeit vor Ort war eben genau so!
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Old white man
3 monate vor
Dann sind wir uns doch einig. Zwei alte Männer, zwei alte Kabel direkt aus dem Kraftwerk. Keine Redundanz wegen des "Kalten Krieges" (?) und - Berlin typisch - keinem Geld oder Willen dies zu ändern. Wozu braucht man denn überhaupt das fossile Kraftwerk noch? Kann doch weg. Die Berliner bekommen doch Strom von Sonne und Wind. So steht es den Versorgerverträgen. Alles Öko oder was?
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Dr. Gerhard Stehlik
3 monate vor
ja, weitgehend.

Im Gegensatz zu Ihnen unterstelle ich nicht "zwei Kabel aus dem Kraftwert". Das wäre ja in der Tat kein Netz gewesen!

Der "Fehler" war kein Berlin-typischer, sondern eine nicht lückenlose (und da liegt das Problem!), technische Sicherheitsanalyse.

Deshalb ist es für mich auch mehr als fraglich, ob die Täter das Schadensausmaß wirklich vorher gekannt haben.

Ich denke eher nein.

Klären könnte das eine "Ermittlung", sollte man die Täter gefasst haben.
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Dr. Gerhard Stehlik
4 monate vor
Es gibt dazu ein fachlich aufklärendes Video mit dem DDR-Ex-Kernkraftwerksleiter Manfred Haberburg. Fazit: Diese einmalige "Nicht-Netz" Netzversorgung dürft einmalig sein und daher nicht wiederholbar.

https://youtu.be/IXmoqZA5eQQ

Das Versagen der Berliner Politik besteht darin, nur eine einfache Groß-Gefahren-Lage ausgerufen zu haben und nicht den tatsächlich gegebenen Katastrophenfall.

Folge? z.B. Feldbetten statt Hotelbetten!

So hoch gebildet ist die deutsche politische Elite halt nun mal.
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Proximo
4 monate vor
Viele Worte um um einen - nach heutigen Wissensstand - linksradikalen Terroranschlag zu relativieren.

Man vergleiche mal die Reaktion unserer Politikelite, als ein paar Betrunkene in Sylt bei dem Partysong L’amour toujours "Ausländer raus" gegrölt haben. Wir wissen, das ist nicht strafbar. Aber alle haben sich echauffiert.
In Berlin saßen jetzt Zehntausende tagelang ohne Strom im Kalten und es interessiert scheinbar keinen.
Verkehrte Welt.
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W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
4 monate vor
Nicht zu vergessen, die Schäden einzelner Personen durch ausgefrorene Leitungen oder beschädigte Wärmepumpen, auf denen sie nun sitzen bleiben.

https://www.bz-berlin.de/berlin/nach-stromausfall-triage-bei-heizungen

Politiker bockt es nicht mehr, da "Offiziell" der Stromausfall als erledigt gilt.
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uǝʌS
4 monate vor
Besonders putzig ist hierbei das Verhalten der Berliner GRÜNEN, wie verschiedene Medien berichteten.

In einer Mail weist die Berliner Grünen-Fraktionsführung ihre Abgeordneten an, den mutmaßlich linksextremen Hintergrund des Stromanschlags nicht öffentlich zu thematisieren. Konkret heißt es:

„NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen.“
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Bob
4 monate vor
Wem solche linke Straftaten nützen? Niemanden!!! Linke Straftaten sind einfach nur hohl und gehen gegen den Staat und seinem arbeitendem Volk.
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UHU
4 monate vor
Alles nur linksgesteuerte Regierungspropaganda.
Wäre es ein sogenannter rechtsradikaler Anschlag,
wäre ein AfD-Verbot jeden Tag der Headliner in
jeder öffenlich-rechtlicher Medienanstalt.
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Student aus Uppsala
4 monate vor
"Das ist der große Trugschluss der Verblendeten, dass sie glauben zu den Erleuchteten zu gehören."
(Thomas Lutter,Lyriker)
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