


Bei der ersten Veranstaltung dieser Art vor einem Jahr waren die Vertreter der IGUH mit den Themen Umgehungsstraße und Verkehrsentlastung noch einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte, anschließend wurden sie allerdings ausgerechnet von Hasselrother Seite nicht mehr eingeladen. Der nächste „Runde Tisch“ findet jetzt am 23. September allerdings wieder im Freigerichter Rathaus statt und der dortige Vorsitzende der Gemeindevertretung, Klaus Brönner, hat auch eine Einladung an die Interessengemeinschaft verschickt.
Auf einer „Lärmaktionsparty“ am Samstag am Backhaus in Gondsroth, bei der alle Anwohner der Durchgangsstraße und interessierte Bürgerinnen und Bürger zu Kaffee und Kuchen eingeladen waren, kündigte IGUH-Sprecher Jürgen Grün aber zugleich an, dass er und seine Mitstreiter nicht wortlos am „Runden Tisch“ teilnehmen werden. „Wir werden viele Fragen stellen“, befürchtet er vor allem durch das Baugebiet „Geiersberg 3“ zwischen Somborn und Gondsroth eine zusätzliche Verkehrsbelastung. Darüber diskutiert hätte die IGUH auch gerne schon bei der Lärmaktionsparty, während Bürgermeister Uwe Scharf und die dem Hasselrother Parlament angehörenden Fraktionen SPD/FDP, CDU und SWG allesamt vertreten waren, blieb laut Grün eine Einladung an den Freigerichter Bürgermeister Joachim Lucas allerdings unbeantwortet.
Grün informierte die Bürger auch über den bereits bekannten Entwurf des Lärmaktionsplanes des Regierungspräsidiums Darmstadt und die Nichtberücksichtigung von Gondsroth. „Sind die Oberrodenbacher mehr wert als wir?“, ärgere die IGUH-Vertreter ganz besonders das Argument, dass bei einer Verkehrsberuhigung in Gondsroth eine Mehrbelastung in den Nachbarortschaft zu erwarten sei. „Hier brauchen wir eine verträgliche Lösung für alle“, bleibt es da bei der Forderung nach einer Lkw-Durchfahrverbot und einer Erneuerung der Fahrbahndecke mit „Flüsterasphalt“ für die Ortsdurchfahrt Gondsroth. Die bereits gestarteten Geschwindigkeitskontrollen in Hasselroth unterstützt die Interessengemeinschaft indes sehr und forderte bereits eine Fortsetzung über die zunächst geplante dreimonatige „Testphase“ bis Ende November.
Größtenteils unbeantwortet blieben bislang die jüngsten Briefe, die aus Hasselroth in Richtung Wiesbaden und Berlin geschickt wurden. Positiv von Grün erwähnt wurde daher auch nur das Engagement des Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe (SPD), der sich binnen zwei Tagen gemeldet habe und seine Unterstützung der Anliegen der Interessengemeinschaft mit eigenen Schreiben an die Regierungen in Berlin und Wiesbaden unterstrichen habe. „Vor allem von dem ein oder anderen politischen Vertreter in Berlin erhoffen wir uns noch eine Reaktion“, sammelten die IGUH-Vertreter zudem die von den Bürgern ausgefüllten vorgefertigten Stellungnahmen ein, die jetzt an das Regierungspräsidium in Darmstadt geschickt werden sollen. Denn auch wenn Grün inzwischen zugibt „wir haben Politik erst lernen müssen“, bleiben die Ziele gleich: Eine sofortige Lärmentlastung und mittelfristig die Realisierung einer Umgehungsstraße.




