"Als langjähriges Mitglied der Kommunalpolitik in Langenselbold habe ich den diesjährigen Neujahrsempfang sowie die letzte Stadtverordnetenversammlung mit großer Verwunderung und Enttäuschung verfolgt. Ein Vorgang wirft bei mir Fragen auf, die ich nicht einfach hinnehmen möchte. Die Rede ist vom Abschied des Stadtverordnetenvorstehers Bernd Kaltschnee. Nach fast 30 Jahren politischer Tätigkeit – drei Jahrzehnte Einsatz für unsere Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger – musste er sich selbst verabschieden. Kein Wort des Dankes von Bürgermeister Timo Greuel, keine Blumen, keinerlei Würdigung. Nichts.
Man stelle sich vor: Ein Mensch stellt drei Jahrzehnte seines Lebens in den Dienst der Öffentlichkeit, gestaltet kommunale Politik mit, trägt Verantwortung – und dann dieses Schweigen. Dass ausgerechnet der Bürgermeister, der doch die Stadt und ihre Ehrenamtlichen repräsentieren sollte, hier versagt, ist mehr als nur eine Geschmacklosigkeit.
Besonders befremdlich wirkt dieses Verhalten, wenn man bedenkt, dass beide – Herr Kaltschnee und Herr Greuel – derselben politischen Familie angehören. Wenn schon innerhalb der eigenen Partei kein respektvoller Umgang gepflegt wird, welches Signal sendet das dann an alle anderen? An die vielen Ehrenamtlichen in unseren Vereinen, an die engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich tagtäglich für das Gemeinwohl einsetzen? Sollen sie daraus lernen, dass langjähriges Engagement am Ende mit Nichtbeachtung quittiert wird?
Der Neujahrsempfang ist der Empfang der gesamten Stadt, ausgerichtet vom Stadtverordnetenvorsteher und dem Bürgermeister gemeinsam. Dass ausgerechnet dort der scheidende Stadtverordnetenvorsteher übergangen wurde, ist eine öffentliche Demütigung, die ich mir nicht erklären kann. Weder persönliche Befindlichkeiten noch politische Differenzen rechtfertigen ein solches Verhalten. Es geht um Anstand und Respekt.
Ja, es gab einen Gastredner, es gab musikalische Unterhaltung. Aber die Würdigung eines scheidenden Amtsträgers nach 30 Jahren hätte selbstverständlich sein müssen. Hier wurde eine Chance vertan, Wertschätzung zu zeigen und ein Zeichen für die politische Kultur in unserer Stadt zu setzen.
Ich appelliere an Bürgermeister Greuel: Es ist nie zu spät, eine versäumte Würdigung nachzuholen. Herr Kaltschnee hat es verdient. Und unsere Stadt hat es verdient, dass wir einen respektvollen Umgang miteinander pflegen – gerade dann, wenn sich jemand nach Jahrzehnten aus der ersten Reihe verabschiedet."
Gerhard Groß
Langenselbold
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Jetzt wo Sie diese rot-rot-grünen Namen nennen, wird es mir klar.
Schlimm, wenn solche rot-grünen Socken - wie Rittershaus, der rote Brenne und die grüne Hofacker - an die Macht kommen würden. Dann würde der faulige Mehltau noch weitere 5 Jahre sich über Langenselbold legen - und derweil würden die Pöstchen unter den Genoss*innen brav verteilt werden.
Nur blau-schwarz - eine mutige mitte-rechts Koalition von AfD und CDU wäre endlich eine Wohltat für Langenselbold