TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

1. Kreistagssitzung: Jung dirigiert, Landrat mahnt und AfD scheitert

1. Kreistagssitzung: Jung dirigiert, Landrat mahnt und AfD scheitert
Der neue Kreisausschuss. Foto: Kreispressestelle

Ruckeliger Start in die erste Kreistagssitzung nach der Kommunalwahl: Tonprobleme verhinderten zunächst einen pünktlichen Beginn, anschließend machte Landrat Thorsten Stolz (SPD) gleich deutlich, dass die finanzielle Situation in absehbarer Zeit eher schlechter als besser werde. „Die finanziellen Handlungs- und Gestaltungsspielräume werden in nächster Zeit deutlich enger“, sei dies angesichts einer toxischen Gemengelage noch freundlich formuliert.

Die Einnahmeseite wachse nicht mehr in dem Maße, wie die Ausgabenseite ansteige, dazu würden den Landkreisen immer mehr Aufgaben auferlegt. Zudem würden durch Ankündigungen immer mehr Erwartungen geweckt, die nicht eingehalten werden könnten. Als Beispiel nannte er die von der Bundesregierung beschlossene Sportmilliarde: „Mehr Schein als Sein“, so der Landrat.

Die offizielle Eröffnungsrede hielt Reiner Bousonville (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), der seit über 33 Jahren ununterbrochen und damit am längsten dem Kreistag angehört. Seine Hauptanliegen: Die Abhängigkeit von fossilen Energien auch im Main-Kinzig-Kreis beenden und folgendes Plädoyer: „Wir lassen uns nicht unsere nationalen Symbole rauben, denn die Farben Schwarz-Rot-Gold stehen, seit dem Fest auf dem Hambacher Schloss von 1832 für die noch heute gültigen Werte Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte und das, für alle hier lebenden Menschen. In dieser Tradition tragen die Abgeordneten von Bündnis 90/DIE GRÜNEN heute diese runden schwarz-rot-goldene Kokarden aus dieser Zeit. Es ist auch ein Statement, als Patrioten unserer Verfassung, auch in unserem Main-Kinzig-Kreis für eine offene, inklusive und demokratische Gesellschaft einzustehen. Wir brauchen keinen neuen Nationalismus, der ausgrenzt, der nach Remigration ruft, der Menschen aufteilt in die, die dazu gehören und andere, die an den Rand gedrängt werden sollen.“ Die für ihn wichtigsten Themen in den nächsten fünf Jahren: Klimaneutralität, beste Bildung und beste Schulform, klimafeste Grundwasserversorgung, bezahlbarer Wohnraum, Kliniken erhalten und die Transformation von Industrie und Handel unterstützen. „In diesem Sinne wünsche ich uns für die nächsten fünf Jahre eine von Respekt, Offenheit und Dialog geprägte Zusammenarbeit“, so der Alterspräsident.

Obwohl Hanau nicht mehr dabei ist und somit nur noch Abgeordnete aus 28 Städten und Gemeinden im Kreistag vertreten sind (inklusive des Verlustes von fast 100.000 Einwohnern), hat sich an der Größe nichts verändert: Weiterhin 87 Frauen und Männer sitzen im Plenum, zum neuen Vorsitzenden wurde Markus Jung (CDU) aus Schöneck gewählt. Der Staatsanwalt kündigte eine neutrale, faire und effiziente Sitzungsleitung an. CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Kasseckert hatte zuvor für ihn geworben: „Markus Jung erfährt über die Parteigrenzen hinweg Anerkennung; er kann zuhören, er hat Augenmaß, er kann Meinungen verbinden und nicht trennen.“ Das Votum für Jung fiel einstimmig aus, nur die LINKE enthielt sich.

Gescheitert ist die AfD gleich mit ihrem ersten Antrag in der neuen Legislaturperiode: Mit einer Resolution sollte sich der Kreistag gegen den Bau von Windkraftanlagen rund um Bad Orb und Jossgrund aussprechen, der Dringlichkeitsantrag wurde aber von den restlichen Kreistagsmitgliedern abgelehnt. Damit kommt dieser Antrag nun auf die Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung.

In den Kreisausschuss gewählt wurden:
Uwe Häuser (CDU)
Carina Reul (CDU)
Ottmar Wörner (CDU)
Ida Göbel (CDU)
Bettina Müller (SPD)
Cornelia Rück (SPD)
Lennard Oehl (SPD)
Johannes Sperzel (AfD)
Sigrid Mohn (AfD)
Heinz Breitenbach (Freie Wähler)
Sven Kellner (DIE LINKE)
Bernd Wieczorek (Bündnis 90/DIE GRÜNEN)
Prof. Dr. Joachim Fetzer (FDP/Volt)

Außerdem gehören wie dem Kreisausschuss wie gehabt Landrat Thorsten Stolz (SPD), 1. Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann (SPD) und Kreisbeigeordneter Jannik Marquart (CDU) an.

derneuekreisausschuss az

Der neue Kreisausschuss. Foto: Kreispressestelle

derneuekreisausschuss az1

Markus Jung (links) und Reiner Bousonville.

derneuekreisausschuss az2

Markus Jung.

kreistag mkk 080526 1

Landrat Thorsten Stolz eröffnete die 1. Kreistagssitzung in dieser Legislaturperiode.

kreistag mkk 080526

Ein Blick in den ersten Kreistag ohne Hanau. Fotos: Kreispressestelle

Kommentare

18
uǝʌS
1 woche vor
„Wir lassen uns nicht unsere nationalen Symbole rauben, denn die Farben Schwarz-Rot-Gold stehen, seit dem Fest auf dem Hambacher Schloss von 1832 für die noch heute gültigen Werte Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte und das, für alle hier lebenden Menschen. In dieser Tradition tragen die Abgeordneten von XXXXXXXX heute diese runden schwarz-rot-goldene Kokarden aus dieser Zeit. Es ist auch ein Statement, als Patrioten unserer Verfassung, auch in unserem Main-Kinzig-Kreis für eine offene, inklusive und demokratische Gesellschaft einzustehen."

XXXXXXX = Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Reiner Bousonville, Kreistag MKK, 08.05.2026
Gefällt mir 34 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
13
Stefan
4 tage vor
zitiere uǝʌS:
... als Patrioten "

XXXXXXX = Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Reiner Bousonville, Kreistag MKK, 08.05.2026



Linke Grüne bezeichnen sich als Patrioten. Lustiger - und geschichtsvergessener - wird es nicht mehr.
Gefällt mir 14 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
18
Heinz Bohlender
6 tage vor
In Anbetracht der kritischen Finanzlage fordere ich eine Vergnügungssteuer für MKK-Kreistags-Sitzungen.
Gefällt mir 29 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
19
Proximo
1 woche vor
Zitat:
Wir brauchen keinen neuen Nationalismus, der ausgrenzt, der nach Remigration ruft...
Nach Remigration zu rufen ist definitiv kein neuer Nationalismus.
Würde man das Grundgesetz korrekt anwenden, gäbe es überhaupt keine Forderungen nach Remigration, da sich der Löwenanteil der nach Deutschland geflüchteten Menschen keine Berechtigung hat, sich hier aufzuhalten.
Aber das werden viele Politiker, besonders die der Grünen, nie verstehen.

PS: Dem Verteiler der "Wütend"-Emoji geht es ähnlich: Jede Menge Ideologie, aber keine Argumente.
Gefällt mir 44 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
15
Proximo
5 tage vor
Aktuell 10 "Wütend"-Emoji. Die Hilflosigkeit hat ein Gesicht.
Gefällt mir 26 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
9
Hambacher
5 tage vor
Dann definieren Sie den Begriff der " Remigration "
Betrifft das nur

Asylbewerber oder
Menschen mit Migrations Hintergrund
Arbeitende oder nicht arbeitete ???
Gefällt mir 19 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
16
Proximo
5 tage vor
Ich habe mich auf das Grundgesetz bezogen. Und dies ist eindeutig:

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 16a
(1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.
(2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist...

Somit hat, wie ich es bereits geschrieben habe, der Löwenanteil der nach Deutschland geflüchteten Menschen keine Berechtigung, sich hier aufzuhalten.
Die, die Deutschland lebenslang alimentieren muss. Zuzüglich Familiennachzug!

Mir ist es völlig gleich, ob ein Mensch ein Migrationshintergrund hat, wenn er die deutsche Sprache spricht, hier arbeitet und sich integriert. Ganz im Gegenteil, solche Menschen bieten für die Gesellschaft einen Mehrwert und sind herzlich willkommen.
Gefällt mir 24 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
15
Ruffty
5 tage vor
Ist doch einfach zu verstehen:
Betreffend Einwanderung in die Kriminalitätsstatistik und in die Sozialsysteme.
Gefällt mir 22 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
13
Hambacher
5 tage vor
Das übliche rumgeeiere schreiben Sie doch einfach welche Personen Sie Remigrieren möchten.

A. Asylbewerber
B. Asylbewerber die Straffällig geworden
C. Migranten die nur den Sozialstaat belasten
D. Migranten generell
Gefällt mir 19 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
15
Ruffty
5 tage vor
Sie selbst führen in ihrer Erwiederung unter B und C die bewussten 2 Gruppen auf, die ich bezeichnet habe.
Wer eiert rum ?
Gefällt mir 21 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
5
Hambacher
1 woche vor
3 Punkte machen mich nachdenklich.

Trotz dem Ausstieg von Hanau besteht der Kreistag weiterhin aus 87 Abgeordneten, Frage warum wenn 100.000 Bürger weniger vertreten werden?

Die Grünen bekennen sich als die " Neuen Patrioten " Vielleicht habe ich mich verlesen?

Das übliche AFD Bashing darf nicht fehlen :)

Also alles beim alten:)

Wenn wundert da die niedrige Wahlbeteiligung der letzten Kreistagswahl noch.
Gefällt mir 27 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
15
Stefan
4 tage vor
zitiere Hambacher:
3 Punkte machen mich nachdenklich.
...
Das übliche AFD Bashing darf nicht fehlen :)


In der Überschrift prangt in großen Lettern: "AfD scheitert"

Weiter unten lese ich: In den Kreisausschuss gewählt wurden:
...
Johannes Sperzel (AfD)
Sigrid Mohn (AfD)
...

In der ersten Sitzung geht es vornehmlich um die Wahl der Kreisausschuss-Mitglieder. Hier wurde die AfD ganz regulär gewählt.

Ein inhaltlicher Dringlichkeitsantrag wurde nicht als dringlich angesehen und wird in der nächsten Sitzung behandelt.

Wo liegt hier ein "Scheitern" vor?

Diese Überschrift ist unsachlich, grenzt schon an Propaganda.

Bitte um Reaktion vom Autor des Beitrages.
Gefällt mir 12 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
12
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
4 tage vor
zitiere Stefan:
Diese Überschrift ist unsachlich, grenzt schon an Propaganda.

Bitte um Reaktion vom Autor des Beitrages.


Der Artikel ist sicher genau so geschrieben wie er geschrieben werden sollte.
Niemand wird hier das Scheinsubtile Bashing bewusst zugeben oder sein lassen.

Du hast genau das geschrieben, was es ist "Propaganda"
Gefällt mir 7 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
3
Paul Kuhn
4 tage vor
Bei den Wahlen zum Kreisausschuss haben aber nur 16 von 17 AfD-Kreistagsabgeordneten für die AfD-Kandidaten gestimmt. Einer von den Herrschaften hat seine eigene Partei um den dritten Sitz im Kreisausschuss gebracht.
Gefällt mir 4 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
0
Hambacher
4 tage vor
War die Wahl geheim oder Namentlich?

Abweichler gibt es in jeder Fraktion.

Vielleicht müssen die Herrschaften noch üben, oder sind so Demokratisch das Parteiinterner Widerspruch hingenommen wird.

Ist ja in anderen Fraktionen nicht unbedingt an der Tagesordnung.
Gefällt mir Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
11
Paul Kuhn
4 tage vor
Die AfD hatte auf geheimen Wahlen bestanden, weil man dort hofft, Kreistagsabgeordnete anderer Fraktionen wählen dann heimlich AfD wählen. Ein Schuss ins Knie.
Gefällt mir 6 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
10
Jonny Blue Guitar
4 tage vor
"Trag blau statt grün, das ist die Farbe der Treue."
Sang einst der echte Paul Kuhn.
Gefällt mir 7 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
12
Graf Arco
4 tage vor
Paulchen, du sollst doch nicht so früh schon am Tag an die Bar gehen.... Spiel uns lieber noch mal
'Es gibt kein Bier auf Hawaii'.
Gefällt mir 6 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
16
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
6 tage vor
Hmm... hat hier der Zensurhammer zugeschlagen?

Wo sind die ganzen Beiträge hin?
Gefällt mir 23 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis