"Trickbetrüger kommen oft ans Ziel, das ist doch kein Wunder! Viele Senioren lesen nicht in Social Media. Sie bekommen die Häufigkeit der Vorfälle nicht so mit. Kommunen informieren zwar, das genügt aber offensichtlich nicht. Polizei warnt auch, ja, aber wo warnt die Polizei und wie häufig?
Bei derart vielen Vorfällen müsste massiver etwas von allen möglichen Stellen und nicht zuletzt durch Angehörige und Zugehörige geschehen. Gezielte Ansprache, häufig wiederholen, immer wieder erinnern. Weiterhin auffällige Hinweise in der Wohnung platzierenn. Am Telefon oder Lieblingsplatz. Stichpunkte, was man tun soll. Wie zum Beispiel: Egal, wer anruft, egal, wie die Stimme klingt, selbst wenn es sich anhört wie dein Sohn oder xy. Es ist immer ein Verbrecher, wenn er von dir Geld oder Wertgegenstände fordert, Leg' sofort auf, rufe mich sofort an. Oder rufe bei xy an. Bei der Person, die angeblich in Schwierigkeiten ist. Niemals am Telefon auf irgendetwas einlassen.
Eine Art Warntafel an mehreren sinnvollen Stellen in der Wohnung anbringen. Vielleicht einfach nur kurz: Anrufer fordert Geld, egal, wer es ist, selbst wenn Du sicher bist, das war Dein Kind oder Partner oder Enkel. Immer sofort auflegen, sofort Polizei anrufen, dann xy anrufen. Selbst wenn es sich um resolute Senioren handelt, immer wieder ansprechen und klar machen, dass es solche Betrüger auch bei Menschen schaffen, Druck aufzubauen, die sonst eher ungefährdet sind. KI wird diesen Taten künftig sicherlich noch weiter in die Hände spielen. Sie imitieren Stimmen, da merkt der Angerufene keinen Unterschied zur tatsächlichen verwandten Person.
Berichtet ihnen immer wieder von Vorfällen. Sprechen sie wo es nur geht mit Senioren darüber. Als Arzt, Therapeut, Pflegepersonal - sprechen Sie bitte die Menschen darauf an. Viele Senioren leben alleine, haben eventuell wenig Kontakte, werden somit nicht oder kaum informiert.
Gehört da nicht mal die Politik an die Front? Und natürlich weitere, erhöhte Maßnahmen der Polizei? Machen sie etwas beziehungsweise tun sie mehr in den Kommunen, um unsere Senioren besser zu schützen. Flyer gezielt an Senioren geben, in Einkaufsmärkten an der Kasse mitgeben. Kirche, regionale Zeitungen, Per Post anschreiben. Beim Arzt, Pflegedienste, Physiotherapeut, Nachbarschaftshilfe Organisationen, Apotheke, Bäcker, Friseure. Beim Wochenmarkt, bei jedem Seniorentreff usw. - überall, wo es möglich! Es gibt sicher noch genug weitere Möglichkeiten.
Nehmen Sie das bitte auf, und bedenken sie, im Alter sind viele Menschen vergesslich. Es erfordert stetiges Handeln durch uns, durch die Gesellschaft. Richten sie eine Stelle oder Ehrenamt für Prävention für Senioren ein. Tun sie einfach mehr! Auch Radiosender könnten vielleicht einen Weg finden, in gewisser Regelmäßigkeit zu informieren und zu warnen.
Bald sind Kommunalwahlen. Erweitern Sie gerne ihr Wahlprogramm."
Marita Schneider
Freigericht
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