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Keiler Bier

Verarmungspolitik gegenüber den Schwächsten der Gesellschaft

Verarmungspolitik gegenüber den Schwächsten der Gesellschaft

Zum Thema "Bürgergeld" äußert sich VORSPRUNG-Leser Jörg Sternberg in seinem Leserbrief.

"Zum Auftakt der Kampagne gegen Arbeitsverweigerer hat der Kanzler aber sowas von kräftig denen die Leviten gelesen, die bei einem Anhauch von Schnupfen zum Telefon greifen und sich mal gleich für drei Wochen krankschreiben lassen. Auf dem Rücken und zu Lasten der hart arbeitenden Bevölkerung!  Nun geht es, in dieser Woche ist die erste Lesung im Bundestag, dann richtig zur Sache.

Da darf dann sein ‚Hofkleffer‘ Dobrindt parlamentarisch von der Leine, um die weitere Absenkung des Existenzminimums zu begründen. Sie werde Milliarden einsparen und treffsicher mehr Menschen in Arbeit bringen. Nichts davon entspricht der Wahrheit außer dem Begriff 'treffsicher', der klingt nach einem Schuss. Davon abgesehen, hat die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Nahles, dem gegenwärtigen Arbeitsmarkt attestiert, er befände ich auf einer Talsohle und biete die schlechtesten Chancen für Arbeitssuchende seit Langem. Das heißt aber, dass tatsächlich Arbeitslose in der augenblicklichen Wirtschaftslage kaum Angebot bekommen können und sich ins Leere hinein bewerben, besonders wenn sie wenig qualifiziert sind. Solche vergeblichen Versuche frustrieren letztlich und können die Gefahr von Kürzungen bis zum Verlust von Wohnungen und Unterhalt in letzter Konsequenz vergrößern.

Von dem laut statistischen Bundesamt etwa 5,5 Millionen Bürgergeldbeziehern sind etwa 1,8 Millionen Kinder und 800.000 arbeitende Aufstocker, aber nur etwa 40 Prozent davon können aus triftigen Gründen (Schulbesuch, Pflege von Angehörigen, Elternzeit, sogenannte Maßnahmen) gar nicht arbeiten. Nur etwa 16.000 verbleiben folglich, die einen Job oder eine Ausbildung nicht angenommen haben.

Die propagierten Einsparungen erweisen sich als eine Luftnummer, wenn nicht bewusste Unwahrheit. Wenn Kinder davon betroffen sind, verstoßen sie gegen die Kinderrechtskonvention der UN. Gegen diese Verarmungspolitik gegenüber den Schwächsten der Gesellschaft muss man den organisierten Steuerbetrug von Großunternehmen und Gesellschaftern halten. Der kostet den Staat jährlich nachweislich mehr als 300 Milliarden Euro. Hauptsache der Gerichtsvollzieher steht bei den Niedriglöhnern und den Beziehern von Grundsicherung vor der Tür."

Jörg Sternberg
Hanau 

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Kommentare

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Ruffty
3 monate vor
Leute wie Herr Sternberg werden niemals begreifen daß es in jeder Gesellschaft schon immer Armut gegeben hat und immer Arme geben wird. Selbst in den von ihm so geschätzten Arbeiter- und Bauernparadiesen. Gerade dort.
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felix
3 monate vor
Wenn DIE ZEIT, nicht für kritische Berichterstattung berüchtigt, in einem gestern erschienenen Artikel darauf hinweist, dass mittlerweile 12 Personen mehr Besitz angehäuft haben als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (also etwa 4 Milliarden Menschen), und das bei rasant steigender Tendenz, braucht es kaum eher unbedarfte Kommentare wie den von R.
Dass diese Superreichen sich politische Verfügungsgewalt und Kontrolle über Medien etc. kaufen, pfeifen die Spatzen von den Dächern.
In Deutschland hat es fast 200 Milliardäre - dass denen eine Diskussion über eine angemessene Besteuerung ihrer Riesenvermögen weniger akzeptabel scheint als eine "politikbetriebene" Kampagne zu "Sozialschmarotzertum", liegt eigentlich auf der Hand und ist kaum zufällig.
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Hätteesgernschönhier
3 monate vor
Ich habe kein Problem damit, dass es ein paar Menschen gibt, die saureich sind. Ich habe ein Problem damit, dass es Kräfte gibt, die daran arbeiten, dass wir alle sauarm sein sollen. Und das sind Umverteilungen in der breiten Masse vom Mittelstand, der es sich wohl verdient hat zu riesigen Menschengruppen, die ihre Hauptaufgabe darin sehen, uns (Leistungsträger) zu schröpfen..
Wir brauchen keine Neiddebatte. Wir brauchen eine Leistungsdebatte. Was können Sie dazu beitragen, Herr Sternberg. Wie stehen Sie zu Leistung?
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Proximo
3 monate vor
Würde mich wundern, wenn Sie von ihm eine Antwort bekommen würden. Ich habe ihm hier auf VO auch schon Fragen gestellt, ohne Reaktion.
Er hat extrem linke Umverteilungsansichten, ist aber schlau genug auf die Kommentare seiner Leserbriefe nicht einzugehen. Er weiß scheinbar ganz genau, wieviel Gegenwind er bekommen würde.
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Hätteesgernschönhier
3 monate vor
Mich würde es auch wundern.
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Proximo
3 monate vor
So wie es viele Gründe geben kann, warum Menschen reich sind, kann es viele Gründe geben, warum Menschen arm sind. Immer nur nach mehr Besteuerung der Reichen zu rufen ist nicht unbedingt zielführend. Evtl. sollte man auch mal hinterfragen warum so viele Menschen arm sind und da gegensteuern.
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Ruffty
3 monate vor
Absolut korrekt. Vielleicht sollte man auch mal kontrollieren, wieviele Monopolisten und Superreiche sich bei den EU-Parlamentariern die Klinke in die Hand geben.
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Wahrheitsjäger
3 monate vor
Für eine Veränderung im Land muss man die AfD wählen, man kann es nicht oft genug sagen. Die AfD ist die einzige Lösung, es geht so lange hier weiter, bis es der letzte verstanden hat… bis dahin hört es nicht auf.
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Hätteesgernschönhier
3 monate vor
Deutschland heute. Was es aus einem Land macht, wenn es sich lohnt, "der Schwächste" zu sein.
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Proximo
3 monate vor
Jeder hat so seine eigene Sichtweise. Interessant ist wie man im Ausland das Bürgergeld sieht:

"Das deutsche Bürgergeld wird zum Ausländergeld – so verliert der Sozialstaat seine Legitimation"

https://www.nzz.ch/der-andere-blick/buergergeld-fuer-auslaender-deutschlands-sozialstaat-geraet-in-schieflage-ld.1838555
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