"Mit Interesse verfolge ich die aktuelle Berichterstattung zur Finanzierung und Umsetzung des Rechtsanspruches auf einen Ganztagsplatz. Jetzt gilt es die erforderlichen Entscheidungen zu treffen und die Umsetzung des Ganztages an unseren Grundschulen sicher zu stellen und nicht zu jammern und zu klagen.
Jetzt, wo es deutlich auf uns zukommt und Realität zum Beginn des neuen Schuljahres im August 2026 wird, fällt es unseren Kommunalpolitikern an der Spitze des Präsidiums des hessischen Städtetages auf, dass nicht genügend Geld für den Ganztag an unseren Grundschulen vorhanden ist. Es ist schon seit mehreren Jahren bekannt und in der Planung das Elternrecht auf den Ganztagesplatz. Da wird groß herausposaunt, was man für Familie und Beruf tun will und kommt hinten mit dem Allerwertesten nicht in die Hufe.
Das Land Hessen geht mit schmalem Budget in Vorlage, die Kommunen und Kreise hinken der Entwicklung hinterher und die Realität zeigt, dass die freien Träger auf dem Zahnfleisch gehen müssen und mit einem sehr beschaulichen Budget diese Mammutaufgabe stemmen sollen. Der Main-Kinzig-Kreis hat halt mal kurzer Hand entschieden, wie viele andere Kreise, sich aus der vom Land beschlossenen Richtlinie mit der Gebührenfreiheit bis 14:30 Uhr herauszumogeln und hat mit seinen eigenen Richtlinien das Mindestmodul auf bis 15 Uhr festgelegt. Somit hat man sich auf juristischer Basis auf Kosten von jungen Familien, meistens auf Kosten der Frauen, versucht, aus der Affäre zu ziehen, anstelle mit seinen landesverantwortlichen Politikern Klartext zu reden, um die erforderlichen Entscheidungen herbeizuführen. Einige unserer Kreispolitiker sind federführend im Landtag vertreten und wissen um die notwendigen Entscheidungen und da muss schon die Frage erlaubt sein, warum tun sie es nicht?
Jetzt und alleine gegen das Gesetz zu klagen ist der falsche Weg, jetzt gilt es, die erforderlichen Entscheidungen zu treffen und nicht zu jammern und zu klagen. Seit Jahren ist das aufkommende Dilemma bekannt, jetzt gilt es, zu handeln. Entweder ist vom Land die Aufgabe federführend entlang der Schulen, vom Kultusministerium zu organisieren, zu finanzieren und verantwortlich umzusetzen oder die freien Träger sind so auskömmlich und zukunftsorientiert auszustatten, dass sie ausreichend Personal anstellen und fair entlohnen können, um somit den kommenden Rechtsanspruch qualitativ und erfolgversprechend umsetzen können."
Mit freundlichen Gruß
Heinz Hunn
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Kommentare
Die Kürzung der Mittel ist Teil des Bildungsauftrags. Die Kinder werden zeitig an die Knappheit öffentlicher Mittel gewöhnt. Das staatliche Budget ist keine Freibierveranstaltung.
Die Knappheit der öffentlichen Gelder wird die Kinder auf dem ganzen Lebensweg begleiten, ob Schule, ob Uni, ob Krankenkasse, ob Rente.
Die kommunalen Träger müssen die angeforderten Gelder an anderer Stelle einsparen z.B. Straßenbau. Mag sich niemand wundern, wenn das Elterntaxi im Schlagloch steckenbleibt.
Das Problem würde lösen: Kein Geld mehr via New York in alle Welt vergeben, via Brüssel nach Europa, via Berlin an den Bund, via Wiesbaden nach Hessen, via Darmstadt und Gelnhausen, ich weis nicht genau wohin, sondern sinnvoll vor Ort verwenden.
Nur das würde bedeuten, weniger Fußball, weniger Formel 1, Tagesschau, Tatort und so weiter und die Zeit außer Haus zum Beispiel für die Grundschule nebenan verwenden.
Wer will das schon? Vielleicht ein paar wenige engagierte Eltern mit Kindern?
Das reicht aber nicht für eine demokratischen Mehrheit, die von oben manipuliert "Macht" ausübt, meint via ARD & Co. "macht", was sie will.
Die meisten Mütter und Väter wären emotional und erzieherisch völlig überfordert. Da ist es schon einfacher, selbst nur für die Zeugung zu sorgen (zudem oft nur im Suff), die aufwendige Erziehung aber Fremden zu überlassen und auf die Familienbildung - und bindung zu verzichten.